Eingefangen : Barmstedts Schwäne sind wieder da

Da schwammen sie noch auf dem Rantzauer See: das Schwanenpaar am 4. Juli.
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Da schwammen sie noch auf dem Rantzauer See: das Schwanenpaar am 4. Juli.

Nach zehn Tagen Flucht ist das Vogelpaar wieder auf dem Rantzauer See.

shz.de von
15. Juli 2015, 17:00 Uhr

Barmstedt | Ende einer zehntägigen Flucht: Die beiden Schwäne vom Rantzauer See sind seit gestern wieder zurück. Barmstedts Erster Stadtrat Ernst-Reimer Saß (CDU), der das Schwanenpaar seit dem 5. Juli gesucht hatte, hatte sie bereits am Sonnabend auf der Krückau entdeckt. Gemeinsam mit seiner Frau war er mit dem Kanu den Fluss in  Richtung Elmshorn abgefahren. „Sie konnten eigentlich nur dahin geschwommen sein. Und kurz vor der Brücke unter der A  23 haben wir sie dann gesehen“, berichtete Saß gestern im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der erste Versuch, die flugunfähigen Vögel einzufangen, sei jedoch fehlgeschlagen. Am Montag fuhr Saß noch einmal mit dem Kanu zum etwa fünf Kilometer entfernten Fundort. Doch auch der zweite, stundenlange Anlauf, die Schwäne zum See zurückzutreiben, scheiterte. „Wir waren da mit vier Leuten, aber sie wollten nicht aus dem Wasser.“ Gestern gelang es schließlich: Zusammen mit Bauhofmitarbeitern „haben wir sie ganz vorsichtig Richtung Barmstedt getrieben“, so Saß. „Dabei haben wir die Krückau abgesperrt, damit die Schwäne nicht von Menschen oder Hunden gestört werden.“

Am Rantzauer See angelangt, hätten die Schwäne ihr Zuhause offenbar wiedererkannt. „Sie sind gleich in ihre Ecke geschwommen und haben angefangen, sich zu putzen“, berichtete Saß – der vermutete, „dass sie sicher auch Hunger hatten, denn sie mussten sich beim Paddeln gegen die Strömung ordentlich anstrengen“. Das Einfangen sei „eine etwas größere Aktion“ gewesen, sagte Saß. Sie habe fast den ganzen Tag gedauert; insgesamt war er mehrere Tage lang mit der Suche nach den Schwänen beschäftigt. „Den Aufwand hätte ich mir gern erspart.“ Er sei aber glücklich, dass das Paar wieder zurück und vor allem unversehrt sei. „Wir sind froh, dass sie leben.“

Wie berichtet, hatten Unbekannte in der Nacht vom 4. auf den 5. Juli die Absperrung zwischen dem Rantzauer See und der Krückau zerstört, so dass die Schwäne entkommen waren. Welches Motiv die Täter hatten, kann Saß nur vermuten. „In der Nacht ist im Strandbad eine Party gefeiert worden. Am nächsten Morgen lagen da überall leere Flaschen, und auf dem Schwimmponton stand eine Boje. Die muss man da erstmal raufkriegen.“ Zudem habe er direkt neben der Absperrung im See eine Bierkiste mit zwei kaputten Flaschen gefunden. Die Stadt habe Anzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruchs erstattet, sagte Saß.

Hundebesitzer sollen Tiere an die Leine nehmen

Die Absperrung und die Zäune baute Saß gestern wieder auf, „sicherheitshalber“. Zudem appelliert er erneut an alle Hundebesitzer, ihre Vierbeiner am Rantzauer See wegen der Schwäne nicht frei laufen zu lassen. Saß hatte das Vogelpaar vor mehreren Wochen auf dem See angesiedelt, um die Kanadagänse fernzuhalten. Deren Hinterlassenschaften fördern das Wachstum von Blaualgen, die in den vergangenen Jahren wiederholt zur Schließung des Strandbads geführt hatten (wir berichteten).

Die diversen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität des Sees haben offenbar Wirkung gezeigt: Aktuell betrage die Sichttiefe fast zwei Meter, berichtete Saß gestern Abend während der Stadtvertretersitzung – was mit heftigem Applaus quittiert wurde. Auch Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) bedankte sich bei ihrem Stellvertreter für sein umfangreiches Engagement. „Das war vorbildlich!“

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