Kommunalwahl : CDU gewinnt in Bokholt, in Langeln siegt die BWG

Katrin Schrade (links) wird wahrscheinlich die neue Bürgermeisterin, Katrin Weihrauch-Lenz ihre Stellvertreterin.
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Katrin Schrade (links) wird wahrscheinlich die neue Bürgermeisterin, Katrin Weihrauch-Lenz ihre Stellvertreterin.

Die Christdemokraten holen 51,67 Prozent und stellen knapp die Mehrheit. Katrin Schrade wird wohl neue Bürgermeisterin. In Langeln wird voraussichtlich Bernard Froh zum neuen Bürgermeister gewählt werden.

shz.de von
07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Bokholt-Hanredder/Langeln | Es war knapp, aber längst nicht so knapp wie vor fünf Jahren: Die CDU hat sich am Wahltag in Bokholt-Hanredder mit 102 Stimmen Vorsprung vor der Wählergemeinschaft (FWG) durchgesetzt und behält damit die Mehrheit im Gemeinderat. Damit holte die Partei bei einer Wählerbeteiligung von 57 Prozent 51,67 Prozent der Stimmen. Die Wählergemeinschaft bekam 48,33 Prozent. Katrin Schrade, Spitzenkandidatin der CDU, wird damit aller Voraussicht nach die neue Bürgermeisterin der Gemeinde – obwohl der Partei-Vorsitzende Jan Maaß-Hell die meisten Stimmen unter den CDU-Kandidaten in Bokholt-Hanredder geholt hatte (313). Schrade: „Vielleicht verhandeln wir nochmal neu.“ Katrin Weihrauch-Lenz, Spitzenkandidatin der Wählergemeinschaft, bleibt wahrscheinlich erste stellvertretende Bürgermeisterin. Sie erhielt mit 346 Stimmen die meisten aller Kandidaten in der Gemeinde.

Schrade und Weihrauch-Lenz hatten bereits seit dem vergangenen Sommer in enger Zusammenarbeit Bürgermeister Wolfgang Mohr vertreten, der aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausüben konnte. „Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir haben immer sehr professionell zusammengearbeitet“, sagt Schrade. „Das werden wir auch weiterhin als Bürgermeisterin und Stellvertreterin tun.“

Aufgabenteilung ist Schrade wichtig. Während Mohr, in dem Schrade ihren „politischen Ziehvater“ sieht, im Ruhestand ist und viel Zeit für sein Ehrenamt hatte, arbeitet die 48-Jährige hauptberuflich als kaufmännische Angestellte. „Das Ehrenamt als Bürgermeisterin ist eine große Zusatzbelastung. Wolfgang Mohr hat sich ständig um die Belange der Gemeinde gekümmert. Ich werde die Aufgaben verteilen und erfahrene Leute in die Pflicht nehmen.“ Schrade freut sich auf die Aufgaben der Bürgermeisterin, ist sich aber auch der großen Verantwortung bewusst. Kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse war sie noch nervös, weil sie wie schon vor fünf Jahren mit einem knappen Ergebnis rechnete. Damals hatte die CDU die Wahl mit nur 22 Stimmen Vorsprung gewonnen. Diesmal fehlte Wolfgang Mohr als „Zugpferd“, wie es Schrade ausdrückt. Umso mehr freute sich ihre Partei, als das Ergebnis feststand. Bei Maaß-Hell gab es eine kleine Siegesfeier.

Wahlsieg mit Verlusten für die Langelner BWG

In Langeln hat die Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG) die Kommunalwahl für sich entschieden. Mit ihrem Spitzenkandidaten Bernhard Froh wird sie damit aller Voraussicht nach den neuen Bürgermeister stellen. Auf die BWG entfielen 53,84 Prozent aller Stimmen (Wahl 2013: 60,5 Prozent), 116 Stimmen mehr als auf die CDU. Diese erreichte – angeführt von Herbert Vogt – 46,16 Prozent (2013: 39,5 Prozent). Das bedeutet, dass sich im Gemeinderat nichts verändert und die BWG nach wie vor fünf Sitze einnimmt – einen mehr als die CDU. Trotz des Sieges schlug die Stimmung bei der Wählergemeinschaft keine hohen Wellen, schließlich hatte sie im Vergleich zur Wahl 2013 sieben Prozentpunkte eingebüßt. Sie kann aber ihre Politik fortsetzen. Die erstarkte CDU ist weiterhin eine mitgestaltende politische Kraft in der Gemeinde.

Bernhard Froh (51) erklärte, dass die BWG  ihr Wahlziel trotzdem erreicht habe. „Unser Traumwahlziel, einen sechsten Platz in der Gemeindevertretung zu gewinnen, haben wir aber bedauerlicherweise verfehlt“, sagte er. „Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass mein Vorgänger Herbert Vogt mit seiner politischen Erfahrung punkten konnte. Weil mein Bekanntheitsgrad als aktiver Gemeindepolitiker verhältnismäßig gering ist, ist das Wahlergebnis absolut akzeptabel.“ Der CDU-Vorsitzende Herbert Vogt (66), Tischlermeister und Inhaber eines kleinen Betriebes, bilanziert ein gutes Wahlergebnis – insbesondere im Hinblick auf die unterschiedliche Mitgliederstärke der beiden politischen Lager: 14 CDU-Mitgliedern stünden etwa 60 BWG-Mitgliedern gegenüber. „Wir haben unseren Wählerstamm ausbauen können. Das bedeutet, dass unsere Politik gefruchtet hat und geschätzt wird“, befand er. „Wir werden weiterhin Gemeindepolitik zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger mittragen und auch eigene Akzente setzen. Es ist uns auch in der Vergangenheit gelungen, wechselnde Mehrheiten im Gemeinderat zu schaffen.“

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