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Barmstedter Zeitung

23. August 2017 | 06:39 Uhr

Beim Tanzen begann ihre Liebe

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Fest Inge und Hans Böge aus Lutzhorn feiern heute ihre Eiserne Hochzeit / Beide lernten sich 1949 im Hotel „Grüner Wald“ kennen

Seltenes Fest in Lutzhorn: Inge und Hans Böge feiern heute ihre Eiserne Hochzeit. „Wir sind dafür sehr dankbar und freuen uns über jeden neuen Tag, der uns geschenkt wird“, sagen die beiden. Vor fünf Jahren hatte das Paar seine Diamantene Hochzeit mit Nachbarn und der großen Familie gefeiert. „Und nun sind schon wieder einige Jahre vergangen, die wir gemeinsam erleben durften“, so die Böges.

„Eiserne Hochzeit – warum heißt die so?“, fragt der Jubilar verschmitzt. „Wahrscheinlich darum, weil alle Gelenke nicht mehr so gelenkig sind in unserem Alter. Da hat sich schon an einigen Stellen Rost gebildet“, so Hans Böge lachend. Kennengelernt hatte sich das Paar bei einem Tanzvergnügen im damaligen Hotel „Grüner Wald“ in Vossloch. Es war ein Sonntag im März 1949. Die Kapelle Willi Röh aus Barmstedt intonierte den Schlager „Die Capri-Fischer.“ „Da sah ich die lütte schmucke Deern und forderte sie zum Tanz auf“, erinnert sich Hans Böge noch ganz genau. Er war damals 19 Jahre, sie war 18 Jahre alt. „Beim nächsten Tanz – einer Damenwahl – wurde ich gleich wieder von ihr aufgefordert – und das war der Beginn unserer Liebe.“

Hans-Böge wurde in Klein Offenseth-Sparrieshoop geboren, Inge erblickte in Barmstedt das Licht der Welt. 1952 heiratete das Paar. „Das Standesamt Rantzau war damals noch in der Reichenstraße“, erinnern sich die beiden. Die Feier habe im Elterhaus von Inge in Lutzhorn stattgefunden.

Das Lutzhorner Ehepaar hat in den vergangenen Jahrzehnten bei zahlreichen Firmen gearbeitet. Als Verkaufsfahrer einer Barmstedter Bäckerei verdiente Hans Böge zu Beginn seine Brötchen. Als in den 1950er-Jahren der Erdöl-Boom in der Region Barmstedt startete, war Böge ebenfalls mit dabei. Er wechselte Bohrköpfe, stand an der Bremse und sorgte dafür, dass das schwarze Gold kontrolliert abgepumpt werden konnte. „Ich habe dort viele interessante Erfahrungen gesammelt und habe gern auf dem Ölfeld gearbeitet“, sagte der Lutzhorner 2014 in einem Interview mit dieser Zeitung. „Wir verdienten damals sehr gutes Geld“, berichtet der Jubilar. Zehn Jahre lang blieb er in diesem Job. Anschließend war Böge bei der Barmstedter Firma Neufeind Saaten ebenfalls zehn Jahre tätig. Anschließend arbeitete er bis zur Rente noch 20 Jahre bei der Firma Rudloff Saaten – immer als Auslieferungsfahrer. So sei er kreuz und quer durch ganz Schleswig-Holstein gefahren.

Seine Frau Inge hingegen war zunächst im Haushalt, später bei der Barmstedter Schuhfabrik Gabor und anschließend in einem Hamburger Milchladen beschäftigt. „Die Milch wurde damals noch literweise verkauft und war nicht abgepackt“, berichtet sie.

Sechs Kinder hat das Ehepaar. 1967 bauten die Böges sich ein schmuckes Häuschen. Als die Kinder aus dem
Gröbsten heraus waren und einige bereits flügge und das Elternhaus verlassen hatten, bot sich für Inge Böge die Gelegenheit, bei der Friedhofsverwaltung bei Paul Harbeck anzufangen. 26 Jahre war sie dort bis zur Rente tätig.

Trotz der vielen Arbeit war Hans Böge noch ehrenamtlich in der Gemeinde tätig – zum einen im Vorstand des damaligen Sparclubs „Knickerbüdel“, zum anderen im Gemeinderat und viele Jahre im Vorstand der Freien Wählergemeinschaft Lutzhorn. Als Rentner nahmen die beiden zudem noch eine weitere Aufgabe wahr: Die Betreuung der Lutzhorner Senioren lag ihnen sehr am Herzen.

Die Eiserne Hochzeit will das Ehepaar im familiären Rahmen mit Kindern, Enkeln und fünf Urenkeln feiern.

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erstellt am 18.Jul.2017 | 11:38 Uhr

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