Kommunalwahl : CDU-Erfolge in Westerhorn und Hörnerkirchen

In Westerhorn gratulierte FWW-Spitzenkandidatin Kerstin Rubart Bernd Reimers (CDU) zum Wahlsieg,...
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In Westerhorn gratulierte FWW-Spitzenkandidatin Kerstin Rubart Bernd Reimers (CDU) zum Wahlsieg,...

Bernd Reimers und Siegfried Winter werden voraussichtlich in ihren Gemeinden als Bürgermeister im Amt bleiben.

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13. Mai 2018, 16:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Vor fünf Jahren ging es bei der Kommunalwahl in Brande-Hörnerkirchen noch ausgesprochen knapp zu. Damals wie heute hieß das Duell CDU gegen SPD, und die Christdemokraten konnten sich mit 53,16 Prozent der Stimmen hauchdünn gegen die SPD durchsetzen, die 46,84 Prozent erhielt. Dieses Mal fiel das Bürgervotum deutlich klarer aus. Insgesamt stimmten 60,65 Prozent der Wähler für Hökis CDU, auf die SPD entfielen 39,35 Prozent der Stimmen.

Eindeutiger Wahlsieger sind also die Christdemokraten um Bürgermeister Siegfried Winter. 15 Jahre füllt der 69-Jährige das Amt bereits aus, fünf weitere Jahre als Bürgermeister dürften hinzu kommen, wenn bei der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am 14. Juni um 19.30 Uhr im Landhaus Mehrens alles nach Plan läuft. Winter jedenfalls macht keinen Hehl aus seinem konkreten Wunsch. „Ja, ich möchte als Bürgermeister weitermachen“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Wahlergebnis sieht er auch als Bestätigung seiner Politik.

Winter erhält 393 Stimmen

Das Hauptaugenmerk will die CDU in den kommenden Jahren auf die Bauvorhaben Rosentwiete und den neuen Edeka-Markt legen. Weiteres wichtiges Thema in Hörnerkirchen ist der geplante „Wohnpark im Grünen“ (wir berichteten). Mit Blick auf die über 60 Prozent Stimmen bei der Kommunalwahl spricht Winter von einem „guten Ergebnis“, mit dem er „sehr zufrieden“ sei. Besonders hervor hebt er, dass seine Partei alle sieben Direktmandate in der Gemeinde gewonnen habe. Winter selbst erhielt mit 393 Stimmen die meisten aller Kandidaten.

Das beste Ergebnis auf Seiten der SPD fuhr Spitzenkandidatin Sybille Buchner (296 Stimmen) ein. Die 48-Jährige wäre bei einem Wahlsieg die erste Bürgermeisterin in Brande-Hörnerkirchen geworden. Nun aber muss sich die SPD mit fünf der insgesamt 13 Plätze im Gemeinderat begnügen. Ihre Themenschwerpunkte wollen die Sozialdemokraten unter anderem auf die Schulwegsicherung, eine gesteigerte Attraktivität der Dorfmitte, bezahlbaren Wohnraum für junge Familien und die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs legen. Bürgermeister Winter bot der SPD gleich nach seinem Wahlsieg eine „weiterhin gute Zusammenarbeit“ an. Insgesamt lag die Beteiligung an der Gemeindewahl in Hörnerkirchen bei 53,37 Prozent.

Um 17 Uhr hatten am Wahlsonntag in Westerhorn gut 50 Prozent aller wahlberechtigten Bürger ihre Stimme abgegeben. „Ist doch ganz gut“, kommentierte der örtliche CDU-Vorsitzende Carsten Thies. Am Ende waren es insgesamt 56,55 Prozent. Nachdem die SPD nicht mehr zur Wahl angetreten war, konnten sich die Bürger auf den Stimmzetteln nur zwischen den Christdemokraten und den Freien Wählern Westerhorn (FWW) entscheiden. Wie vor fünf Jahren ging die CDU in Westerhorn als klarer Sieger aus der Abstimmung hervor. Mit 58,31 Prozent verteidigten die Westerhorner Christdemokraten ihre absolute Mehrheit. Auf die FFW entfielen 41,69 Prozent der Stimmen.

Wahlerfolg für Bernd Reimers

Bei der letzten Kommunalwahl 2013 hatte die CDU 55,37 Prozent der Stimmen errungen, die Wählergemeinschaft 35,41 Prozent und die SPD 9,22 Prozent. Teilt man die Stimmen der Sozialdemokraten auf CDU und FWW auf, so ist das aktuelle Ergebnis fast deckungsgleich zum Abstimmungsverhalten vor fünf Jahren. Kein Wunder also, dass sich beide politische Lager zufrieden zeigten. FWW-Spitzenkandidatin Kerstin Rubart (332 Stimmen) sprach von einem „vernünftigen Ergebnis“. Sie gratulierte ihrem Konkurrenten und CDU-Spitzenmann Bernd Reimers zum Wahlerfolg.

Reimers, seines Zeichens Westerhorner Bürgermeister und Hörnerkirchener Amtsvorsteher, erhielt die meisten Stimmen in Westerhorn (380). „Ich fühle mich durch das Votum in meiner Politik bestätigt“, betonte der 59-Jährige. Der Landwirt ist seit 2003 Bürgermeister von Westerhorn – und wird während der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am 20. Juni ab 19.30 Uhr im Lindenhof aller Voraussicht nach in seinem Ehrenamt bestätigt werden. Gepunktet hatten die Christdemokraten im Wahlkampf mit Themen wie Verkehr, Wohnen, Finanzen und Sicherheit.

Osterhorn: Zufrieden mit der Wahlbeteiligung

Als am Sonntag in Osterhorn die Kommunalwahl startete, stand der Sieger schon fest. Weil in dem kleinen Dorf im Norden des Kreises Pinneberg seit Jahrzehnten ausschließlich die örtliche Wählergemeinschaft antritt, sind der politischen Gruppierung hundert Prozent der Stimmen von Anfang an sicher. Spannender als der eigentliche Wahltag verlief in Osterhorn zuvor die  Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten. Amtsinhaber Ralf Henning hatte  im April  erklärt, dass er nicht wieder kandidieren wolle. Zu zeitaufwändig sei das Ehrenamt. Erst wenige Tage vor der Wahl die Kehrtwendung: Henning gab sein Okay und dürfte aller Voraussicht nach während der konstituierenden Sitzung der Osterhorner Gemeindevertretung am 19. Juni ab 19.30 Uhr im Amtshaus Hörnerkirchen in seinem Ehrenamt bestätigt werden. „Wir werden die Aufgaben in der Breite verteilen“,  sagte Henning. Damit wollen sich die ehrenamtlichen Politiker gegenseitig entlasten. Mit der Wahlbeteiligung in  der Gemeinde (52,81 Prozent) ist Henning sehr zufrieden. „Dafür, dass nichts zu entscheiden war, finde ich sie sehr gut“, sagte er.

Spannender als in Osterhorn verlief der Wahlsonntag in Bokel. Bislang saßen neben der CDU Vertreter von gleich zwei lokalen Wählervereinigungen in der Gemeindevertretung. Neben der Bokeler Runde war es die Unabhängige Wählergemeinschaft Bokel (UWB). Doch aus dem politischen Trio wird nun ein Duo, da die UWB nicht wieder zur Kommunalwahl antrat. Bei der Wahl 2008 hatte die UWB mit 47 Prozent der Stimmen nur hauchdünn die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung verpasst, 2013 reichte es immerhin noch zu knapp 30 Prozent. Dieses Mal setzte sich die Bokeler Runde um Bürgermeister Wolfgang Münster mit 58,18 Prozent der Stimmen gegen die CDU durch, die auf 41,82 Prozent kam. Schon 2013 hatte die Bokeler Runde mit 52,25 Prozent die absolute Mehrheit  erringen können. „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis“, sagte Bürgermeister Münster. Aber er betonte trotz der absoluten Mehrheit im Gemeinderat: „Man muss miteinander reden und für das Dorf das Beste herausholen.“

A20 wird prägendes Thema in Bokel

Münster ist seit 2008 Bürgermeister seines Heimatdorfs. Wahlkampfthemen der Bokeler Runde waren unter anderem die Dörpstuv, der Breitbandausbau, die A20 und ein neues Feuerwehrfahrzeug.  „Mit dem Thema A20 werden wir künftig wieder konfrontiert werden“, so Münster.  Wichtig für ihn  dabei: „Die Baulastträger müssen die Belastungen übernehmen, die mit der Autobahn einhergehen.“ Als Stichwort nennt er die Feuerwehr. „Wir brauchen dann eine andere Ausstattung.“ Die Lasten seien von der Allgemeinheit zu tragen. In diesem Punkt seien sich Träger und Gemeinde aber nicht einig. Weiteres Thema sei das Klärschlammzwischenlager in Bokel, wo der Vertrag auslaufe (wir berichteten).

 Heimlicher Wahlgewinner in Bokel ist die CDU, die ihr Ergebnis gegenüber 2013 von 18,08 Prozent auf 41,82 Prozent mehr als verdoppeln konnte. „Ich bin damit sehr zufrieden“, sagte Spitzenkandidat Götz Reimer. Zwei Direktmandate habe man erringen können, es sei aber nicht das Bestreben gewesen, gleich stärkste Kraft zu werden. Und auch er kündigte an: „Es wird zusammen für das Dorf gearbeitet.“ Gewählt wird der neue Bokeler Bürgermeister am 13. Juni um 19.30 Uhr in der Dörpstuv. caw/cut

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