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Barmstedter Zeitung

25. September 2017 | 10:07 Uhr

Ausbildung : Bester Hörakustiker kommt aus Höki

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Kevyn Kogel legt deutschlandweit die beste Gesellen-Prüfung ab. Gelernt hat der 24-Jährige in Pinneberg.

Barmstedt | Physik- und Mathe-Kenntnisse, handwerkliches Talent, technisches Verständnis und Geschick im Umgang mit Menschen: All diese Fertigkeiten benötigt Kevyn Kogel aus Brande-Hörnerkirchen für seinen Beruf. Der 24-Jährige hat vor Kurzem seine Prüfung zum Hörakustiker-Gesellen abgelegt. Und das mit großem Erfolg: Von 657 jungen Menschen, die bundesweit den Gesellenbrief erhielten, legte Kogel die beste praktische Prüfung und somit auch die insgesamt beste Prüfung ab. „Ich habe viel Spaß daran, anderen Menschen zu helfen“, sagt er über seinen Job.

Als Hörakustiker führt der 24-Jährige Hörtests durch, berät Menschen mit Hörproblemen und baut anschließend die notwendigen Hörgeräte. Absolviert hat Kogel seine Ausbildung bei Fielmann in Pinneberg. Zuvor hatte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus gemacht. Da er sich zudem für Technik und Physik interessiere, sei er so zu dem eher ungewöhnlichen Beruf gekommen, erzählt der Hörnerkirchener.

816 Prüflinge habe es deutschlandweit insgesamt gegeben, berichtet Kogel. Die Aufgaben hätten alles abgedeckt, was er während seiner dreijährigen Ausbildung in Pinneberg gelernt habe. „Wir mussten Hörtests durchführen, ein Hörgerät einstellen und ein Beratungsgespräch führen. Letzteres gab am meisten Punkte“, berichtet Kogel. Im Anschluss mussten die angehenden Gesellen Ohrabmessungen machen und Ohrplastiken fräsen – „auf Zeit“, wie Kogel unterstreicht. Auch Löten und die Fehlersuche bei Defekten an Hörgeräten gehörten zu den gestellten Aufgaben. Letztlich habe sich die Prüfung, die in Lübeck stattfand, über eine ganze Woche gezogen.

In seinem Job müsse er sich mit der neuesten Technik auseinandersetzen, so Kogel. Denn Hörgeräte könnten heutzutage viel mehr, als nur die Umweltgeräusche zu verstärken. „Sie lassen sich mit dem Fernseher verbinden, man kann sogar damit telefonieren“, berichtet er. Die Auswahl sei groß, das Beratungsgespräch daher sehr wichtig. „Wir müssen herausfinden: Was braucht der Kunde?“ Auch Gehörschutz für Menschen, die regelmäßig starken Lärmquellen ausgesetzt sind, fertige ein Hörakustiker an.

Lange wird Kogel allerdings nicht mehr im Norden des Kreis Pinnebergs wohnen: Nach der abgeschlossenen Ausbildung hat er nun ein Hörtechnik- und Audiologie-Studium an der Jade-Hochschule in Oldenburg begonnen. „Eine Wohnung habe ich schon“, so Kogel. Später würde er gern im medizinischen Bereich beispielsweise in einer Klinik arbeiten. „Daher das Studium.“ Bei Menschen, die überhaupt nicht mehr hören könnten, seien Implantate die derzeit einzige Lösung. Damit würde er sich künftig gern beschäftigen.

Freizeit habe er in der Vergangenheit leider wenig gehabt, sagt er. Wenn er frei habe, treffe er sich gern mit Freunden, lese, höre Musik oder verbringe Zeit mit seiner Freundin.

„Wir haben uns in Pinneberg kennengelernt. Sie macht dieselbe Ausbildung und ist jetzt im zweiten Lehrjahr.“ Zudem gehe er auch gern in die Disco zum Feiern – „aber mit Gehörschutz“, sagt Kogel schmunzelnd. Denn höre sich nach einem Disco-Besuch alles wie in Watte gepackt an, sei die Musik auf jeden Fall zu laut gewesen, was später dauerhafte Schäden hervorrufen könne.

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