zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

23. Oktober 2017 | 07:14 Uhr

Bekommt Elmshorn eigenes Klärwerk?

vom

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Elmshorn | Die Einladungen an die Presse waren verschickt. Die Unterlagen zur Sitzung des Ausschusses für Stadtwerke und kommunale Dienstleister im Internet abrufbar. Alles lief routinemäßig, bis zu den nicht öffentlichen Punkten der Tagesordnung. Dort stand etwas, das nicht hätte öffentlich erwähnt werden sollen und nun für kleine bis große Spekulationen sorgt. Demnach überlegt die Stadt Elmshorn, bei der Abwasserentsorgung ihren eigenen Weg zu gehen. Nach nahezu 40 Jahren könnte Elmshorn so wieder ein eigenes Klärwerk bekommen.

"Ganz ruhig", sagt Stadtrat Volker Hatje. Es sei weder ein Beschluss gefasst, noch wolle man irgendwelche Pferde wild machen. Der Ausschuss habe lediglich über eine Grundsatzfrage gesprochen, ob es für die Stadt Elmshorn "wirtschaftlich sinnvoll ist, sich mit dem Thema überhaupt zu beschäftigen." Hatje weiter: "Es ist nichts Konkretes. Nichts Aktuelles." Lediglich solle festgestellt werden, ob sich die Stadtentwässerung strategisch mit der Frage auseinandersetzen soll.

Hintergrund: Bis zu 45 000 Kubikmeter Abwasser kann die Stadt insgesamt pro Tag ins Klärwerk Hetlingen liefern. Das ist eine Menge, die nur wenige Male im Jahr erreicht wird. Wenn aber die Pumpen bei extremen Regenfällen der Masse nicht mehr Herr werden, Hetlingen nichts mehr abnehmen kann, drückt das Wasser teils aus der Kanalisation auf die Straßen.

Derartige Überflutungen gab es in der Vergangenheit immer mal wieder in der Innenstadt. Verschiedene hydraulische Messungen im Stadtnetz sollen aktuell Aufschluss darüber geben, wo in der Stadt überall solche Gefahrengebiete existieren. Ob ein Ausbau der vorhandenen Kanäle im Stadtgebiet sowie der Abwasserdruckleitungen nach Hetlingen wirtschaftlich vertretbar sind, soll in diesem Zusammenhang untersucht werden. Es geht bei all dem Abwasser selbstverständlich auch ums Geld.

1977 wurde Elmshorns letzte Kläranlage an der Kruck weitestgehend stillgelegt. Reste der alten Rückstaubassins wurden zudem erst 2011 zur weiteren Nutzung für 1,3 Millionen Euro saniert. Dort fließt das meiste Abwasser der Stadt zusammen, um über ein Pumpwerk des Abwasserzweckverbandes (AZV) in die Leitungen zum Klärwerk in Hetlingen befördert zu werden. Insgesamt sollen laut Schätzungen der Stadt in 2013 etwa 4,17 Millionen Kubikmeter Elmshorner Abwasser nach Hetlingen fließen. Der AZV erhält dafür rund fünf Millionen Euro von der Stadt Elmshorn.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen