Bokels Wehrführung wiedergewählt

Ausgezeichnet: die geehrten, gewählten und beförderten Kameraden der Bokeler Wehr.
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Ausgezeichnet: die geehrten, gewählten und beförderten Kameraden der Bokeler Wehr.

Einstimmiges Votum für Volker Kunrath und Thorsten Huckfeldt / Jahresbilanz: Mehrere schwierige Einsätze für die Brandbekämpfer

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31. Januar 2018, 16:00 Uhr

Mit einem personell unveränderten Führungsduo startet die Feuerwehr Bokel ins neue Jahr. Während der Hauptversammlung im Ring-Hotel „Bokel Mühle“ am Montagabend wurden sowohl Wehrführer Volker Kunrath als auch sein Stellvertreter Thorsten Huckfeldt wiedergewählt – und zwar jeweils einstimmig und in geheimer Wahl. Ein Votum, das einen klaren Vertrauensbeweis der anwesenden 20 aktiven Kameraden in ihre Wehrführung widerspiegelt. Das Duo wurde auf sechs Jahre gewählt. Ebenfalls ohne Gegenstimme bei eigener Enthaltung wurde Oliver Steinike zum Jugendwart gewählt.

Sieben Einsätze hatte Bokels Wehr im vergangenen Jahr zu meistern. „Es war ein überschaubares Jahr, aber auch eines mit etlichen unschönen Einsätzen“, berichtete Kunrath. Los ging es am 14. März mit einem Unfall auf der Barmstedter Straße nahe Brande-Hörnerkirchen, bei dem ein älterer Mann in seinem Fahrzeug eingeklemmt wurde und einen Tag später seinen Verletzungen erlag. Am 4. Juni wurden die Kameraden zu einer Notfall-Türöffnung gerufen, bei der sie hinter der Tür eine verstorbene Frau fanden, die dort schon mehrere Tage gelegen hatte. Und am 25. Juni bargen die Feuerwehrleute gemeinsam mit anderen Einsatzkräften in Westerhorn eine tote Person aus dem Gleisbett. „Dann kamen die Stürme“, so Kunrath. Viermal rückte die Wehr im September und Oktober aus, um abgeknickte Äste und Bäume von den Straßen zu räumen.

Höhepunkt des Feuerwehrjahres im Amtsbezirk Hörnerkirchen war das Pfingstzeltlager der Jugendwehren mit über 1100 Gästen. Bokels Bürgermeister Wolfgang Münster bezeichnete das Großereignis als „beeindruckend, fast schon Gänsehaut“. Und Marco Kolmschlag, Stationsleiter der Polizei Hörnerkirchen, lobte die „tolle Zusammenarbeit“ aller Helfer und Wehren. Amtsvorsteher Bernd Reimers betonte, dass „dieses Ehrenamt unersetzlich ist“ und unterstrich die gute Kameradschaft auf Amtsebene. Auch Kreiswehrführer Frank Homrich war voll des Lobes, wies aber auch darauf hin, dass in Bokel bislang die Kameradinnen fehlen würden. Und tatsächlich: Die Wehr im äußersten Norden des Kreises Pinneberg ist nach wie vor eine reine Männerdomäne.

2017 hatten die Kameraden nicht nur schwierige Einsätze zu meistern, sondern betrauerten auch sieben verstorbene Kameraden der Ehrenabteilung, darunter Ehrenwehrführer Artur Kunrath. Zurzeit besteht die Wehr aus 27 aktiven Mitgliedern, zehn Männern in der Ehrenabteilung, zehn Witwen von Feuerwehrmännern und 102 fördernden Mitgliedern.

Zeit für andere Dinge bleibt trotz der Einsätze und Dienste aber auch: So am 24. Februar, wenn die Bokeler Wehr gemeinsam mit ihren Kollegen aus Hörnerkirchen und Osterhorn zum großen Feuerwehrball ins Landhaus Mehrens in die Rosentwiete 34 einlädt.


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