Interaktive Karte : BI-Aktion stößt auf positive Resonanz

Etwa 20 Mitglieder der BI waren unterwegs, um Standorte für ihre Hinweis-Schilder zu finden. An der Hellwieser Chaussee in Barmstedt wurden sie vom Ortsverband der Grünen empfangen.
Etwa 20 Mitglieder der BI waren unterwegs, um Standorte für ihre Hinweis-Schilder zu finden. An der Hellwieser Chaussee in Barmstedt wurden sie vom Ortsverband der Grünen empfangen.

Bürgerinitiative will Hinweis-Schilder zu Seismiken zwischen Bokel und Hemdingen anbringen.

shz.de von
29. Juli 2015, 14:30 Uhr

Die Resonanz ist positiv: Etwa 20 Schilder wollen Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Frackingsfreies Auenland“ entlang einer möglichen Seismiklinie zwischen Bokel und Hemdingen aufstellen. Während einer Fahrrad-Tour haben die BI-Mitglieder vor etwa einer Woche die Route abgefahren und mittlerweile mit mehreren Eigentümern gesprochen, auf deren Grundstücken sie gerne ein Info-Schild anbringen möchten. Die Rückmeldungen seien positiv gewesen, so Sprecher Dirk Albrecht. „Bis Barmstedt haben wir 13 Punkte für Schilder gefunden, bis Hemdingen sollen es 20 Punkte auch auf Spurbahnen und Rad- und Reitwegen sein“, sagte er. „Wir möchten die Bevölkerung darüber aufklären, was entlang dieser Seismiklinien passiert“, so Albrecht und zeigt das Schild. „Achtung! Hier seismische Untersuchungen im Gelände geplant“, steht dort fett gedruckt. Interessierte können darauf auch weitere Details zum Ablauf einer Seismik lesen.

Etwa 20 Mitglieder der BI waren an einer der sechs möglichen Seismiklinien entlang gefahren, die von Bokel über Lutzhorn, Barmstedt und Heede nach Hemdingen führt. Die Karte, die der Aktion zugrunde liegt, stammt laut BI aus dem verbindlichen Arbeitsprogramm der Erkundungslizenz Bramstedt, die auf Anforderung der Piraten-Fraktion im Landtag auszugsweise veröffentlicht wurde (diese Zeitung berichtete).

An der Hellwieser Chaussee in Barmstedt legte die BI einen Stopp ein und wurde von Claus-Peter Jessen und Dirk Rennekamp vom Ortsverband der Grünen begrüßt. „Wir unterstützen die Aktion“, so Jessen. Die Barmstedter Stadtvertretung habe bereits eine Resolution, die an die bekannte Korbacher Resolution gegen Fracking angelehnt ist, beschlossen.

„Wir wollen keine Seismik, wir wollen keine Vorbereitungen für Ölförderung, wir wollen letztendlich kein Fracking“, betonte Albrecht. Die BI hoffe, dass alle Grundstückseigentümer und auch die Gemeinden die Info-Schilder und auch „Betreten verboten“-Schilder auf die von der Firma angepeilten Flächen aufstellen. Mit dem Interesse aus der Bevölkerung und dem Aufstellen der Hinweistafeln soll der Firma Widerstand entgegengesetzt und von vornherein Wind aus den Segeln genommen werden.

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„In Hörnerkirchen und Lutzhorn stehen bereits etliche Verbotsschilder auf Privatflächen“, so Albrecht. Auch Heedes Bürgermeister Reimer Offermann habe seine Bereitschaft signalisiert, in seiner Gemeinde Schilder aufzustellen. „Die Firma kann allerdings auch mit ihren 25-Tonnen-Fahrzeugen auf Straßen ausweichen, wenn ihr Grundstücke verwehrt werden“, so Albrecht. „Die Firma stellt dafür einen Betriebsplan auf, dem die Gemeinden oder auch der Kreis zustimmen müssen, was sie hoffentlich nicht tun werden“, sagte er.

Etwa bei Waldstücken müsse die rot-grüne Regierung des Landes Farbe bekennen. Er verweist auf Sittensen im Landkreis Rotenburg in Niedersachsen, wo heftiger Widerstand aus der Bevölkerung zum Erfolg geführt hat. „Das möchten wir auch erreichen und hoffen, dass noch mehr Leute mit uns Kontakt aufnehmen, um die Maßnahmen der Firma zu verhindern“, sagte Albrecht.

Weitere Informationen zur BI und den geplanten Aktionen gibt es beim Gesamttreffen der Initiative am Dienstag, 11. August, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Zur Tankstelle“ in Brande-Hörnerkirchen. „Alle Interessierten sind eingeladen“, so Albrecht.

Auf Anfrage betonte PRD Energy vor Kurzem, bei den Karten handele es sich lediglich um Skizzen und keine konkreten Pläne für seismische Untersuchungen.  Im Erlaubnisfeld Bramstedt – in dem auch Barmstedt und weitere umliegende Gemeinden liegen – seien bisher keine Anstrengungen für die Durchführung einer Seismik unternommen worden. Demnach liege auch keine endgültige Positionierung von Messlinien vor.  Sollte zukünftig eine Seismik geplant werden, dann würde die räumliche Festlegung des Messprogramms immer erst im Zuge von weiteren ökonomisch-geologischen Betrachtungen und unter Berücksichtigung aller naturschutzfachlicher und raumplanerischer Aspekte erfolgen. Derzeit hat PRD Energy sämtliche Explorationstätigkeiten für  das Jahr 2015 in Schleswig-Holstein unterbrochen.
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