Sommerserie: Rechts und links vom Krückauwanderweg : Beliebter Treffpunkt: Heedes Raststation am Wanderweg

Gäste im Heeder Melkhus: Kristof Rander (stehend, Mitte) kauft bei Bernd und Anke Huckfeldt Eis für seine Söhne Mats (links) und Bosse.
Gäste im Heeder Melkhus: Kristof Rander (stehend, Mitte) kauft bei Bernd und Anke Huckfeldt Eis für seine Söhne Mats (links) und Bosse.

Mit Hilfe der Aktivregion Holsteiner Auenland war vor acht Jahren das Melkhus nahe der Krückau eingerichtet worden.

shz.de von
14. August 2018, 16:00 Uhr

Heede | Von Langeln per pedes oder Rad über Barmstedt nach Elmshorn, ohne eine Hauptstraße zu nutzen – das ist ab sofort möglich. Vor wenigen Tagen wurde in Heede ein neuer Fuß- und Radweg fertiggestellt, der Teil des Krückauwanderwegs werden soll. Bislang führte die Strecke von Elmshorn nach Barmstedt, nun soll der Wanderweg bis zum Ochsenweg in Langeln verlängert werden. Unsere Zeitung hat das Projekt zum Anlass genommen, sich entlang des Weges umzuschauen. Unsere Geschichten „rechts und links vom Krückauwanderweg“ haben wir in einer Serie zusammengefasst, die bis einschließlich Montag, 20. August, laufen wird. Heute geht es um den Hof von Anke und Bernd Huckfeldt und das angeschlossene Melkhus, eine Raststation für Wanderer und Fahrradfahrer.

Idyllisch an Seitenwegen gelegen

In der Nähe des neu geplanten Krückauwanderwegs in Heede liegt idyllisch an Seitenwegen der Bauernhof von Bernd und Anke Huckfeldt. Er ist seit 1705 in Familienbesitz. Anlaufpunkt für viele Wanderer, Radfahrer und Reiter ist das von den beiden seit acht Jahren betriebene Melkhus an der Straße Heeder Tannen. Das gerade neu gebaute Teilstück des Krückauwanderwegs hat bereits die ersten Ausflügler angezogen. Zwei Frauen aus Barmstedt haben das neu eröffnete Teilstück zwischen dem Gewerbegebiet Barmstedt/Heede durch Wiesen bis zum Melkhus genutzt. „Wir kommen wieder“, sagen sie beim Abschied. Auch der Heeder Kristof Rander schlendert mit seinem Sohn Bosse und dessen Freund Mats vorbei und spendiert den beiden Jungen ein Eis. Und auch sonst ist am Melkhus jede Menge los: „Der Waldkindergarten macht häufig einen Ausflug zu uns, die Kinder essen Eis und streicheln die Kälber“, sagt Anke Huckfeldt.

 

Das Projekt Melkhus war Anfang der 2010er-Jahre über die Aktivregion Holsteiner Auenland realisiert worden – genau wie jetzt das neue Teilstück des Krückauwanderwegs. Die Fördersumme betrug rund 5200 Euro, was laut Angaben der Aktivregion 35 Prozent der Nettokosten entsprach. Im angrenzenden Schuppen haben die Huckfeldts Sanitäranlagen eingebaut. Und im Außenbereich des Melkhuses können Kinder schaukeln oder im Sand buddeln. In Sichtweite muhen Kühe auf der Weide. Lässt man den Blick weiter schweifen, bleibt dieser an einem saftigen Grünstreifen hängen. „Dort verläuft die Krückau“, so Bernd Huckfeldt. Ziel des Projekts war es unter anderem, eine attraktive Rast- und Verpflegungsmöglichkeit für Radtouristen zu schaffen. „Wir bieten Getränke, Kaffee sowie Frisches aus Milch, Joghurt und Quark und auch Eis an“, erzählt Anke Huckfeldt. Im Melkhus ist Selbstbedienung, aber sonntags sind die beiden vor Ort.

47 Hektar mit Grasschnitten und Maisanbau

Außer dem Melkhus bewirtschaften die Huckfeldts ihren Hof. „Die anhaltende Trockenheit macht uns Landwirten schwer zu schaffen“, sagt er. Seine Kühe bräuchten viel zu trinken. Er füttere auch zu, zum Glück habe er noch Reserven aus dem vergangenen Jahr. „Aber ich habe früher als geplant Kälber verkauft“, so Huckfeldt. Insgesamt bewirtschaftet die Familie 47 Hektar mit Grasschnitten und Maisanbau als Futter für die Kühe und für eine Biogasanlage. „Der erste Grasschnitt brachte 20 Prozent weniger Ertrag, der zweite 50 Prozent, der dritte entfällt wohl, beim Mais rechne ich auch mit 50 Prozent Verlust“, sagt Huckfeldt und schüttelt ob der Wetterkapriolen den Kopf. „2017 standen die Kühe im Matsch, in diesem Jahr stehen sie auf verdorrten Weiden.“ Von den jetzt angedachten Subventionen für die Ernteausfälle halte er gar nichts. „Wir wollen keine Almosen vom Staat, wir wollen für unsere Produkte vernünftig bezahlt werden und von unserer Arbeit leben können“, sagt der Ortsbauernvorsteher mit Nachdruck.

2013 die Milchwirtschaft aufgegeben

Zurzeit hat er 25 Mutterkühe, die Kälber bleiben sieben bis neun Monate bei ihnen. „Die Bullenkälber kommen zur Mast, aber ich bringe sie auf Weiden eines anderen Bauern in Barmstedt, so dass ein langer Transportweg entfällt“, so Huckfeldt. 2013 hat er die Milchwirtschaft aufgegeben. „Ich spare damit fünf Stunden Zeit am Tag ein, und das sieben Tage in der Woche“, rechnet er vor. Vorher habe er je zwei Stunden morgens und abends gemolken und sich eine Stunde um die Kälber gekümmert. Diese Arbeit hat er gemeinsam mit seiner Frau 40 Jahre lang geleistet. „Jetzt produziere ich gutes Fleisch, denn die Kühe bewegen sich frei auf der Weide“, so Huckfeldt. „Auf meinen Weiden fühlen sich Kiebitze und andere Vogelarten wohl. Wir Bauern tun eine Menge für den Erhalt der Natur“, sagt er.

 

Die jüngste seiner drei Töchter studiert Landwirtschaft. „Kann sein, dass sie den Hof mal übernimmt und nach ihren Vorstellungen umgestaltet“, sagt Bernd Huckfeldt. Seine Töchter wohnen mit ihren Familien auf dem Hof. „Es klappt gut. Gegenseitige Hilfe, aber auch Abstand werden gelebt.“ Viel Freude haben sie mit ihren vier Enkeln, die bereits die elfte Generation auf dem Hof sind.

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