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Wieder Telekom-Ärger : „Begegnungen der dritten Art“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ärzte genervt, Patienten verärgert: Eine Barmstedter Gemeinschaftspraxis war vier Tage telefonisch kaum erreichbar.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Wie in einem schlechten Film fühlten sich der Barmstedter Allgemeinmediziner Axel Plätzer, seine Kollegen, Mitarbeiter und Patienten in der vergangenen Woche. Grund: Die Gemeinschaftspraxis an der August-Christen-Straße war vier Tage lang telefonisch kaum zu erreichen. „Am Montag stellten wir gegen 7.45 Uhr fest, dass zwei unserer drei Telefonleitungen ausgefallen waren“, erzählte Plätzer gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Patienten, die anriefen, hätten zunächst allerdings noch ein Freizeichen gehört. „Die dachten, die Praxis hat es wohl nicht nötig, ans Telefon zu gehen – und wurden verständlicherweise sauer.“

Plätzer informierte umgehend die Telekom – mit der die Praxis einen Entstörungsvertrag hat, wonach Störungen innerhalb von acht Stunden behoben werden sollen. Doch nichts da: „Mir wurde gesagt: ,Das wird erst morgen was’“, so Plätzer

Am Dienstag sei denn auch ein Techniker erschienen. „Der meinte, es läge am Telefon oder am Verteiler. Mit einer Reparatur werde es aber heute nichts mehr.“ Die wurde Plätzer für „Mittwoch zwischen 14 und 18 Uhr“ angekündigt. „Ich setzte mich also in die Praxis, die nachmittags geschlossen hat, mit Blick auf die Eingangstür, und wartete.“ Es sei aber niemand erschienen. Um 17.30 Uhr rief er bei der Telekom an – wo denn der Techniker bleibe. Antwort: „Nun warten Sie doch mal ab, es ist doch noch nicht 18 Uhr.“ Um 18.15 Uhr rief Plätzer erneut an. „Nach einigem Hin und Her einigten wir uns darauf, dass der Techniker am Donnerstag kommen sollte. Und zwar nicht erst nachmittags, sondern zwischen 8 und 10 Uhr.“

Als am Donnerstag um 10 Uhr noch niemand aufgetaucht war, rief Plätzer wieder an. „Da behaupteten sie, sie hätten angekündigt, dass der Techniker zwischen 16 und 18 Uhr kommen soll.“ Was ihm tatsächlich – wie sich dann herausstellte – in einer zweiten sms mitgeteilt worden war. „In der ersten hatte noch 8 bis 10 Uhr gestanden.“ Als bis 18 Uhr immer noch kein Techniker zu sehen war, wurde es Plätzer zu bunt. Er drohte der Telekom, die Presse und – wegen des nicht erfüllten Entstörungsvertrags – einen Anwalt einzuschalten. Und siehe da: „Als wir am Freitagmorgen in die Praxis kamen, gingen die Telefone plötzlich wieder.“

Auf welche Weise die Störung „in einer Nacht- und Nebelaktion“ behoben wurde, ist Plätzer nach wie vor ein Rätsel. „Am Verteiler oder an der Anlage scheint es jedenfalls doch nicht gelegen zu haben. Denn dazu hätte jemand in die Praxis gemusst. Und die war definitiv von Donnerstagabend bis Freitag abgeschlossen.“ Die Telekom habe es aber nicht für nötig befunden, ihn über die Ursache und die Reparatur aufzuklären.

Am Freitag konnte Plätzer über die „Begegnungen und Gespräch der dritten Art“ mit den Telekom-Mitarbeitern schon wieder lachen. Die vier Tage (fast) ohne Anschluss aber seien für alle Betroffenen höchst ärgerlich gewesen. „Einige Patienten hatten sich sogar notgedrungen zu Fuß auf den Weg zu uns gemacht.“ Da auch das Bestellsystem „im Eimer war“, sei der Praxis zudem wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Eine vergleichbare Störung habe es seit 1995 – seit er in der Praxis arbeitet – noch nicht gegeben, sagte Plätzer. „Wir hatten wohl mal kleinere technische Probleme. Aber dass sich etwas so lange hinzog, das gab’s noch nie.“ Die Telekom hat sich gestern auf eine Anfrage unserer Zeitung hin noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

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