Beruf und Ehrenamt im Einklang

Hans-Jürgen Kublun weiß nicht nur als Bürgermeister genau, wo er ansetzen muss.
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Hans-Jürgen Kublun weiß nicht nur als Bürgermeister genau, wo er ansetzen muss.

Lutzhorns Bürgermeister Hans-Jürgen Kublun hat seine dritte Legislaturperiode als Gemeindeoberhaupt begonnen

shz.de von
21. August 2018, 11:52 Uhr

Sie sind Chefs und Repräsentanten ihrer jeweiligen Kommunen: Die Bürgermeister in den Gemeinden rund um Elmshorn erledigen ihre Arbeit ehrenamtlich. Unsere Zeitung stellt im Zuge einer Serie die Menschen vor, die hinter den Ämtern stehen. Heute: Hans-Jürgen Kublun aus Lutzhorn.


Bereits seine dritte Legislaturperiode als Bürgermeister begann mit der Wiederwahl im Juni für den Lutzhorner Hans-Jürgen Kublun. Der ehemalige Bürgermeister Hans Kruse hatte ihn Ende der 1980er-Jahre angesprochen: „Du musst dich als Handwerker und Landmaschinenmeister für das Dorf engagieren und für ein Mandat im Gemeinderat bei der nächsten Kommunalwahl bewerben.“

„Ich hatte zuerst überhaupt keine Meinung und vor allem gar keine Zeit für das Ehrenamt, denn mein Vater war schon 1981 früh verstorben, und der Landmaschinenbetrieb forderte meine ganzen Kräfte als junger Meister – mit nicht einmal 30  Jahren“, erklärt Kublun. Was er von der Gemeindepolitik wusste, hörte er „nebenbei“ von vielen Kunden, wenn sie mit ihm im Betrieb ins Gespräch kamen. Doch zur Kommunalwahl 1990 hatten ihn dann viele Bürger der Gemeinde überzeugt.

„Seit Mitte der 1960er-Jahre gibt es in der Gemeinde die Freie Wählergemeinschaft. Hier wurde ich Mitglied und auch sofort von weiteren Mitgliedern zum Gemeindevertreter vorgeschlagen“, so Kublun. 1990 hatte die Gemeinde Lutzhorn von der Einwohnerzahl her neun Vertreter. Drei altgediente Vertreter kandidierten nicht wieder, und drei junge Mitglieder rückten nach. Auch das Amt des Bürgermeisters war vakant geworden, und einstimmig wählten sie dann Werner Kock zum Gemeindeoberhaupt. „Ich selbst wurde in verschiedene Ausschüsse gewählt. Dabei konnte ich viel kommunalpolitische Erfahrung sammeln“, so Kublun weiter.

Die Jahre vergingen, es gab vieles nach dem Stopp der Flughafenplanung Kaltenkirchen nachzuholen. Ältere Gemeindevertreter schieden aus, andere kamen wieder dazu. Im Jahr 2008 kandidierte auch Bürgermeister Kock nach 18 Jahren Amtszeit nicht wieder. Inzwischen war die Einwohnerzahl der Gemeinde angewachsen, und die Gemeindevertretung bestand aus elf Frauen und Männern. Die Wahl zum Bürgermeister im Jahr 2008 änderte doch vieles in seinem
Leben.

„Ich habe vorher lange überlegt, ob ich das Ehrenamt annehme. Doch es musste ja weitergehen mit der Gemeindearbeit. In den 18 vorangegangenen Jahren hatte ich schließlich auch einen guten Einblick in die Kommunalarbeit bekommen. Der Bau einer Biogasanlage beschäftigte uns zunächst, der Kindergarten wurde dank der Zuschüsse vom Konjukturprogramm 2 neu gebaut, das Baugebiet Buchenweg erschlossen und bebaut. Außerdem war uns in Lutzhorn
der Erhalt der Grundschule außerordentlich wichtig. Ein Zusammenschluss mit der Schule in Klein Offenseth- Sparrieshoop wurde vorangetrieben und letztlich zur aller Zufriedenheit beschlossen.

Die Erhaltung und Pflege des ausgedehnten Straßen und Wegenetzes war immer
wieder im Gemeinderat ein Thema. Auf Grund meines Landmaschinenbetriebs mit 15 Mitarbeitern – darunter fünf Auszubildende – habe ich auch in diesem Jahr lange überlegt, ob ich weiter mache“, erläutert Kublun. Doch der Zuspruch aus der Bevölkerung war überaus groß.

„Nun also packen wir es an. Ein neues Baugebiet entsteht am Lindenweg, der Breitbandausbau muss ebenfalls noch in Lutzhorn vollendet werden, und den alltäglichen Dingen wie Grundschule, Feuerwehr sowie das rege Vereinsleben der verschiedenen Sparten muss natürlich auch weiterhin Beachtung geschenkt werden.“

Hans-Jürgen Kublun wurde 1954 in Lutzhorn geboren. Er besuchte die damalige Volksschule Lutzhorn und begann die Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker mit 14 Jahren im Betrieb von Steenfatt in Klein Offenseth- Sparrieshoop. Ab 1. Juni 1972 war er bei den Heeder Landmaschinen beschäftigt, ab August 1972 besuchte er die Meisterschule in Lüneburg. Anschließend war er im Betrieb des Vaters bis zu dessen Tod 1981 beschäftigt. Danach übernahm er den Betrieb mit seinen umfangreichen Aufgaben. Sein erster Lehrling war Ingo Schlüter aus Langeln, der inzwischen schon in Rente ist.Die Ausbildung des Nachwuchses in der Branche lag Kublun stets am Herzen: Von 2002 bis 2012 war er Vorsitzender der Prüfungskommission. Die beiden großen Aufgaben Betrieb und Ehrenamt konnten beim Verzicht auf Privatleben gut
erfüllt werden.

Zu großen Urlauben fehlt ihm aber die Zeit. Doch hin und wieder nimmt sich der Bürgermeister eine kurze Auszeit an der Ostsee beim Segeln oder an der Nordsee auf der Insel Helgoland.

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