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Lob für hervorragende Ausbildung : Bibra aus Barmstedt beschäftigt überdurchschnittlich viele Azubis

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Barmstedter Unternehmen Bibra beschäftigt überdurchschnittlich viele Azubis. Geschäftsführer: Auf dem Land fehlen Fachkräfte.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2015 | 16:30 Uhr

Barmstedt | Zeugnisnoten interessieren Frank Hoffmann nicht besonders. „Wir gucken auf die praktischen Fähigkeiten – die sind viel entscheidender“, sagt er. Hoffmann ist einer der drei Geschäftsführer des Barmstedter Unternehmens Biagosch  &  Brandau (Bibra), das am Schusterring sitzt und sich durch eine überdurchschnittlich hohe Ausbildungsquote auszeichnet. Auf die 70 Mitarbeiter kommen jedes Jahr sechs bis zehn Azubis – das entspricht einer Quote von 8,5 bis 14 Prozent. Deutschlandweit lag sie Ende 2013 durchschnittlich bei 5,4    Prozent.

Der Hauptgrund, weshalb der Betrieb so viel Nachwuchs ausbildet, ist der Fachkräftemangel, der vor allem ländliche Regionen trifft. „Wir finden hier sonst keine Leute“, sagt Hoffmann. Das sei aber erst so, seit das Unternehmen nach Barmstedt zog. „Als wir noch in Hamburg waren, war das kein Problem.“ Daher übernehme Bibra auch fast alle Azubis, so Hoffmann. „Außerdem ist es  schade, wenn man über Bedarf ausbildet und den Leuten dann sagen muss, dass man sie nicht übernehmen kann.“

Ines Strehlau, Landtagsabgeordnete der Grünen, lobte das Unternehmen während einer Besichtigung als „einen der besten Ausbildungsbetriebe“ landesweit. „Bei Ihnen kommt ein Ausbilder auf zwei Azubis. Das ist deutlich mehr als in vielen anderen Firmen.“ Wie gut die intensive Betreuung ankomme, bewiesen ihr die Gespräche mit den Azubis. „Sie wirken alle sehr zufrieden, weil sie früh Verantwortung übernehmen dürfen“, stellte die Politikerin fest. Auch die Abschlussprüfungen sprächen für sich: In diesem Jahr etwa wurde Yvonne Hänel landesbeste Groß- und Außenhandelskauffrau.

Doch das Unternehmen – das Fertigungsmaschinen für Dosen herstellt – bildet nicht nur im kaufmännischen Bereich aus. „Wir brauchen vor allem im technischen Bereich Nachwuchs“, so Hoffmann. Unter anderem lernen bei Bibra Fein- und Konstruktionsmechaniker sowie technische Produktdesigner ihren Job. Doch während für die kaufmännischen Berufe „kein Sitzplatz mehr frei“ sei, seien die technischen Berufe weniger beliebt, stellt Hoffmann fest. Und noch etwas verwundere ihn: Zwar biete der international tätige Betrieb seinen Auszubildenden auch an, ins Ausland zu gehen. „Aber manche wollen das gar nicht. Die Barmstedter sind offenbar sehr heimatverbunden.“

Grundsätzlich erhalte jeder die Chance, bei Bibra ein Praktikum zu absolvieren, betont Hoffmann – auch Flüchtlinge. Voraussetzung: „Er oder sie sollte deutsch oder englisch können. Denn in den Sitzungen sprechen wir englisch.“ Auch spanisch sei im Kommen, „das nutzen wir zunehmend für Kundenkontakte“.

Die Ausbildungsquote gibt das Verhältnis der Auszubildenden zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an. Im Kreis Pinneberg betrug sie laut der Agentur für Arbeit am 31. Dezember 2013 5,9 Prozent. Landesweit lag sie mit 6,4 Prozent etwas höher, deutschlandweit mit 5,4 Prozent etwas niedriger.
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