Wirtschaftsplan : Barmstedter Stadtwerke planen Investitionen

 Am Ufer zum Rantzauer See  ist für  die  Badewonne  eine neue Außengestaltung geplant.
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Am Ufer zum Rantzauer See ist für die Badewonne eine neue Außengestaltung geplant.

Werkausschuss stimmt Wirtschaftsplan zu. Verzicht auf Offenlegung der Gehälter.

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14. März 2018, 12:45 Uhr

Barmstedt | Der Barmstedter Werkausschuss hat vor Kurzem einstimmig dem Wirtschaftsplan der Stadtwerke Barmstedt für 2018 zugestimmt. Eigentlich sei der Plan nach der schleswig-holsteinischen Eigenbetriebsverordnung nicht rechtskonform, wie Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth erklärte, denn er habe bei der Eingruppierung der Mitarbeiter im Stellenplan nicht zum ersten Mal auf die Offenlegung ihrer Gehälter verzichtet. Das werde jedoch vorgeschrieben. „Die Verordnung ist von anno dazumal“, sagte Freyermuth. Er siedle den Datenschutz der Arbeitnehmer höher an. „Es besteht ein Konflikt zwischen der Verordnung und dem Datenschutz der Kollegen des Betriebs. Das Thema betrifft übrigens alle Eigenbetriebe über Barmstedt hinaus“, so Freyermuth. Reimer Karstens (FWB) merkte dazu an, dass diese Art der Personalaufstellung vom Gemeindeprüfungsamt noch nie bemängelt worden sei.

Günter Thiel (BALL) regte an, die neue Datenschutzverordnung auf EU- Ebene, die am 25. Mai veröffentlicht werde, abzuwarten. Die Verwaltung wurde vom Werkausschuss beauftragt, die Angelegenheit rechtlich noch vor der nächsten Stadtvertretersitzung zu klären. Dann soll die endgültige Entscheidung über den Wirtschaftsplan fallen.

Erwarteter Gewinn von 490.000 Euro

Nach dem Wirtschaftsplan investieren die Stadtwerke 3,8 Millionen Euro und erwarten einen Gewinn von 490.000 Euro. Geld nehmen die Stadtwerke in die Hand, um etwa einen neuen Brunnen für Trinkwasser zu bohren. Neue Wasserleitungen werden in den Straßen Erlengrund, Danziger und Berliner verlegt. Das Neubaugebiet an der Düsterlohe wird mit Strom-, Gas- und Wasserleitungen erschlossen. Für die neue Tiefbauabteilung sollen zudem neue Fahrzeuge angeschafft werden. Thiel schlug vor, dass die Stadtwerke bei dem Jahresgewinn eine Summe als Rücklage zurücklegen sollten. Freyermuth nahm den Hinweis für den nächsten Wirtschaftsplan mit.

Der Stadtwerkeleiter legte den Politikern außerdem die abgespeckten Variante zur Außengestaltung der Badewonne Richtung See vor. Den ersten Entwurf, der 150.000 Euro gekostet hätte, hatten die Politiker abgelehnt. Mit dem neuen Plan, der Kosten in Höhe von 75.000 Euro vorsieht – also die Hälfte der ursprünglichen Summe – konnten die Politiker sich einstimmig anfreunden. „Wenn die Stadtvertretung zustimmt, leisten wir einen Beitrag zum schöneren äußeren Erscheinungsbild unserer Badewonne“, sagte Ausschussvorsitzender Dietrich Teetz zu dem Vorhaben.

Stromkosten gespart

Freyermuth berichtete auch, dass durch die Ausrüstung der Straßenlaternen mit LED-Leuchtmitteln 20.000 Euro Stromkosten 2017 eingespart worden seien, also 30 Prozent. Marina Quoirin-Nebel (Grüne) fragte, ob die Stadtwerke Ladestationen für Elektroautos im Gewerbegebiet als Anreiz installieren könnten. „Die Stadtwerke haben die neue Technik getestet, wir haben festgestellt, dass E-Fahrzeuge, die schwere Last bewegen, entwicklungsmäßig noch reifen müssen“, so Freyermuth. Es würden aber im Baugebiet an der Düsterlohe private Ladestationen angeboten.

Ob es realisierbar sei, Stationen auf Privatgrundstücken im Zuge der anstehenden Straßensanierungen aufzustellen, fragte Quoirin-Nebel weiter „Die private Aufladung müssen die Netze hergeben“, so Freyermuth. Wenn etwa alle Bewohner der Straße um 18 Uhr ihr E-Auto aufladen wollen, würde das Stromnetz zusammenbrechen. In diesem Punkt müssten noch Überlegungen reifen.

Freyermuth wies in diesem Zusammenhang auf den Tag der Elektromobilität im Kreis Pinneberg am Sonntag, 22. April, ab 11 Uhr an der Barmstedzer Badewonne hin. Parallel dazu ist eine Rallye mit E-Autos geplant.

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