Brande-Hörnerkirchen : Bürgerinitiative geht in den Ruhezustand

Die BI in Bildern: Sonja Theeß, Christa Neumann-Wilken, Marion Ecke, Heike Otto und Iris Breustedt-Kogel (von links) riefen 2014 zur Gründung der Initiative auf.
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Die BI in Bildern : Sonja Theeß, Christa Neumann-Wilken, Marion Ecke, Heike Otto und Iris Breustedt-Kogel (von links) riefen 2014 zur Gründung der Initiative auf. Fotos: Christian Uthoff

Die BI Frackingfreies Auenland ist und bleibt vorerst inaktiv. Die Mitglieder sind aber weiterhin vernetzt und wollen wachsam bleiben.

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05. August 2018, 16:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Es ist auf den Tag fast genau vier Jahre her, dass die Bürgerinitiative (BI) Frackingfreies Auenland erstmals öffentlich in Erscheinung trat. Fünf Frauen aus der Region Barmstedt hatten sich dazu entschieden, eine Gruppe zu bilden, die sich unter anderem gegen eine Erdöl- und Gasförderung im südlichen Schleswig-Holstein einsetzen sollte. Am 5. August 2014 gründete sich die BI, die in den Folgejahren die Debatte um die Suche nach Ressourcen in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg mitprägte und einen Widerstand organisierte. Nun ist aber erst einmal Schluss. „Wir erklären uns als ruhend“, sagt Sprecher Dirk Albrecht. Der Grund dafür sei erfreulich, erläutert BI-Mitbegründerin Marion Ecke. „Wir haben für unsere Region gesagt: Es gibt nichts zu tun.“

Die Zeit zwischen Ende Juli und Anfang August ist offenbar die Zeit des Jahres in der sich viele wichtige Ereignisse für die BI abspielten. Vor fast genau drei Jahren gab das kanadische Unternehmen PRD Energy Inc. bekannt, sich aus Deutschland zurückzuziehen. Die Firma besaß unter anderem die Aufsuchungserlaubnisse für die Felder Elmshorn und Bramstedt. Seitdem war es ruhig geworden. Die BI bleibe aber weiter wachsam, betonen Albrecht und Ecke – nicht nur was die Rohstoffsuche, sondern auch mögliche CO2- oder Atomendlager angehe. „Wenn jemand hört, dass ein Unternehmen hier im Untergrund etwas machen möchte, sind wir für Infos nach wie vor dankbar. Die Homepage ist abgeschaltet, die Mailadresse bleibt aber bestehen. Wir sind auch weiterhin gut vernetzt“, sagt Ecke.

Die BI sei ein Erfolg, so die beiden weiter. „Es hat besser geklappt, als wir je gedacht haben.“ Gleich am Gründungsabend hatten etwa 70 Menschen ihre Absicht kundgetan, sich engagieren zu wollen. „Es waren viele Menschen da und viele sind als Unterstützer dabei geblieben“, sagt Ecke. Allen Mitgliedern, Unterstützern, Helfern und Spendern wolle man nun Danke sagen. Auch die Zusammenarbeit mit der Politik sei sehr gut gewesen. „Parteipolitik spielte keine Rolle.“ Von den Spendengeldern seien unter anderem Flyer und Fahnen bezahlt worden. Der Rest des Geldes – etwa 400 Euro – war laut Ecke an die BI gegen CO2-Lager gespendet worden. „Die hatte sich auch sehr aktiv gegen Fracking eingesetzt. Da ist es gut aufgehoben.“

Wie und ob es mit der Rohstoffsuche im Kreis Pinneberg noch weitergehe, das sei Kaffeesatzleserei, betont Dirk Albrecht. Eine Erdölförderung sei vor Ort ohnehin nicht wirtschaftlich möglich gewesen. „Vielleicht ging es auch eher darum, den Untergrund abzusuchen – Stichwort Atommülllagerung“, sagt er. Letztlich seien alle Mitglieder und Unterstützer froh, „dass wir das geschafft haben“, so Albrecht weiter. „Der Widerstand war schon ein Grund dafür, dass PRD gegangen ist und ein Grund dafür, dass Umweltminister Robert Harbeck den Förderzins erhöht hat.“ PRD Energy habe aufgrund des Drucks der BI in die Öffentlichkeit gehen müssen, ergänzt Ecke. Zu Hochzeiten habe die Initiative etwa 450 Mitglieder aus drei Kreisen gehabt und war in verschiedene Untergruppen eingeteilt, „weil wir so viele waren“.

Sichtbarstes Zeichen des Wirkens der BI sind heute noch die zahlreichen gelben Schilder. Sie stehen auf Privatgrundstücken und untersagen jegliche Art von seismologischen Untersuchungen. „Die Schilder haben die Leute stehen lassen“, sagt Ecke. „Ich finde das gut, dass das nicht in Vergessenheit gerät.“

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