Übung in Gross Offenseth : Befreit nach 20 Minuten

Mit schwerem Gerät ausgestattet, hebeln die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Groß Offenseth die Tür des Kleinwagens auf, um eines der Unfallopfer – einen Dummy – zu befreien.
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Mit schwerem Gerät ausgestattet, hebeln die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Groß Offenseth die Tür des Kleinwagens auf, um eines der Unfallopfer – einen Dummy – zu befreien.

Wehren aus Groß Offenseth-Aspern und Klein Offenseth-Sparrieshoop üben die Abläufe bei einem schweren Verkehrsunfall mit einem Linienbus.

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04. Juli 2018, 16:00 Uhr

Gross Offenseth-Aspern | Ostholstein am vergangenen Sonnabend: Ein Reisebus und ein Rettungswagen stoßen auf einer Landstraße zusammen. 52 Menschen werden verletzt, ein Betreuer erliegt kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Dutzende Rettungskräfte sind im Einsatz. Unter dem Eindruck dieses Unglücks haben am Montagabend die Feuerwehren aus Groß Offenseth-Aspern und Klein Offenseth-Sparrieshoop die richtigen Abläufe bei einem schweren Verkehrsunfall trainiert. Auch im Szenario in Groß Offenseth war ein Bus in ein Unglück verwickelt. „Das Ganze ist sehr realistisch“, sagte Einsatzleiter Harald Hell, Wehrführer der Feuerwehr aus Groß Offenseth. „Es kann überall passieren.“

Zwei Autos und ein Linienbus waren laut Hell auf der Dorfstraße kollidiert. Sechs Verletzte sollten aus dem Bus, zwei weitere aus den Autos gerettet werden. Das habe gut geklappt, bilanzierten Hell und Sparrieshoops Wehrführer Gerd Schlüter. „Es hat etwa 20 Minuten von der Alarmierung bis zum Befreien der Personen gedauert“, sagte Schlüter. Die Übung war in drei Abschnitte aufgeteilt worden. Während sich die Einsatzkräfte aus Groß Offenseth um den Verletzten in einem Kleinwagen kümmerten, übernahm die Sparrieshooper Wehr das zweite Fahrzeug und den Bus, den die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein zur Verfügung gestellt hatten.

 

Um die Verletzten aus den Autos zu befreien, rückten beide Wehren mit Schere und Spreizer an. Mathis Müller von der Wehr aus Groß Offenseth-Aspern und Torben Steenfatt von der Sparrieshooper Wehr gehören zu den Einsatzkräften, die mit dem 25 bis 30 Kilogramm schweren Gerät im Notfall die Fahrzeuge öffnen müssen. „Man muss wissen, was man da tut“, sagte Steenfatt angesichts des Gewichts und der Kraft, die hinter den Werkzeugen steckt. Wichtig sei, dass der Patient dabei nicht weiter verletzt werde. Dazu haben die Wehren spezielle Schutzausrüstung wie Schilde und Decken, die die Insassen des Fahrzeugs vor Splittern schützen. Im Innern des Autos sitze stets ein Retter, der sich um den Patienten kümmere. Der Notarzt oder Rettungsdienst gebe im Einsatz dann das Kommando, ergänzt Müller. „Wir können sagen, was möglich ist.“ Bei Lebensgefahr könne auch eine sogenannte Sofortrettung notwendig sein, bei der das Unfallopfer so schnell wie möglich aus dem Wagen befreit werde. Wie lange die Befreiungsaktion andauere, sei unterschiedlich, so Steenfatt: „Wenn die Türen richtig verkeilt sind, dauert es länger.“ Zweimal habe er in seinen 20 Jahren als Feuerwehrmann mit schweren Gerät eingeklemmte Personen aus Wracks befreien müssen.

Die sechs Verletzten im Bus waren nicht eingeklemmt und wurden nach Behandlung durch die Feuerwehren zur Verletzten-Sammelstelle gebracht. „Die Patientenrettung aus dem Bus hat mir sehr gut gefallen“, lobte Schlüter am Ende der Übung. Mitglieder der Jugendwehr und Einwohner hatten die Verletzten gespielt.

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