Sechste Auflage : Barmstedter Lesezeit: Skurril und spannend zugleich

Ein eher ungewöhnlich kostümiertes Publikum in einer eher ungewöhnlichen Location: Rund 40 Literaturfreunde besuchten  die 6. Barmstedter Lesezeit.

Ein eher ungewöhnlich kostümiertes Publikum in einer eher ungewöhnlichen Location: Rund 40 Literaturfreunde besuchten  die 6. Barmstedter Lesezeit.   

Lesezeit in der Badewonne sorgt für wohlige Schauer im wasserfreien Schwimmerbecken.

shz.de von
24. Juli 2018, 12:30 Uhr

Barmstedt | „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein“ – so schallte es aus den Lautsprechern der Badewonne in der Seestraße und begrüßte die Gäste zur „6. Barmstedter Lesezeit“. Fast 40 Besucher, darunter etliche mit Badebekleidung ausgestattet, befüllten das mit blauem Teppich ausgelegte und vom Wasser befreite Schwimmbecken. Um Tische und Stühle herum la-gen aufgeblasene Schwimmutensilien und schufen so ein ganz besonderes Ambiente.

„Die Planungen hierfür laufen seit dem letzten Jahr“, so Andy Fröhler, Betriebsleiter der Badewonne und weiter: „Das ist mal etwas komplett anderes für ein Hallenbad, sehr skurril. Ich hab so etwas noch nie gesehen.“ Eingestimmt auf das Thema Hallenbad und Schwimmen wurden die Besucher mit dem äußerst witzigen Film „The Curse of Mr. Bean“, bei dem Mr. Bean versucht, vom Turm zu springen und seine Badehose dabei verliert. Birgit Hesse, Stadtjugendpflegerin in Quickborn und wohnhaft in Barmstedt, war eine der beiden Vorleserinnen.

Sorgten für einen unterhaltsamen Abend im vom Wasser befreiten Schwimmbecken: Gislinde Zietlow (von links), Klaus Kuberzig und Birgit Heese.
Jaster
Sorgten für einen unterhaltsamen Abend im vom Wasser befreiten Schwimmbecken: Gislinde Zietlow (von links), Klaus Kuberzig und Birgit Heese.
 

„Ich selbst lese total viel und alles durcheinander, Krimis genauso wie klassische Literatur, aber auch Jugendbücher. Wir haben heute Geschichten herausgesucht, die alle etwas mit Wasser zu tun haben. Ich finde es total klasse, mich für Kultur in Barmstedt zu engagieren. Es ist die sechste Lesung und noch lange nicht die letzte. Wir haben noch viele Ideen, es bleibt spannend“, so Hesse.

Zwischen den Kurzgeschichten nahm Moderator Klaus Kuberzig den Faden auf und gab kleine Anekdoten und Weisheiten zum Besten wie: „Man taucht niemals mit einer Sauerstoffflasche, es ist immer gepresste Luft.“ Die Hallenanzeige zeigte eine Temperatur von 30,2 Grad, als die zweite Vorleserin Gislinde Zietlow vor der Pause mit Schillers „Der Taucher“ einen dramatischen Höhepunkt setzte.

Kleine Leckereien und Getränke gab es in der Pause, in der die Besucher sich von der Location begeistert zeigten. So zum Beispiel Andreas Lenz: „Das ist der ideale Ort für ein Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestivals. Die suchen doch immer außergewöhnliche Orte, und dies ist so einer“, so seine Idee.

„Total nett und gut durchdacht“

Fred Freyermuth, Geschäftsführer der Stadtwerke Barmstedt und Hausherr, war nicht abgeneigt. „Nächstes Jahr muss die Wellenmaschine erneuert werden, das wäre ein guter Zeitpunkt.“ Auch Antje Voß aus Barmstedt war von dem Abend und dem Programm angetan. „Es ist alles so liebevoll gestaltet, total nett und gut durchdacht“, erklärte sie. Der zweite Teil begann mit dem bekannten Sketch von Loriot und seiner Badewanne, in der Herr Dr. Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheidt sich witzige Dialoge liefern.

Das zweistündige Programm endete schließlich mit einem von Zietlow vorgetragenen Kurzkrimi mit einem mysteriösen Mord in Marienbad.


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