Barmstedts gordischer Knoten

Freitagnachmittag, 16.15 Uhr: Fred Groth steht  an der Gebrüderstraße. Die rechte Fahrbahnseite ist dichtgeparkt. In der Arche-Noah-Kita (hinten links, verdeckt) wird ein Fest gefeiert. MeyerDas Stellwerk der AKN müsste weichen - dann wäre die Straße An der Bahn so breit, dass sie als Hauptzufahrt für die Arche-Noah-Kita (nicht im Bild) genutzt werden könnte, meint Fred Groth. Doch daraus wird nichts: Das wäre viel zu teuer, so die AKN. Meyer
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Freitagnachmittag, 16.15 Uhr: Fred Groth steht an der Gebrüderstraße. Die rechte Fahrbahnseite ist dichtgeparkt. In der Arche-Noah-Kita (hinten links, verdeckt) wird ein Fest gefeiert. Meyer
Das Stellwerk der AKN müsste weichen - dann wäre die Straße An der Bahn so breit, dass sie als Hauptzufahrt für die Arche-Noah-Kita (nicht im Bild) genutzt werden könnte, meint Fred Groth. Doch daraus wird nichts: Das wäre viel zu teuer, so die AKN. Meyer

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02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Barmstedt | Fred Groth hat die Hoffnung ziemlich aufgegeben. "Ich wüsste nicht, wie man aus der Misere rauskommen soll", sagte er. "Ich sehe da schwarz." Es tagte der Bauausschuss, es ging um die Parkplatz-Situation an der Arche-Noah-Kita. Groth, der an der Gebrüderstraße schräg gegenüber der Kita wohnt, durfte als direkt Betroffener seine Sicht der Dinge schildern. Die wenig erfreulich aussieht. "Wenn meine Frau morgens wegfahren will, muss sie sich den Weg oft regelrecht freiboxen, weil die Leute halb auf unserem Grundstück parken", sagte er. Andere stünden an der Feuerwehr-Einfahrt der Meierei. "Radfahrer müssen mit ihren Kindern auf die Fahrbahn ausweichen, und wenn dann noch die Schulbusse kommen, ertönt des öfteren ein Hupkonzert."

Seit der Eingang der Kita von der Süd- an die Ostseite verlegt wurde, "ist der Verkehr extrem angeschwollen", so Groth. Viele Eltern würden den unbefestigten Weg neben der Kita befahren, um möglichst bis vor die Tür zu kommen. "Das hat mal einer vorgemacht, und jetzt fahren da alle rein." Das sei zwar nicht erlaubt, aber eines der beiden Schilder mit der Aufschrift "Nur für Einsatzfahrzeuge" sei verschwunden, "und das andere wird ignoriert".

Eigentlich, so Groth, müsste die Straße An der Bahn als einzige Zufahrt zur Kita genutzt werden - so, wie es ursprünglich vorgesehen war. Das Problem dabei sei allerdings, dass deren Fahrbahn mit etwa drei Metern so schmal sei, dass zwei Fahrzeuge nicht aneinandervorbeikommen würden, ohne dass einer auf den Gehweg ausweichen müsse. "Und wenn dann der Rettungswagen raus muss, die Schranken unten sind und sich der Verkehr auf der Mühlenstraße staut, dann geht gar nichts mehr." Als einzige Lösung falle ihm ein, das Stellwerk zu versetzen, das kurz hinter der Einmündung der Straße An der Bahn zwischen Straße und Schienen steht. "Dann könnte man die Straße verbreitern." Doch das wird kaum passieren, wie AKN-Sprecherin Monika Busch auf Anfrage unserer Zeitung klar stellte. In dem Stellwerke befinde sich "die gesamte Steuerungselektronik für die Schranken und die Weichen. "Eine Verlegung wäre deshalb so teuer, das würde niemand bezahlen."

Unabhängig davon, wie sie zur Kita gelangen, blieb die Frage: Wo sollen die Eltern dort parken? Nach dem Bau der neuen Krippe werden auf dem Gelände südlich der Kita noch weniger Stellplätze als bisher zur Verfügung stehen. Geplant ist zwar bereits, den unbefestigten Weg neben der Kita zu pflastern und dort Parkplätze einzurichten. Doch das werde nicht reichen, waren sich alle einig. Groth schlug daher vor: "Die Wälle müssen weg. Das ist jetzt verlorenes Land." Das sei auch realistischer, sagte Ausschussvorsitzender Axel Schmidt (FWB), als die Idee von Helmut Welk (BALL), einen Teil des Geländes der Firma Papier Schmidt zu erwerben. "Das wäre ein heroisches Ziel", sagte Schmidt. "Daran haben wir uns schon einmal die Zähne ausgebissen." Auch den Vorschlag eines Zuhörers, die Gebrüderstraße als Einbahnstraße einzurichten und dort eine Art "Ladezone" zum Hinbringen und Abholen der Kinder zu schaffen, halte er für nicht umsetzbar, da die Straße "eine wichtige Ost-West-Verbindung" sei. Einzig sinnvoll sei tatsächlich, "hinten mehr Parkplätze zu schaffen". Zumindest die Kita-Mitarbeiter, schlug ein weiterer Zuhörer vor, könnten doch auf dem Gelände der benachbarten Rettungswache parken. "Da sind doch ein paar Stellplätze, die nie genutzt werden."

Die Verwaltung werde die Vorschläge aufnehmen und prüfen, sagte Schmidt. Und bat: "Wer weitere Ideen hat, wie wir das Problem lösen können, kann sich gern an die Verwaltung wenden." Groth wunderte sich, warum das Problem überhaupt besteht. "Jeder Supermarkt muss heute ausreichend Parkplätze vorhalten. Wieso ist das nicht auch bei Kindergärten so?"

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