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Barmstedt : Baumfällaktion im Rantzauer Forst: Kritik vom Nabu

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Barmstedter Nabu hält das Vorgehen der Landesforsten für zu radikal – Vorwurf: Verkehrssicherungspflicht zu weit ausgelegt.

Barmstedt | Die Baumfällungen im Rantzauer Forst haben nicht nur etliche Bürger empört – auch der Barmstedter Nabu hält sie für übertrieben. „Wir haben eine andere Meinung zur Verkehrssicherheitspflicht“, sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Hans-Jürgen Raddatz im Gespräch mit unserer Zeitung. Wie berichtet, hatten die Landesforsten Mitte März entlang der Pinneberger Landstraße in Barmstedt und in Bokholt-Hanredder mehrere dutzend Bäume gefällt. Revierförster Ditmar Langer hatte das damit begründet, dass die Bäume alt gewesen seien, zum Teil Faulstellen aufgewiesen und deshalb auf die Straßen hätten stürzen können.

Er könne zwar nachvollziehen, dass Langer aus Sorge vor möglichen Regressansprüchen gehandelt habe, sagte Raddatz. Es gäbe aber auch eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs, die besage, dass bei gesunden Straßenbäumen selbst dann keine besonderen Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen, wenn ein erhöhtes Risiko besteht, dass Äste abbrechen könnten. „Dieser Auffassung schließen wir uns an“, so Raddatz.

Einen Vorteil haben die Fällungen aus Nabu-Sicht allerdings: „Durch das Auslichten kann sich ein Waldrandsaum bilden, der Insekten und Vögeln einen Lebensraum bietet“, sagte Raddatz. Langer hatte erklärt, die in mehreren Metern Höhe abgesägten Stämme – sogenannte Hochstubben – würden stehen bleiben, damit sich auf ihnen Insekten ansiedeln können.

Abgesehen von der unterschiedlichen Auffassungen über die Baumfällungen, laufe die Zusammenarbeit mit dem Forstamt gut, betonte Raddatz: Mit Einwilligung des Forstamts dürfe der Nabu so genannte Habitat-Bäume markieren. „Die sind besonders geschützt, weil sie vielen Tieren als Lebensraum dienen. Und wenn wir sie mit einem weißen Dreieck markieren, werden sie nicht gefällt.“

Die Umweltbehörde hat bei den Fällungen kein Mitspracherecht. „Das ist Sache der Landesforsten“, sagte ein Mitarbeiter. Die Behörde sei jedoch wegen Fragen zum Artenschutz informiert worden und vor Ort gewesen. Es seien aber keine Greifvögelnester betroffen gewesen. Langer war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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erstellt am 16.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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