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Barmstedt : Barrierefreies Wohnungen am Wischhof

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Bauausschuss gibt grünes Licht für Bebauung mit barrierefreien Wohnungen. Der Erlös soll in die Unterhaltung des Humburg-Hauses fließen.

shz.de von
erstellt am 11.Mär.2015 | 10:01 Uhr

Barmstedt | Ist die grüne Wiese zwischen dem Rewe-Parkplatz und dem Garten des Humburg-Hauses bald Geschichte? Der Barmstedter Bauausschuss jedenfalls hat am Montag grünes Licht für eine Bebauung des Wischhofs gegeben. Anne Nachtmann vom Planungsbüro M-S-Stadtplanung stellte fünf Bebauungsvarianten vor, die jeweils zwei Gebäude mit mehreren Wohneinheiten beinhalten. Denkbar seien barrierefreie Appartements für Wohngemeinschaften oder ein Senioren-Wohnprojekt, so Nachtmann. „Wegen der kurzen Wege zu allen wichtigen Versorgungseinrichtungen ist es eine perfekte Lage für altersgerechtes Wohnen.“

Bei vier der fünf Varianten würde nur der nördliche, etwa 3300 Quadratmeter große Teil des insgesamt rund 6000 Quadratmeter großen Areals bebaut. Die fünfte Variante sieht eines der Gebäude im südlichen Teil vor. Die Häuser sollen eingeschossig sein oder maximal ein Staffelgeschoss im hinteren Bereich erhalten. „Wir wollen die Sichtachse vom Parkplatz zur Kirche erhalten“, sagte Nachtmann. Parkplätze würden nördlich der Gebäude entstehen.

Widerstand gegen die Bebauung kam im Rahmen der Einwohnerfragestunde von Franz-Josef Sitta. „Ich will nicht, dass die Wiese zugepflastert wird“, sagte er. Zuvor hatte er zu bedenken gegeben, dass die Situation rechtlich unklar sei. Denn der   Schenkungsvertrag, den Ernst-Hinrich Humburg mit der Stadt über das Areal geschlossen hatte, sehe vor, dass die Fläche landwirtschaftlich oder kulturell genutzt werden müsse. „Außerdem existiert das Flurstück, um das es hier geht, nicht mehr. Das wird seit 2008 von Rewe und für das WC-Haus genutzt.“ Fachamtsleiter Uwe Dieckmann erklärte dazu, die Bauleitplanung sei davon unabhängig. „Die konkrete Umsetzung könnte aber eventuell schwierig werden.“ Der Ausschussvorsitzende Ortwin Schmidt (CDU) erklärte, dass Humburg „wohl auch mit der jetzigen Fläche einverstanden wäre“.

Variante 1: Zwei relativ kleine Gebäude auf der nördlichen Wiese.
Variante 1: Zwei relativ kleine Gebäude auf der nördlichen Wiese.
 

Auch Günter Herrndorff, Vorsitzender des Humburg-Haus-Vereins, sieht in der Änderung der Flurstücke kein Problem. „Man hätte das als Präambel in den Vertrag aufnehmen können, aber so dramatisch ist es nicht“, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung. Auch gegen eine Wohnbebauung „spricht aus unserer Sicht nichts“: Eine bestimmte Nutzung des Wischhof sei im Vertrag nicht vorgegeben. Allerdings wäre es wünschenswert, „wenn man bei der Bebauung sensibel vorgeht und nur die Hälfte des Areals nutzt“. Ihm persönlich habe daher die erste Variante am besten gefallen.

Variante 5: zwei große Gebäude, eins im südlichen Bereich.
Variante 5: zwei große Gebäude, eins im südlichen Bereich.
 

Bei einer Enthaltung (Grüne) beschloss der Ausschuss, den Bebauungsplan mit dem Ziel barrierefreie Wohnungen aufzustellen. Die Stadtvertreter müssen dieser Empfehlung noch zustimmen.

Ernst-Hinrich Humburg hatte 1989 im Schenkungsvertrag verfügt, dass die Stadt das Wischhof-Areal „bestmöglich“ verkaufen oder verwerten und der Erlös in die Unterhaltung des Humburg-Hauses fließen solle. Er war damals von mindestens 60 DM pro Quadratmeter ausgegangen. Mittlerweile dürfte die Fläche als Baugebiet rund 180 Euro pro Quadratmeter wert sein.
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