Sturmtief Friederike : Barmstedter Bauhof-Mitarbeiter im Dauereinsatz

Kampf gegen den Neuschnee: Mit einem extra ausgestatteten Traktor räumte und streute der Barmstedter Bauhof die wichtigsten Straßen ab.
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Kampf gegen den Neuschnee: Mit einem extra ausgestatteten Traktor räumte der Barmstedter Bauhof die wichtigsten Straßen.

Traktor und Handkolonnen waren am Donnerstag den ganzen Tag in der Stadt im Einsatz. Die Polizei registrierte in und rund um Barmstedt keine Unfälle.

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19. Januar 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Orkantief Friederike und der damit verbundene starke Schneefall haben gestern den Verkehr auf der A23 ausgebremst. Rund um Barmstedt, Brande-Hörnerkirchen und Elmshorn blieb es auf den Straßen trotz der Witterung allerdings ruhig, berichteten die zuständigen Dienststellen der Polizei. In der Stadt Barmstedt sowie den Amtsbezirken Rantzau und Hörnerkirchen registrierte die Polizei laut den Stationsleitern Sascha Schmidt und Marco Kolmschlag bis in den frühen Abend keine glättebedingten Unfälle. „Alle sind sehr vorsichtig gefahren“, so Kolmschlag. Ähnliches gilt für Elmshorn: Unfälle waren angesichts der extremen Wetterlage die Ausnahme. Die Polizei lobte ausdrücklich das  Verhalten der Autofahrer.

Mehr Einsätze hatte die Polizei auf der A23: „Außer vereinzelten leichten Auffahrunfällen in Pinneberg und Rellingen gerieten auf der gesamten Autobahn 23 mehrere Fahrzeuge ins Rutschen“, so Pressesprecher Lars Brockmann. „Bislang blieb es bei Blechschäden.“  Im Bereich der Auf- und Abfahrten der A23 sei es aber immer wieder zu Behinderungen gekommen. „ Durch die teilweise vereisten Fahrbahnen gelangten Lastkraftwagen zum Teil weder auf die Autobahn noch  herunter.“ So sei es immer wieder zu Staus gekommen – unter anderem bei Elmshorn in Fahrtrichtung Heide. Schwieriger war die Lage im Kreis Segeberg: Dort kam es laut Polizei  bis zum frühen Nachmittag zu etwa 50 Verkehrsunfällen.

Schnee statt Orkanböen

Anfang der Woche war es noch unklar: Zieht der Kern des Orkantiefs direkt über Hamburg und die Region Barmstedt und bringt dem Norden starke Schneefälle? Oder schlägt das Tief eine nördlichere Zugbahn ein und bringt Schleswig-Holstein einen starken Orkan mit Windböen über 120 km/h? Spätestens Donnerstagmorgen war beim Blick aus dem Fenster klar: Die Wettermodelle, die viel Schnee vorhersagten, hatten Recht behalten. Der erste Fall war eingetreten.

Zwischen 9 und 14.30 Uhr schneite es ununterbrochen in der Region Barmstedt. Die starken Schneefälle sorgten für einen Großeinsatz des städtischen Bauhofs. „Alles, was laufen kann, ist unterwegs“, sagte Leiter Jörn Wölk am Mittag bei einem Ortstermin auf dem Barmstedter Marktplatz. „Wir räumen jetzt gerade den Platz nach dem Wochenmarkt auf. Und dann geht es sofort weiter mit dem Räumdienst.“

13 Mann seien den ganzen Tag über unterwegs, um unter anderem die Hauptstraßen und unfallträchtige und stark frequentierte Stellen wie Schulwege vom Schnee zu befreien. Ein Traktor samt großem Schneeschild, ein kleinerer Wagen für die Gehwege und Handkolonnen seien dazu unterwegs. Warten, bis der Schneefall aufhöre, könne der Bauhof auf keinen Fall: „Wir müssen immer wieder ran“, so Wölk. Aufgrund der Temperaturen um den Gefrierpunkt sei der Schnee sehr nass und schwer. Beim Schieben bildeten sich an den Straßenrändern dabei große Klumpen, berichtete der Bauhof-Chef weiter. „Da können wir aber leider nichts für.“ Noch bis mindestens 20 Uhr sollten seine Mitarbeiter am Abend beschäftigt sein. Freitagmorgen sollte der Einsatz bereits um 4 Uhr weitergehen.

Wer räumen muss, ist klar geregelt

Wer für das Räumen von Straßen und Wegen in der Region zuständig ist, ist für die Stadt Barmstedt und das Amt Rantzau ganz klar festgelegt, so Stadtsprecher Wolfgang Heins und Sabine Preuß, Ordnungsamtsleiterin des Amts Rantzau. Für Anlieger in Barmstedt gelte: In der Stadt wird die Reinigungspflicht der öffentlichen Straßen laut Satzung den Eigentümern der angrenzenden oder durch sie erschlossenen Grundstücke auferlegt. Die Gehwege sind in einer Breite von 1,50 Meter von Schnee freizuhalten. Auf diesen Wegen ist zudem bei Eis- und Schneeglätte zu streuen, wobei die Verwendung von Salz oder sonstigen auftauenden Stoffen in Barmstedt verboten und nur in absoluten Ausnahmefällen wie beim Eisregen im Januar vergangenen Jahres erlaubt ist. Auch für Haltestellen und Fußgängerüberwege gilt die Räumpflicht laut Satzung. Die Fahrbahnreinigungspflicht erstreckt sich – mit Ausnahmen – jeweils bis zur Straßenmitte. In der Zeit zwischen 7 und 20 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte sind laut Satzung unverzüglich nach Ende des Schneefalles oder nach dem Entstehen der Glätte zu beseitigen. Nach 20 Uhr gefallener Schnee und entstandene Glätte sind werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 9 Uhr des folgenden Tages zu beseitigen.

Im Amtsbezirk Rantzau gibt es laut Preuß ähnliche Vorschriften wie in Barmstedt: Dort sind auf wichtigen Gemeindestraßen und Wegen die Gemeindearbeiter oder Beauftragte der Gemeinde angehalten, den Winterdienst zu leisten. Bei Geh- und Radwegen müsse jeder Bürger selbst Hand anlegen – es sei denn, die Wege grenzen an Gemeindegrundstücke. Streng nach Satzung betrifft die Reinigungspflicht der Bürger laut Amt Rantzau auch die Straßen. So muss außer dem Gehweg auch die Straßenhälfte vor dem eigenen Grundstück geräumt werden. Zum Streuen sollten vorrangig abstumpfende Mittel vor auftauenden Mitteln verwendet werden, so Preuß. Ein Ausnahmefall sei – wie in Barmstedt – gefährlicher Eisregen.

Polizei warnt vor Betreten der Wälder

Vor dem Hintergrund der Schneefälle warnte die Polizei am Donnerstag vor dem Betreten der Wälder. Weil die weiße Pracht sehr nass und schwer sei, hätten laut Feuerwehr einige Bäume die Last nicht mehr halten können. Es brachen Äste heraus oder die Bäume stürzten ganz um. Die Feuerwehren im Kreis Pinneberg beseitigten die Schäden. Die Leitstelle in Elmshorn zählte bis 15 Uhr 26 Einsätze – die meisten in Quickborn.

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