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Barmstedt : „Beim Bau muss was schiefgelaufen sein“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Wasserschäden und Schimmel: Die Stadt musste die Sporthallen an der Schulstraße sperren. Sämtliche Kurse und Punktspiele des BMTV fallen aus oder müssen verlegt werden.

Wolfgang Starr ist ratlos. „Ich kann das nicht verstehen. Da muss beim Bau was schiefgelaufen sein“, sagt er. Und meint: den Schimmelbefall und die neuen Feuchtigkeitsschäden in den Sporthallen an der Schulstraße. Die Stadt hat die Hallen deshalb seit gestern vorsorglich gesperrt. Für den BMTV, dem Starr seit kurzem vorsteht, bedeutet das: Sämtliche Kurse und Punktspiele fallen aus oder müssen verlegt werden.

Insgesamt seien rund 1000 Sportler aus diversen Sparten betroffen, schätzt Starr. „Wir werden versuchen, auf andere Hallen auszuweichen. Aber leicht wird das nicht, denn die Plätze sind überall belegt, und die anderen wollen ja auch ihren Sport betreiben – verständlicherweise.“ Zudem sei es aufwändig, die Übungsgeräte zu transportieren. Die Trampolin-Sparte wolle deshalb nach Norderstedt ausweichen, sagt Starr. Viele der BMTV-Gruppen würden aber vorübergehend gar nicht trainieren können, befürchtet er – und ärgert sich: „Die ganzen Ferien über war nichts. Jetzt geht die Saison los, und wir können nicht in die Hallen.“

Zwar waren die ersten Feuchtigkeitsschäden bereits Anfang Juli, also während der Sommerferien, entdeckt worden. Die Hallen blieben aber geöffnet, „und wir hatten gehofft, dass alles wegtrocknet“, so Starr. Stattdessen kamen Schimmel und neue Wasserschäden hinzu. „Es war zum Beispiel auch unter der Tribüne und den Fußleisten feucht“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Heins gestern. Das habe eine Besichtigung durch Gutachter ergeben. Dennoch sei die Sperrung eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Heins. „Wir gehen nicht von einer besonderen Gefahrenlage aus.“ Allerdings seien „bei empfindlichen Menschen Reaktionen nicht auszuschließen“. Wie lange die Hallen gesperrt sein werden, weiß keiner. Es werde „mit Hochdruck an weiteren Beprobungen gearbeitet“, sagte Heins. Die Ergebnisse würden allerdings erst in zehn bis 14  Tagen vorliegen.

Wer für die Beseitigung des Schadens aufkommen wird, ist ebenso unklar. „Das muss die Versicherung übernehmen“, meint Starr. Denn weder von der Stadt noch vom BMTV - dessen eigene, an die Sporthallen angrenzende Halle ebenfalls gesperrt wurde – „kann jemand dafür verantwortlich gemacht werden. Also hoffe ich, dass nicht wir auf den Kosten sitzen bleiben.“

Dass die Stadt die Hallen sperrt, kann Starr nachvollziehen. „Ändern kann man’s nicht, und die Gesundheit der Sportler geht vor.“ So sieht es auch Timm Schmidt, Pressewart der Handballer, die die größte Sparte im BMTV stellen. „Wir sind schließlich auch verantwortlich gegenüber unseren Gästen“, sagte er. Die Punktspiele, die heute beginnen, werden in die Heederbrookhalle verlegt. Auch das Training soll möglichst dort stattfinden. Voraussichtlich ersatzlos ausfallen wird die für heute geplante Saison-Eröffnungsfeier der Jugendmannschaften. „Dafür eignet sich die Heederbrookhalle leider nicht so gut“, bedauerte Schmidt – fügte aber an: „Wir nehmen das Ganze sportlich und hoffen nur, dass es bald in der Schulstraße weitergeht.“

Wie die 1000 Schüler der Grund- und Gemeinschaftsschule die sporthallenlose Zeit überbrücken werden, war gestern nicht mehr in Erfahrung zu bringen.

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erstellt am 31.Aug.2013 | 00:33 Uhr

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