Gemeindehaushalte : Bauland-Verkäufe bessern Bilanzen der Rantzauer Kommunen auf

Die Gemeinden des Amts Rantzau wollen in diesem Jahr laut Amtsdirektor Heinz Brandt voraussichtlich 55 Baugrundstücke zum Kauf anbieten. Das spiegelt sich stark in den Haushaltsplänen für das Jahr 2018 wider.
Die Gemeinden des Amts Rantzau wollen in diesem Jahr laut Amtsdirektor Heinz Brandt voraussichtlich 55 Baugrundstücke zum Kauf anbieten. Das spiegelt sich stark in den Haushaltsplänen für das Jahr 2018 wider.

Die zehn Gemeinden des Amts Rantzau präsentieren ihre Haushalts-Zahlen und stellen ihre weiteren Pläne vor.

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11. Januar 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Verkaufserlöse von Baugrundstücken sollen mehreren Kommunen des Amtsbezirks Rantzau in diesem Jahr Geld in die Kassen spülen. Bokholt-Hanredder rechnet im Haushalt für 2018 mit einem Überschuss von etwa einer Million Euro, Ellerhoop mit rund 346.000 Euro und Groß Offenseth-Aspern mit etwa 225.000 Euro. „Die geplanten Haushalte der zehn Gemeinden für 2018 sind sehr unterschiedlich“, sagt Carola Warncke, Kämmerin des Amts Rantzau. Allerdings: Ohne Verkaufserlöse wären sie bis auf wenige Ausnahmen alle nicht ausgeglichen. Und auch bei den geplanten hohen Überschüssen einiger Gemeinden durch die Verkaufserlöse von Baugrund gebe es Einschränkungen, berichtete Amtsdirektor Heinz Brandt vor Kurzem im Interview mit unserer Zeitung. „Abgesehen von den Erschließungskosten muss man auch an Folgeinvestitionen wie Kindergarten- und Schulplätze denken“, sagte er.

Die finanziellen Belastungen für die einzelnen Gemeinden seien erheblich, so Warncke weiter. „Schulkostenbeiträge und Kita-Plätze sind große Blöcke.“ Hinzu kämen Kreis- und Amtsumlage, die die Kommunen zahlen müssten. „Da lässt sich auch nicht dran drehen.“ Auf der anderen Seite stünden Erlöse durch Grund- und Gewerbesteuern, Schlüsselzuweisungen aus dem Finanzausgleich und auch die Grundstücksverkäufe, mit denen Gemeinden ihre Haushalte decken können. „Die Haushaltspläne sind alle von den Gemeindevertretungen kurz vor Ende des vergangenen Jahres abgesegnet worden“, berichtet Warncke. Aber: Es handele sich um Planungen, betont sie. „Man baut Reserven ein und freut sich über Mehrerträge bei Steuern.“ Die Jahresabschlüsse fielen daher in der Regel günstiger aus als die ursprünglichen Planungen.

Überschuss in Bokholt-Hanredder

Bevern plant laut Warncke derzeit mit einem Jahresüberschuss von 8000 Euro. Die Gemeinde gehört laut Warncke neben Groß Offenseth-Aspern zu den Orten, die auch ohne Grundstücksverkäufe einen ausgeglichenen Haushalt haben oder hätten. Bilsen plane mit einem Jahresfehlbetrag von etwa 209.000 Euro. Der hohe Überschuss in Bokholt-Hanredder von rund einer Million Euro hänge mit den bevorstehenden Grundstücksverkäufen im Neubaugebiet Eichenring zusammen. Während der Finanzausschusssitzung am 18. Januar sollen die Bauflächen vergeben werden. Ohne Verkäufe weise der Haushalt einen Fehlbetrag von 200.000 Euro auf.

Im Haushaltsplan für Bullenkuhlen wird mit einem Plus von etwa 38.000 Euro gerechnet, in Ellerhoop mit rund 345.000 Euro. „Dort gibt es auch Verkaufserlöse“, so Warncke. Ohne die Verkäufe wiese das Ellerhooper Zahlenwerk ein Defizit von rund 250.000 Euro auf. Groß Offenseth-Asperns Haushalt weist aufgrund der Erlöse der Baugrundstücke am Tannenhof derzeit einen Überschuss von etwa 225.000 Euro aus. Ohne sie wäre der Haushalt ausgeglichen, der Überschuss liege bei 2200 Euro, berichtet die Kämmerin.

Der Heeder Haushalt schließt nach den Planungen für 2018 mit einem Fehlbetrag von etwa 200.000 Euro ab. Die Gemeinde habe den höchsten Pro-Kopf-Steueranteil im Amtsbezirk Rantzau, Bullenkuhlen den geringsten, so Warncke. Hemdingens Haushalt weist einen Fehlbetrag von etwa 84.000 Euro aus. Für 2018 sei dort geplant, einige Gewerbeflächen zu veräußern. Ohne Erlöse würde der Haushalt einen Fehlbetrag von rund 200.000 Euro aufweisen. Langeln plant derzeit mit einem Jahresfehlbetrag von 91.000 Euro, in Lutzhorn steht in den Haushaltsplänen momentan ebenfalls ein Fehlbetrag in Höhe von 69.400 Euro.

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