Seniorenheim Barmstedt/Rantzau : Bestnote für den Seniorenpark

Viermal 1,0: In allen Teilbereichen schnitt das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau sehr gut ab und erhielt auch als Gesamtnote die 1,0. Die Bewohner äußerten sich ebenfalls lobend über das Heim.
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Viermal 1,0: In allen Teilbereichen schnitt das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau sehr gut ab und erhielt auch als Gesamtnote die 1,0. Die Bewohner äußerten sich ebenfalls lobend über das Heim.

MDK Nord vergibt nach unangekündigter Prüfung eine 1,0 an das Haus an der Marktstraße

shz.de von
25. Juni 2014, 16:00 Uhr

17 Quadratmeter groß ist das Zuhause von Helga Wohlers-Barbosa-Vela im Seniorenheim Barmstedt/Rantzau. 17 Quadratmeter, auf denen sie sich sehr wohl fühlt. „Mein Zimmer hat eine wunderschöne Aussicht, ich habe ein eigenes Bad und das Personal ist lieb und nett“, berichtet die Barmstedterin. Gerade das große Badezimmer stehe bei ihr an erster Stelle, so Wohlers-Barbosa-Vela weiter. „Ich fühle mich wohl hier.“ Das Empfinden der Seniorin spiegelt sich in der Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Nord (MDK Nord) wider: Drei Prüfer haben den Seniorenpark am 22. und 23. April unangemeldet besucht und geprüft. Das Barmstedter Haus erhielt zum Schluss die Gesamtnote 1,0. „Wir freuen uns sehr, dass wir so gut abgeschnitten haben“, so Geschäftsführer und Heimleiter Christoph Merker.

Das endgültige Ergebnis liegt seit dem 17. Juni vor und ist auch im Internet veröffentlicht worden (siehe Info-Kasten). In das Gesamtergebnis fließen bis zu 59 Kriterien ein. Bewertet wurden dabei die Pflege und medizinische Versorgung, der Umgang mit demenzkranken Bewohnern, die soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene. In allen vier Teilbereichen bekam das Haus eine 1,0. „Dazu gab es eine Befragung der Bewohner“, so Merker weiter. Das Ergebnis – ebenfalls eine 1,0 – fließe nicht in die objektive Beurteilung ein, „für uns ist das aber sehr wichtig, denn es spiegelt das Empfinden der Bewohner wider“, erläutert Merker.

Rechtliche Grundlage für die Prüfung ist der Paragraph 114 des Sozialgesetzbuches. „Das Hauptaugenmerk liegt auf der Pflege“, sagt Merker, „die anderen Bereiche sind aber auch nicht unwichtig. Die Verpflegung zum Beispiel trägt besonders zum Wohlempfinden des Bewohners bei.“ Auch abseits der strukturierten Prüfung hätte sich eine Prüferin lobend über die Mitarbeiter geäußert. Sie habe vor allem die Ruhe und Gelassenheit des Personals bei der Arbeit hervorgehoben.

Die Prüfungsbedingungen seien in diesem Jahr weiter verschärft worden, so Merker. „In den vergangenen Jahren sollte der MDK das kurzfristig ankündigen“, berichtet er. „Jetzt kündigen sie sich gar nicht mehr an.“ Grundsätzlich sei das kein großes Problem, so Merker. Dennoch tendiere er dazu, dass sich die Prüfer 24 Stunden im Vorhinein melden – damit man beim Personal entsprechend mit mehr Mitarbeitern planen könne – und Zeit für die Prüfer sowie einen Puffer für das normale Tagesgeschäft habe. „Neun Personen wurden bei uns während der Prüfung nach dem Zufallsprinzip ausgewählt“, so Merker weiter. Drei seien es aus jeder Pflegestufe. Die Prüfung ohne kurzzeitige Voranmeldung sei daher eigentlich unnötig. „Wir können in 24 Stunden nicht 91 Leute vorbereiten.“

„Über die gute Bewertung freuen wir uns intern sehr“, berichtet Merker. Die vorgeschriebene Qualität werde in allen Punkten eingehalten. Letztlich solle die Note als Entscheidungshilfe für Interessenten dienen. „Wir können uns nicht mehr verbessern“, sagt Merker. „Wir dürfen uns aber auch nicht verschlechtern.“ Die nächste Prüfung wird voraussichtlich in etwa einem Jahr sein.

Info: Ergebnisse im Internet

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Nord (MDK Nord) führt im Auftrag der Landesverbände der Pflegekassen in stationären, teilstationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein jährlich etwa 1500 Qualitätsprüfungen gemäß Paragraph 114 SGB XI durch. Über die Qualitätsprüfung erstellt der MDK Nord einen Transparenzbericht, der  auch im Internet veröffentlicht wird. Die Berichte sind unter www.aok-gesundheitsnavi.de, www.bkk-pflege.de, www.der-pflegekompass.de oder www.pflegelotse.de zu finden. Insgesamt gibt es laut Prüfbericht 614 Pflegeeinrichtungen in Schleswig-Holstein, davon geprüft worden sind dieses Jahr bislang 202.  Die Durchschnittsnote liegt bei 1,4.

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