Einstimmiges Votum : Bevern strebt erneut Kündigung im Zweckverband an

Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau wird von einem Zweckverband getragen, in dem acht Kommunen Mitglied sind.
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Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau wird von einem Zweckverband getragen, in dem acht Kommunen Mitglied sind.

Gemeinde will Mitgliedschaft im Zweckverband für Seniorenheim Barmstedt/Rantzau beenden.

shz.de von
01. März 2018, 13:00 Uhr

Bevern | Die Gemeinde Bevern möchte weiterhin ihre Mitgliedschaft im Zweckverband für das Alters- und Pflegeheim Barmstedt/Rantzau kündigen. Während ihrer jüngsten Sitzung votierten die Gemeindevertreter einstimmig dafür, die Kündigung aufrecht zu erhalten. Der Zweckverband mit seinen acht Mitgliedskommunen – sieben aus dem Amtsbezirk Rantzau und die Stadt Barmstedt – ist Träger des Seniorenheims am Rantzauer See in Barmstedt.

Hohe Fehlbeträge

Bevern hatte bereits in der Vergangenheit die Kündigung der Mitgliedschaft ausgesprochen, diese sei aber abgelehnt worden, berichtete Bürgermeister Johann Hachmann während der Sitzung. Einer der Gründe für die Kündigung waren die hohen Fehlbeträge gewesen, die das Seniorenheim vor mehreren Jahren verbuchen musste, und die auf die Kommunen umgelegt wurden. Von Seiten der Gemeinde sei nach der zurückgewiesenen Kündigung um Gespräche über die weitere Zusammenarbeit gebeten worden, so Hachmann und der Sozialausschussvorsitzende Jens Kühl. Allerdings sei die Bitte vom Verband ignoriert worden, kritisierte die Gemeindevertretung. Hachmann sprach sich dafür aus, bei der Führung des Heims einen externen Partner hinzuzuziehen, auch weil es aus seiner Sicht keine alleinige kommunale Aufgabe mehr sei, ein Pflegeheim zu führen. Der Seniorenpark am Rantzauer See ist das letzte Heim im Kreis Pinneberg und eines der wenigen in Schleswig-Holstein, das kommunal geführt wird.

Kühl wies darauf hin, dass sich die Jahresabschlüsse in den vergangenen Jahren stark verbessert hätten. „Zur Zeit sieht es sehr gut aus“, sagte er. 2012 hatte das Seniorenheim noch einen Fehlbetrag von 900 000 Euro ausgewiesen, mittlerweile habe man es geschafft, in einen leichten Plusbereich zu kommen. Nun habe es aber aufgrund eines Wasserschadens Probleme gegeben. „Das führt zu einer Unterbelegung. Man geht aber davon aus, dass die Kosten von der Versicherung übernommen werden.“ Fraglich sei aber, ob der positive Trend erhalten bleiben könne – auch weil das Haus mittlerweile vier bis fünf Jahre alt sei und das Investitionen nötig machen könnte, so Kühl.

Ausstieg schwierig

Der Sozialausschussvorsitzende unterstrich auch, dass es im Seniorenheim hervorragendes Personal gebe. Aufgrund einer tariflichen Einigung hätten die Mitarbeiter zudem auf Geld verzichtet. So war unter anderem das Defizit verringert worden. „Die Personalkosten werden nach dem Haustarif wieder steigen“, sagte Kühl. Ein Ausstieg aus dem Zweckverband sei aber nach wie vor schwierig, waren sich die Gemeindevertreter einig. Der Grund: Er ist nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in der Versammlung möglich.

Im Zuge der Sitzung kündigte der Bürgermeister weiter an, dass die Erschließungsarbeiten im B-Plan-Gebiet Barmstedter Wohld voraussichtlich am 5. März beginnen sollen. Enden sollen die Arbeiten am 31. Mai. „Wir hoffen, dass das witterungsbedingt so möglich ist“, sagte er. Insgesamt fünf Grundstücke bietet das Neubaugebiet.

Ob es in der Gemeinde möglich ist, Krippenplätze einzurichten, darüber will die Kommune gemeinsam mit Bullenkuhlen sprechen. Dann soll auch der entsprechende Bedarf ermittelt werden. Für ein geplantes Wohn- und Gewerbegebiet an der Hauptstraße soll zudem eine passende Fläche erworben werden, berichtete der Bürgermeister.

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