„Büchereien sind alles andere als verstaubt“

„Bei uns gibt es immer etwas zu entdecken“, sagt Büchereileiterin Sabine Jülich.
„Bei uns gibt es immer etwas zu entdecken“, sagt Büchereileiterin Sabine Jülich.

Sabine Jülich leitet seit fünf Jahren die städtische Bibliothek

shz.de von
09. August 2018, 16:00 Uhr

Seit nunmehr fünf Jahren leitet Sabine Jülich die Stadtbücherei Barmstedt. Aufgewachsen in einem Dorf bei Neumünster, studierte sie nach dem Abitur von 1986 bis 1991 an der Fachhochschule Hamburg, Fachbereich Bibliothekswesen, mit dem Schwerpunkt Öffentliche Bibliotheken. Nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen Studium kam Jülich über mehrere berufliche Stationen – Leiterin der Stadtbüchereien in Bredstedt und Salzkotten, Mitarbeiterin in der Beratungsstelle für Öffentliche Bibliotheken in Hildesheim und Leiterin der Stadtbücherei Glücksburg – 2013 nach Barmstedt. „Diesen Ort haben wir uns ausgewählt, weil mein Mann als freiberuflicher Psychologe in Hannover, Kiel und Elmshorn arbeitet. Er ist Bahnfahrer, das passt also sehr gut. Ökologisches Bewusstsein ist uns wichtig“, erläutert Jülich.

Ihre ursprüngliche Motivation, ihren Beruf zu ergreifen, sei ihre Vorliebe für Literatur beziehungsweise fürs Lesen und die Vielseitigkeit der Aufgaben gewesen, sagt Jülich. Spannend an ihrem Beruf sei, dass man sich stets am Puls der Zeit befinde – denn Bibliotheken seien alles andere als verstaubt, sondern in gesellschaftlicher und technologischer Hinsicht immer vorne weg. Zudem liebe sie das Netzwerken, das Entwickeln von Ideen und Veränderungsprozessen und den Austausch. „Ich mag es, mit Menschen umzugehen: mit Jung und Alt, kulturell Interessierten, Leseratten und allen, die sich in Barmstedt für das gesellschaftliche Miteinander engagieren“, so die Bücherei-Chefin.

Eines ihrer unvergesslichen, sie tief bewegenden Erlebnisse sei das Ankommen der Flüchtlinge in Barmstedt gewesen, sagt Jülich. „Mit der Bücherei haben wir ein Stück Willkommenskultur mittragen, etwas zur Integration beisteuern und den Menschen helfen können.“ Toleranz und Offenheit seien ihr wichtig, erklärt sie.

Von ihrem Team verlangt Jülich einen ausgeprägten Servicegedanken: Kundendienst und die Ausrichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden seien wichtige Merkmale ihrer Arbeit. Sie wünsche sich freundliche, hilfsbereite, dienstleitungsorientierte Mitarbeiter, die sich mit der Bücherei und mit Barmstedt identifizierten und mehr leisteten als nur „Dienst nach Vorschrift“. Ihre Motti lauten: „Wir sind eine lustige Bücherei“, „Bei uns gibt es immer etwas zu entdecken“, „Jeder ist willkommen“ und „Wir können es noch besser machen“.

In ihrer Freizeit widmet sich Jülich gern dem Garten in Wulfsmoor. Zu ihren Lieblingsbüchern zählen unter anderem Sebastian Haffners „Geschichte eines Deutschen: Erinnerungen von 1914 bis 1933“, Klaus Manns „Der Wendepunkt“, Günter Grass’ „Das Treffen in Telgte“ und Thomas Manns „Buddenbrooks“. Ihren Mann Thomas lernte sie vor 28 Jahren in Hamburg kennen, seit einem Vierteljahrhundert sind die beiden verheiratet. Und hatten dabei stets Katzen als Haustiere.

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