Brande-Hörnerkirchen : Bürgerinitiative gegen Fracking

Fracking – dat wüllt wi nich“ ist ihr Motto:  Sonja Theeß, Christa Neumann-Wilken, Marion Ecke, Heike Otto und Iris Breustedt-Kogel (v. l.) laden am Dienstag zur Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“ ein.
Fracking – dat wüllt wi nich“ ist ihr Motto: Sonja Theeß, Christa Neumann-Wilken, Marion Ecke, Heike Otto und Iris Breustedt-Kogel (v. l.) laden am Dienstag zur Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“ ein.

Fünf Frauen aus der Region Barmstedt wollen eine Bürgerinitiative gegen Fracking gründen. Eine Veranstaltung ist für den 5. August geplant.

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31. Juli 2014, 12:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Sie wollen die Landschaft schützen, eine Zerstörung der Natur verhindern und eine Zunahme des Schwerlastverkehrs vermeiden: Fünf Frauen aus der Region Barmstedt sowie Bad Bramstedt wollen am kommenden Dienstag, 5. August, die Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“ in Brande-Hörnerkirchen gründen. Damit wollen sie ein Gesamtverbot der Öl- und Gasförderung im Bereich des Erlaubnisfelds Bramstedt erreichen, das von Barmstedt bis in nordöstliche Richtung nach Neumünster reicht. „Wir möchten viele Leute erreichen“, sagt Marion Ecke aus Brande-Hörnerkirchen. Dazu haben sie etwa 5000 Flyer gedruckt und in zahlreichen Geschäften der Region – unter anderem auch in Barmstedt – ausgelegt, um für ihre Sache zu werben.

Die Idee zur Bürgerinitiative hatten Ecke sowie Heike Otto (Bad Bramstedt), Christa Neumann-Wilken (Bokel), Sonja Theeß und Iris Breustedt-Kogel (beide Brande-Hörnerkirchen) nach einem Infoabend zum Thema Fracking in Westerhorn (diese Zeitung berichtete). „Wir waren alle sehr erstaunt“, sagt Ecke. „Wir dachten das Thema sei vom Tisch.“ Doch Teile des Nordkreises Pinneberg – darunter auch die Stadt Barmstedt – liegen im Erlaubnisfeld Bramstedt. Das Unternehmen PRD Energy beabsichtigt dort nach eigenen Angaben, stillgelegte Ölfelder bei Möglichkeit wieder in Produktion zu setzen und parallel dazu neue geologische Leads (unterirdische Strukturen) für Kohlenwasserstoffvorkommen anhand von Seismik und geophysikalischen Bohrlochmessungen zu untersuchen. „Wir sind nach der Veranstaltung nach Hause gegangen und irgendwie war klar: Wir müssen etwas unternehmen“, berichtet Ecke. Dazu seien sie auch während des Infoabends ermutigt worden. „Der Referent hat ausdrücklich darum gebeten, dass die Bürger aktiv werden.“

Seit Juni sammeln die Frauen alles, was sie an Infos zum Thema Fracking zusammen tragen können. Die Einladungen wurden im Bereich der Erlaubnisfelder Bramstedt und Elmshorn verteilt, „weil im gesamten Gebiet noch keine Bürgerinitiative tätig ist.“

Falls Unternehmen die Genehmigung zum Fördern von Öl und Gas in der Region erhalten würden, befürchtet die Gruppe einschneidende Veränderungen. „Es werden Landschaften zerstört, der Schwerlastverkehr würde zunehmen und Flächen versiegelt werden,“ sagt Ecke. Zudem stünden Bevölkerung und Unternehmen dann in Konkurrenz um die Wasserressourcen.

Die Resonanz auf ihre Aktion sei groß gewesen, berichten die Frauen. „Wir haben viel Feedback bekommen, damit hätten wir nie gerechnet“, so Ecke. Nach der Gründung will die Gruppe richtig durchstarten: Unter anderem sollen Arbeits- und Projektgruppen gebildet, regelmäßige Infoveranstaltungen zum Themenbereich angeboten und ein Stammtisch eingerichtet werden. Die Gründerinnen der Initiative betonen dabei, dass es ihnen um Fakten gehe: „Wir wollen nicht in die Ecke gestellt werden als Gruppe, die emotional und angstgetrieben ist.“

Die Bürgerinitative „Frackingfreies Auenland“ soll am kommenden Dienstag, 5. August, in der Gaststätte Zur Tankstelle, Rosentwiete 34 in Brande-Hörnerkirchen, gegründet werden. Zudem gibt es einen Vortrag zum Thema „Was plant PRD Energy vor Ihrer Haustür?“. Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.
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