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Stadtwerke Barmstedt : Breitbandausbau sorgt für Ärger

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Stadtwerke bauen in Nützen und Bad Bramstedt ohne Wirtschaftlichkeitsanalyse. Kritik kommt von der SPD.

Barmstedt | Die Stadtwerke Barmstedt wollen in diesem Jahr voraussichtlich 5,8 Millionen Euro investieren – knapp die Hälfte davon (2,8 Millionen Euro) sind für den Ausbau des Breitbandnetzes vorgesehen. Das sorgte im jüngsten Werkausschuss, in dem über den Wirtschaftsplan beraten wurde, für Ärger: Für die nächsten Ausbauvorhaben in Bad Bramstedt und Umgebung fehlt der SPD eine Wirtschaftlichkeitsanalyse. „Dass jetzt schon in Nützen Leitungen verlegt werden, haben wir nie beschlossen“, schimpfte Richard Gude. Die SPD habe „Angst, dass da das gleiche wie in Horst passiert, wo 500  000 Euro versenkt wurden“. Die Gemeinde Nützen (Kreis Segeberg) habe schließlich nur 2500 Einwohner, gab er zu bedenken.

Für die Erschließung des Ortes sind im Wirtschaftsplan 520  000 Euro vorgesehen. Werkleiter Fred Freyermuth räumte ein, es sei versäumt worden, einen Beschluss der Politik einzuholen. „Wir haben uns da etwas aus dem Fenster gelehnt.“ Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung habe es ebenfalls nicht gegeben, „die haben wir aber in anderen Gemeinden wie Heede oder Hemdingen auch nicht gemacht“. In Nützen hätten die Stadtwerke „mit dem Bürgermeister, den Gemeindevertretern und den Stadtwerken Kaltenkirchen gesprochen und daraufhin die Entscheidung gefällt, dort aktiv zu werden“, sagte Freyermuth. Außerdem habe es Info-Veranstaltungen für die Bürger gegeben. Bislang gebe ihm die Resonanz recht, so Freyermuth. „Wir haben schon 60 Verträge geschlossen. Das ist ein guter Rücklauf.“ Welche Anschlussquote erreicht werden soll, könne er nicht sagen, erwiderte er auf Gudes Nachfrage. „Da haben wir keine feste Zahl.“ Sicher sei aber, „dass sie nicht aus dem Stand bei 50 Prozent liegen wird“.

Auch für Bad Bramstedt gebe es keine Wirtschaftlichkeitsberechnung, sagte Freyermuth. „Aber nach den Erfahrungen in Bissenmoor bin ich optimistisch.“ Insgesamt wollen die Stadtwerke dort rund zwei Millionen Euro investieren. Es sei allerdings fraglich, „ob die Bürger mit Telekom-Anschlüssen wechseln werden“, sagte Peter Gottschalk (FWB). Genau aus diesem Grund „überarbeiten wir unsere Produkte zurzeit nochmal“, erwiderte Freyermuth.

Die fehlende Wirtschaftlichkeitsanalyse werde er bis zur Stadtvertretersitzung am 21. Februar nachreichen, kündigte der Werkleiter an. „Das Grundgerüst dafür steht. Ergänzend dazu treffen wir Annahmen über die Zahl der möglichen Kunden und die Zeiträume, wann bestimmte Anschlussquoten erreicht sind“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung. Daraus lasse sich errechnen, wann sich die Investition rentiere.

Generell erwarte er für die Breitbandsparte für dieses Jahr erstmals nach dem Start vor sechs Jahren eine schwarze Zahl, sagte Freyermuth. „Dieses Ziel konnten wir trotz der vielen zusätzlichen Gemeinden, die wir erschlossen haben, halten.“ Zurzeit hätten die Stadtwerke etwa 4500 Kunden im eigenen Breitbandnetz und knapp 800 über Geschäftspartner, berichtete er. „Und pro Monat kommen etwa 70 bis 100 Kunden hinzu.“ Für dieses Jahr ist geplant, außer in Nützen und Bad Bramstedt auch im Neubaugebiet in Bullenkuhlen ein Breitbandnetz aufzubauen. Dafür sind im Wirtschaftsplan 80  000 Euro eingestellt.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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