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Sohlgleite in Barmstedt : „Da herrscht himmlische Ruhe“

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Nach der der Broschüre der Stadtverwaltung gibt es jetzt auch Kritik am Info-Schreiben der Bürgerinitiative ,Rettet den Lillschen Hügel’.

Nach der Stadtverwaltung gerät jetzt auch die Bürgerinitiative (BI) "Rettet den Lillschen Hügel’ mit ihrem Info-Schreiben in die Kritik. Die Behauptung, eine Unterführung der Sohlgleite unter der L 75 (Spitzerfurth) würde in der Röhre und damit für die Fische erheblichen Lärm und Vibrationen verursachen, sei „völliger Quatsch“, moniert der Barmstedter Peter Heintze (Name geändert). Seiner Meinung nach wäre eine Röhre – die die Sohlgleite umschließen würde – „besser als jede Brücke. Denn sie wäre von weichem Boden umgeben, der total dämpfend wirkt.“

Er kenne das Phänomen von seinen Kanutouren, sagt Heintze. „In solchen Röhren, zum Beispiel in der Nähe des Störsperrwerks, herrscht himmlische Ruhe. Wenn man dagegen auf einem Fluss direkt unter einer Brücke durchfährt, ist es viel lauter.“

BI-Sprecher Franz-Josef Sitta verteidigte seine Darstellung mit dem Argument, es könne keine ausreichend hohe Dämmschicht auf der Röhre liegen, „weil die sonst viel zu tief in die Erde gebracht werden müsste. Allein das Rohr soll ja laut Gutachten einen Durchmesser von vier Metern haben.“ Allerdings, räumte Sitta ein, „kann ich das nicht beweisen, sondern mit meiner Logik nur vermuten.“

In der Machbarkeitsstudie zur Sohlgleite heißt es, die Röhre werde aus „biegeweichen, elastischen Stahlfertigteilen“ bestehen und „ins Erdreich eingebettet“. Zudem sei eine „ausreichende Überdeckung gegeben“. Zwei von unserer Zeitung befragte Ingenieure taten sich mit einer Beurteilung schwer. Grundsätzlich sei die Dämmwirkung im Erdreich höher als unter einer Brücke, sagten sie. Wie es im konkreten Fall aussehe, hänge aber von diversen Einflussfaktoren wie dem Rohrdurchmesser und der Übertragung der Schwingungen ins Wasser ab. Diese Fragen könne letztlich nur ein Gutachter im Einzelfall beantworten.

Sitta sieht das größere Problem ohnehin darin, dass Fische die dunkle Röhre von vornherein meiden würden. „Das hat mir ein Fischbiologe bestätigt.“ Für weitere Informationen lädt die BI für morgen in die Kommunale Halle ein. Der Abend beginnt um 19 Uhr.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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