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„Nabucco“ : Barmstedt freut sich auf die Freilicht-Oper

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Open Air: Braunschweiger Agentur bringt in Barmstedt „Nabucco“ auf die Bühne. Mindestens 900 Sitzplätze. Mehr als 100 Mitwirkende.

Barmstedt | Der Vorverkauf laufe schon gut an, sagt Pavol Munk: „Wir haben schon 200 Karten verkauft.“ Luft nach oben ist aber noch: Mindestens 900 Stühle könne er aufstellen, wenn am Sonnabend, 2. September, auf dem Barmstedter Marktplatz „Nabucco“ aufgeführt wird. Munk ist Inhaber der Braunschweiger Veranstaltungsagentur Paulis, die mit der Freilichtoper zum zweiten Mal nach Barmstedt kommt. 2010 wurde das Verdi-Stück schon einmal aufgeführt. 2012 zeigte Paulis auf dem Marktplatz die „Zauberflöte“ und am Rantzauer See die „Cavern Beatles“. Alle Vorstellungen seien ein großer Erfolg gewesen, sagt Munk, der auf eine ebenso gute Resonanz im September hofft.

Auch die Stadt freut sich, dass es wieder gelungen ist, die Oper nach Barmstedt zu holen. „Wir wollten den Bürgern aus der Region gern wieder etwas Attraktives bieten“, sagt Marcel Holz vom Tourismusbüro. Persönlich freue er sich auf den Abend noch aus einem anderen Grund: „Ich habe mein Schulpraktikum an der Hamburger Staatsoper gemacht und finde es faszinierend zu sehen, wie bei solchen Aufführungen viele Leute so zusammenwirken, dass das Ganze später wirkt wie aus einem Guss.“

An „Nabucco“ wirken mehr als 100 Menschen mit: Zu den 64 Darstellern und 32 Musikern kommen Aufbauhelfer, Sicherheitsdienst, Visagisten, Kostümierer und sechs Lkw-Fahrer hinzu. Der Ablauf sei nach mittlerweile 18 Jahren mit mehr als 800 Vorstellungen erprobt, so Munk: „Um 8 Uhr beginnt der Aufbau. Um 14 Uhr steht die Bühne, um 15 Uhr die Bestuhlung.“ Anschließend werden die Lichtanlage und die Tontechnik installiert. „Dabei müssen wir aufpassen, dass der Wind uns nicht den Ton wegbläst“, sagt Munk schmunzelnd. Mangels Orchestergraben sitzen die Musiker neben der Bühne, die in Barmstedt vor dem Rathaus aufgebaut wird. Gegen 17 Uhr werde das Ensemble auf der Bühne ein sogenanntes Line-Up machen, so Munk. „Dabei überprüfen wir auch, ob alle 64 Tonkanäle richtig eingestellt sind.“ Ab 19 Uhr dürfen die ersten Besucher auf das Gelände.

Es gibt sechs Sitzblöcke in drei Kategorien zu Preisen zwischen 44 und 59 Euro. Kinder erhalten jeweils zehn Euro Ermäßigung. Anders als bei Opern üblich, sei die Vorstellung zweigeteilt, so Munk. Nach 70 Minuten werde es eine Pause geben, während der sich die Besucher auch etwas zu essen und zu trinken holen können. Und sollte es wider Erwarten regnen, bieten die Veranstalter Regencapes für zwei Euro pro Stück an. „Schirme sind nicht erlaubt, weil sie die Sicht behindern“, so Munk. Bei zu starkem Regen könne die Bühne schnell abgedeckt werden. Das sei schon häufiger vorgekommen – abgebrochen worden sei eine Vorstellung dagegen erst einmal: „Das war in Holland, als ein heftiges Gewitter über dem Meer getobt hat.“

Munk ist überzeugt, dass die Oper nicht nur ältere Menschen begeistern werde. „Heute ist alles so schnelllebig geworden. Wer kennt schon noch den Sommerhit von 2016?“ Opern wie „Nabucco“ dagegen sei „Lebenswerke, die die Menschen auch in 500 Jahren noch erreichen werden“. Und dass die Musik auch Jugendliche erreicht, habe er selbst beobachtet: „Sie gehen an unseren Bühnen vorbei und flachsen rum und machen Sprüche. Aber wenn dann die Musik anfängt, werden sie plötzlich ganz still.“

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erstellt am 07.Apr.2017 | 10:00 Uhr

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