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Barmstedter Zeitung

18. Dezember 2017 | 10:44 Uhr

Flüchtlinge : Barmstedt engagiert sich

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ehrenamtliche organisieren gemeinsame Unternehmungen. Drei unbegleitete Kinder werden nach den Ferien eingeschult.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Immer mehr minderjährige Kinder ohne elterliche Begleitung erreichen aus Kriegsgebieten die Bundesrepublik Deutschland. Seit Anfang Juli sind drei Geschwister aus Syrien in Barmstedt untergebracht: zwei Jungen (acht und zehn Jahre alt) und ein Mädchen (10). „Sie sind gemeinsam mit ihrem 21-jährigen Bruder untergebracht, der zusammen mit dem Jugendamt die  Vormundschaft hat“, sagt Barmstedts Migrationsbeauftragte Andja Zdravac-Vojnovic. „Die Eltern leben in Damaskus. Sie wollten unbedingt ihre Kinder in Sicherheit wissen und möchten nachkommen.“

Die drei Kinder werden nach den Sommerferien eingeschult – zunächst in eine Klasse mit Deutsch als Zweitsprache in der Albert-Schweitzer-Schule. „Dafür benötigen die Kinder Unterrichtsmaterialien. Sie haben nur Ranzen“, so Zdravac-Vojnovic. Außerdem werden drei Fahrräder gebraucht, damit sie zur Schule kommen, und eines für ihren Bruder, der sie begleitet. „Zudem wäre es schön, wenn jemand den Kindern Verkehrsregeln beibringen könnte“, so die Migrationsbeauftragte.

Einige der in Barmstedt lebenden erwachsenen Flüchtlinge sind derweil vor kurzem mit mehreren Betreuern an die Nordsee gefahren. „Wir sollten ihnen während der Sommerpause etwas anbieten“, hatten sich ehrenamtliche Helfer überlegt und die Fahrt mit Unterstützung der Kirchengemeinde organisiert. Mit zwei Bussen des BMTV, einem der Malteser und von Geschäften gespendeter Verpflegung ging es los.

„Wir wollten ihnen den Naturpark Wattenmeer und Ebbe und Flut zeigen“, sagte Betreuerin Ingrid Welsch. Bei Sprühregen unternahmen alle eine geführte Wattwanderung. „Der Regen hat etliche Nationen unter einen Schirm gebracht“, so Welsch. Auf der Rückfahrt gab es am Nord-Ostsee-Kanal selbst gebackenen Kuchen. „Wir haben so viel erlebt, dass viele in den Bussen eingeschlafen sind“, sagte Welsch.

Eine andere Idee hatte die DRLG: Sie lud am Montagabend zum sportlichen Beisammensein ins Strandbad. Etwa 30 Flüchtlinge kamen der Einladung nach. Ali aus Afghanistan hatte die Badehose eingepackt. Sein Landsmann Risa spielte Volleyball und hatte die Kinder seines Bruders mitgebracht, die auf dem Rasen herumtollten. Andere unternahmen eine Kanutour auf dem See – pflichtgemäß mit Schwimmwesten.

„Wir führen diese Aktion zum zweiten Mal durch“, sagte der Technische Leiter Torsten Schnoor, der sich mit 15 DLRG-lern und mehreren ehrenamtlichen Betreuern unter die Gruppe gemischt hatte. Der Abend endete mit einem gemütlichen Grillen.

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