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Kunst in Barmstedt : Bildhauer Hauke Jessen zeigt Arbeiten auf der Schlossinsel

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

„Es geht um die innere Haltung“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen selbstbewusste Frauen.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Zur Ausstellungseröffnung der Werke von Hauke Jessen sind am Wochenende zahlreiche Besucher in die Galerie Atelier III in das Gerichtsschreiberhaus auf der Schlossinsel Rantzau geströmt. „Ich habe den Künstler vor drei Jahren bei einer gemeinsamen Ausstellung auf Schloss Reinbek kennengelernt und war von seinen Arbeiten beeindruckt“, berichtete Künstlerin und Galeristin Karin Weißenbacher, die die Gäste begrüßte. „Jessen zeigt hier Holzbildhauerei, Bronzen und eine zeichnerische Serie“, informierte sie und riet den Besuchern: „Lassen Sie sich Zeit bei der Betrachtung, denn Holz ist gewachsene Struktur, das seine Zeit zum Wachsen braucht – ebenso ist es mit der Kunst.“

Detailliert referierte die Kunsthistorikerin Dagmar Lekebusch über die ausgestellten Werke. „Der Künstler ist stets gefordert, sich auf  die Gegebenheiten des Holzes einzulassen und dabei die inhaltliche Idee nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte sie. Jessen gehe es um den Menschen in all seinem Erleben, besonders um die innere Haltung. Es gehe um „beschädigte Schönheiten mit ihren faszinierenden Einzelheiten“. Starke und selbstbewusste Frauen seien die Vorliebe des Künstlers, dessen Werke Geschichten erzählten.

Auch Stadtvertreter Ortwin Schmidt und Kreispräsident Burkhard Tiemann begrüßten die Besucher, die anschließend die Anwesenheit des Künstlers nutzten, um mit ihm ins Gespräch zu kommen. Der Bleistift etwa, den die Holzarbeit „Attribution“ statt dem bekannten Speer in Anlehnung an die Athene hält, bedeute Meinungsfreiheit, erklärte Jessen. Und die Skulptur „Safe Music“ stelle eine Frau mit einem Cello dar, die auf einer Kalaschnikow steht. „Es bedeutet letztlich die Hoffnung auf Frieden“, sagte er.

Margret Gehrken aus Itzehoe fand die „Gravitation“ genial aussagekräftig. „Herr Jessen hat den Mut, gegen den Trend Figuren detailgetreu zu schnitzen“, sagte sie. Inge Tietjen aus Barmstedt bewunderte den „Jäger“ und die natürlichen Wuchspuren im Holz. „Sie sagen mir, dass nichts perfekt ist“, so Tietjen. Musikalisch wurde die Vernissage von Duo Jan Carstensen und Jörg Zschimmer mit feinstem Jazz verwöhnt. Die Ausstellung ist bis zum 12. Oktober zu sehen.

Mit einem großen Lichter-Fest wird am 1. September-Wochenende – Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. September – der 30. „Geburtstag“ der Schlossinsel gefeiert werden: Damals wurde das Eiland im Rantzauer See der Stadt geschenkt. Anlässlich des Lichter-Fests – das in die 875-Jahr-Feier der Stadt eingebunden ist – hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) die Arbeit auf der Schlossinsel mit einem Grußwort gewürdigt. Die Stadt habe die Schenkungsauflage des Landes, die Schlossinsel für kulturelle Vielfalt zu nutzen, „mehr als nur erfüllt“, heißt es. Barmstedt sei mit seiner Insel landesweit „einzigartig“ und durch die historischen Gebäude, das vielfältige kulturelle Angebot und die idyllische Stimmung „überregional bekannt“. Das sei „der Schaffenskraft vieler entsprungen, vor allem aber auch immer dem besonderen Engagement Einzelner zu verdanken“, so Albig. Das Lichter-Fest sieht zwei Konzerte vor: Am Freitag, 4. September, tritt ab 19 Uhr das Rainer-Schnelle-Trio, am Sonnabend, 5. September, die Singer-Songwriterin Jess Klein auf. Dazu werden die Gebäude, die Brücke und der Park auf der Insel stimmungsvoll illuminiert. Der Eintritt zu den Konzerten kostet je zwölf, im Vorverkauf zehn Euro. Am Sonntag, 6. September, spielt ab 11 Uhr Sängerin Petra. Der Eintritt ist frei. galerie-atelier-3-barmstedt.de
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