Jahreshauptversammlung : Barmstedter Feuerwehr zieht Bilanz für 2017

Zeigten sich in bester Stimmung: Die frisch geehrten und beförderten Mitglieder der Barmstedter Feuerwehr.
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Zeigten sich in bester Stimmung: Die frisch geehrten und beförderten Mitglieder der Barmstedter Feuerwehr.

Einsatzrekord: 113 Mal mussten die Kameraden ausrücken. Löschmeister Rolf Rander (86) für 60-jährige Zugehörigkeit geehrt.

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13. Februar 2018, 12:00 Uhr

Vor 60 Jahren hatte die Barmstedter Wehr noch ein Feuerwehrauto ohne Martinshorn und Blinklicht. „Neben der Bremse im Auto befand sich ein Klingelknopf als Einsatzhorn, den der Fahrer mit dem Fuß betätigte. Es hörte sich an, als ob der Milchmann kam“, erzählte Löschmeister Rolf Rander (86). Er wurde während der Jahreshauptversammlung der Wehr in der Fahrzeughalle der Unterkunft für 60 Jahre Mitgliedschaft von Wehrführer Uwe Schinkel und Stellvertreter Axel Thieme geehrt. In Erinnerung sind Rander vor allem die Einsätze bei den Überschwemmungen in Elmshorn 1962 und der Haseldorfer Marsch 1976 geblieben. Zur Wehr kam der Malermeister, weil sein Schwiegervater Heinz Grelck damals Wehrführer war. „Wir haben viel erlebt, wichtig waren Kameradschaft und gegenseitige Hilfe“, sagte er, der auch gerne an die vielen schönen Feste zurückdenkt.

Für 50 Jahre in der Wehr wurde Brandmeister Heinrich Helms (87) geehrt. Er errichtete sein Baugeschäft und trat deshalb erst mit 35  Jahren in die Wehr ein. „Mein Geschäft ist gegenüber der Feuerwache, daher war ich bei Alarm als erster dort“, sagte er. In Erinnerung geblieben ist ihm ein Flächenbrand im Offensether Forst. Mit dem Tanker sei er mit Kameraden anderer Wehren zur Brandstelle vorgerückt. „Ich hatte die Verantwortung und musste umdrehen, weil das Feuer zu nahe kam und für uns zu gefährlich wurde“, sagte er. Sie hätten gerade noch entkommen können.

Wehrführer Schinkel berichtete, dass die Wehr 2017 mit 131 Einsätzen einen Einsatzrekord aufgestellt habe. Allein die beiden Stürme hätten 39 Einsätze in der Stadt und im Umland erfordert. Dramatisch sei zudem der Brand in der Hamburger Straße gewesen. „Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig die Zusammenarbeit mit den Umlandwehren ist“, betonte Schinkel. Mit neuer Schere und Spreizer sei die Wehr zudem bei Unfällen für die neue Generation von Autos gerüstet.

„Bei vielen Veranstaltungen ist unsere Wehr dabei, einige davon sind ohne uns nicht durchführbar“, berichtete Schinkel weiter und bedankte sich bei Bürgermeisterin Heike Döpke sowie den ebenfalls anwesenden Vertretern der Politik für die hervorragende Zusammenarbeit, die auch für den Bau einer neuen Feuerwache gelte.

Schinkel begrüßte auch Vertreter von Vereinen und Verbänden, vom Amt sowie der Polizei. Döpke sicherte ihm die weitere Unterstützung zu. „Sie leisten einen gefahrvollen Dienst mit hoher Belastung, es ist selbstverständlich, dass vernünftiges Gerät zur Verfügung gestellt wird“, sagte sie und weiter: „Wir sind sehr stolz auf unsere Feuerwehr.“ Willi Hachmann, Amtsvorsteher des Amts Rantzau, betonte wie Sascha Schmidt von der Polizei, dass die Feuerwehr kein Dienstleister sei und appellierte an die Bürger, nicht bei jeder Gelegenheit die Wehr zu rufen, sondern auch mal eigenständig einen Ast von der Straße zu holen und etwas Wasser selbst aus dem Keller zu schöpfen.

Geehrt, befördert, gewählt

Ehrungen: Arne Dencker, Manfred Sommer (20 Jahre), Heinrich Helms (50 Jahre), Rolf Rander (60 Jahre).

Beförderungen: Jens Eckelmann, Julian Raabski, Danny Witt, Carsten Münz  zum Oberfeuerwehrmann; Rene Götz zum Hauptfeuerwehrmann; Mike Gerlach zum Löschmeister; Axel Thieme zum Hauptbrandmeister.

Wahlen: Hans Otto Fröde und Kai Seifert (Zugführer und Stellvertreter), Dennis Teupke (Gruppenführer Ausbildungsgruppe), Tobias Stabe (Gruppenführer RW2), Peter Helms (Gruppenführer Reserve). Claus Bannick (stellvertretender Atemschutzwart).

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