Bevern/Ellerhoop : Baumschule klagt über die Baustelle - die Kunden bleiben aus

Schilderwald im Ortskern von Bevern: Hinweise der ansässigen Betriebe sollen verdeutlichen, dass die Baustelle für Kunden befahrbar ist – sie zählen als Anlieger.
Schilderwald im Ortskern von Bevern: Hinweise der ansässigen Betriebe sollen verdeutlichen, dass die Baustelle für Kunden befahrbar ist – sie zählen als Anlieger.

L110: Die Baustelle beeinflusst das Weihnachtsgeschäft und könnte für die Baumschule deshalb zu einem Problem werden.

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12. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Bevern/Ellerhoop | Das Weihnachtsfest rückt in greifbare Nähe, und das Geschäft im Einzelhandel und anderen Gewerbezweigen boomt. Doch es gibt auch Unternehmen, die sich über den bisherigen Verlauf der ansonsten umsatzstärksten Wochen des Jahres nicht wirklich freuen können. Dazu gehören in der Region zwischen Barmstedt und Ellerhoop der Hof Harder sowie die Baumschule Harder – beide ansässig an der Landesstraße 110 (L110) – und zwar an dem Teilstück, das derzeit für etwa 3,4 Millionen Euro aufwändig saniert wird und nur als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Ellerhoop befahrbar ist.

Trotz mehrfacher Bekanntmachungen in den vergangenen Wochen, dass die betroffenen Unternehmen jederzeit mit dem Auto erreichbar sind und die Baustelle offen ist, wagen es offensichtlich viele Bürger nicht, in diesen Bereich mit ihren Fahrzeugen zu fahren. Kein Wunder, denn in der Ortsmitte Beverns, wo die Baustelle beginnt, thront ein „Durchfahrt verboten!“-Schild. Anlieger dürfen die Baustelle allerdings befahren – und wer einen der Gewerbebetriebe ansteuert, zählt als Anlieger.

„Wir spüren einen deutlichen Rückgang an Kundenbesuchen“, klagt Andrea Harder-Greve, die mit ihrem Mann Marc Greve den Hof Harder führt. Zwischen Bevern und Ellerhoop werden die Tannenkulturen gezüchtet, und derzeit erlebt der Hof mit Tannengrün und Weihnachtsbäumen die Hauptgeschäftszeit. „Einige Kunden beklagen sich auch über längere Wartezeiten, die sie in Kauf nehmen müssen, wenn die Straße durch die Baufahrzeuge zeitweise total blockiert wird“, so Harder-Greve weiter. Ihr ist es wichtig, dass alle Kunden wissen, dass sie das Recht haben, zu ihrem Betrieb zu kommen. „Der Hinweis ,Anlieger frei‘ gilt auch für unsere Kundschaft“, betont Harder-Greve.

Weniger problematisch bewertet Johann Hachmann vom Geflügelhof Hachmann die Lage. Seiner Aussage nach lassen sich seine Kunden nicht abschrecken und finden nach wie vor zu dem Betrieb. „Das mag dadurch begründet sein, dass wir sehr viel auf Bestellung arbeiten, und dann den Kunden am Telefon deutlich erklären, dass sie zu uns kommen können“, so Hachmann. Kritisch sieht der Beverner Bürgermeister allerdings die Beschilderung rund um die Baustelle. „Die ist vielfach missverständlich, auch wenn die benachbarten Betriebe mit entsprechenden Hinweisschildern darauf aufmerksam machen, dass sie erreichbar sind“, erklärt Hachmann

Als absurd empfindet der Beverner Bürgermeister allerdings die Umleitungsschilder für Autofahrer, die aus Richtung Ellerhoop nach Bevern wollen. Anstatt, dass diese auf halber Strecke zwischen Ellerhoop und Hem-dingen über die Kreisstraße 10 (Hemdinger Straße) nach Bevern geführt werden, weisen die Umleitungsschilder einen wesentlich weiteren Umweg über Hemdingen, Heede und Barmstedt nach Bevern aus. Doch das ist laut Auskunft des Landesstraßenbaus darauf zurückzuführen, dass über eine Kreisstraße nicht umgeleitet werden darf.

Noch voraussichtlich bis Sommer 2015 wird das 2,7 Kilometer lange Teilstück der Landesstraße 110 zwischen Bevern und Ellerhoop ausgebaut. 15.000 Kubikmeter Boden müssen laut dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr dafür bewegt werden. Zudem verlegen die Straßenbauer 1300 Meter Kanal- und Rohrleitungen.
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