Kunstausstellung in Barmstedt : Beeindruckende Reise ins Selbst

„Man wird in die Bilder hineingesogen“: Der Berliner Künstler Micha Krebs und sein Barmstedter Vernissagenpublikum, Tatjana Huse (links) und Claudia Sedelies.
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„Man wird in die Bilder hineingesogen“: Der Berliner Künstler Micha Krebs und sein Barmstedter Vernissagenpublikum, Tatjana Huse (links) und Claudia Sedelies.

Intime Blicke ins Ich: Die Ausstellung „Berlin Visionary II“ zeigt die surrealen Kunstwerke von Micha Krebs.

shz.de von
19. November 2013, 12:00 Uhr

Wenn Micha Krebs über seine Kunst spricht, spricht er von der Musik. Sie sei das Strukturgebende in allem, das Wesen unseres Seins. Die Bilder des Berliner Künstlers sind dann auch gemalte Musik – gewoben aus vielfach verschlungenen, in organischen Formen ausgearbeiteten Spiralen, die sie aus dem Alltag zu entrücken scheinen und eine umfassendere Art von Raum und Zeit aufspannen. Lässt man sich darauf ein, geht man auf eine Entdeckungsreise in das eigene Selbst. „Man wird regelrecht hineingesogen“, meint Claudia Sedelies, „je länger man die Bilder ansieht, desto mehr entdeckt man.“

Sphärische Klänge von Friedemann StampaSie gehörte zu den Gästen Karin Weißenbachers, die in ihrer Galerie Atelier III auf der Rantzauer Schlossinsel die aktuelle Ausstellung „Berlin Visionary II“ zu der beeindruckenden sphärischen Musik des Klangkünstlers Friedemann Stampa eröffnete. Gemeinsam mit Micha Krebs stellt die Galeristin darin auch den australischen, in Berlin und Wien arbeitenden Maler Leo Plaw vor, der seinen ganz eigenen, überraschenden Weg zwischen Figürlichkeit und Abstraktion geht.

Auch er führt den Betrachter mit seinen intimen, nur auf den ersten Blick verwirrenden Werken zur Introspektive: „Von überall her sagt man uns, wie wir zu sein haben. Ich möchte, dass wir über die Bilder in uns selbst hineinsehen, um uns zu finden.“ Und in der Tat muss man sich ganz freilassen und „mit der Kunst im Kopf spielen“, wie der Künstler sagt, um im Surrealen seiner Bilder die eigene, innere Realität sich entfalten zu sehen.

Innere Lebenswelten dargestellt Patrick Laas folgt ihm voller Neugier auf diesem Weg. Der Kulturausschussvorsitzende findet es überaus spannend, dass die Künstler ihre inneren Lebenswelten in einer Art darstellen, die jedem auf seine Weise zugänglich ist. Das sei eben der Charakter der Galerie: „Sie zeigt Kunst für jedermann –  und das auf hohem Niveau.“ Durch ihre Arbeit und ihr reiches Netzwerk mache Weißenbacher „Barmstedt zu einem großen Kulturstandort“.

Ganz im Sinne der Kultur verlässt man diese Ausstellung mit dem unbestimmten, beschwingenden Gefühl, dass sich etwas in einem selbst verändert habe.

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