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Machbarkeitsanalyse : Barmstedt: Mit Geld gegen den Ärztemangel

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Barmstedter Hauptausschuss bewilligt 4500 Euro für die ersten Schritte einer Studie. Die CDU spricht sich dagegen aus.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Für den Versuch, weitere Fachärzte nach Barmstedt zu holen, hat die Stadt jetzt Geld in die Hand genommen: Knapp 4500 Euro werden die ersten beiden Schritte einer Machbarkeitsstudie kosten, die der Hauptausschuss vor kurzem bewilligt hat. Die gesamte Studie würde 15  600 Euro kosten. An der Studie seien sowohl Ärzte aus Barmstedt als auch Vertreter der Ärztegenossenschaft Nord beteiligt, sagte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage. „Wir hoffen, dass wir über diese Schiene etwas mehr erreichen können“, sagte er – denn „ohne Hilfe von außen geht es nicht“.

In Barmstedt sei die Situation bezüglich der Haus- und Fachärzte „unbefriedigend“, sagte der Ausschussvorsitzende Peter Gottschalk (FWB). Es gebe lange Wartezeiten, oder die Patienten müssten in andere Städte fahren. Laut der BALL ist im gesamten Kreis Pinneberg zurzeit lediglich ein Hausarzt-Sitz frei.

Wie berichtet, waren alle bisherigen Versuche der Verwaltung und des Seniorenbeirats, Fachärzte in Barmstedt anzusiedeln, erfolglos geblieben. „Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung haben nichts gebracht“, sagte Heins. Zuletzt hatten Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos), Vertreter der Fraktionen und des Seniorenbeirats Kontakt mit der Ärztegenossenschaft Nord aufgenommen. Nach dem Gespräch sei der Verwaltung dann das Angebot für die Machbarkeitsanalyse unterbreitet worden, so Heins. Dafür sollten „alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden, um zu sehen, was erreichbar ist“.

Doch das Vorhaben stieß im Ausschuss nicht nur auf Gegenliebe. Vor allem die Tatsache, dass der erste Schritt – die „Vorstellungsrunde“ – etwa 2000 Euro kosten soll, brachte die CDU auf die Palme. „Ich halte das für eine Akquise, die normalerweise kostenlos ist“, sagte Henning Behrens. Er schlage daher vor, auf die Runde zu verzichten und – wenn überhaupt – nur den zweiten Schritt durchzuführen: die sogenannte Ärzterunde, die allein 3000 Euro kosten würde. Nach Informationen unserer Zeitung kostet die Vorstellungsrunde auch deshalb 2000 Euro, weil sie moderiert wurde. Zudem gehörten beide Teile bereits zur Machbarkeitsstudie und seien keine Akquise, wie Heins auf Anfrage erklärte.

„Von uns hat keiner das nötige Fachwissen“

„Meiner Meinung brauchen wir keine Studie, sondern haben auch Kräfte in der Verwaltung, die sich um das Thema kümmern könnten“, sagte Hauke Johannsen (CDU). Doch letztlich stand die CDU mit ihrer Position auf verlorenem Posten. Seniorenbeirats-Chef Peter Servotka empfahl den Politikern, die ersten beiden Schritte der Studie zu gehen, „damit wir sehen, ob es überhaupt eine Chance gibt. Von uns hat dafür keiner das nötige Fachwissen.“ Auch die Politiker der anderen Fraktionen hielten das für sinnvoll. „Wir werden nicht um eine komplexe Analyse herumkommen, weil die Problematik vielschichtig ist“, sagte Günter Thiel (BALL). „Wenn wir in diesem Bereich vorankommen wollen, müssen wir dafür auch etwas Geld in die Hand nehmen.“ Vertreter von SPD und Grünen plädierten ebenfalls für beide Schritte der Studie, und auch die FWB stimmte dem nach anfänglichem Zögern zu. Ob die gesamte Studie finanziert wird, wird der nächste Hauptausschuss nach dem Abschluss der ersten zwei Runden entscheiden.

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