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Barmstedter Zeitung

22. August 2017 | 15:48 Uhr

Barmstedt : Bahnschranken: Es zieht sich hin

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Verfahren für die Beschrankung der AKN-Übergänge in Barmstedt hat noch nicht begonnen. Grund dafür: Die Gemeinde Bokholt-Hanredder muss mehr zahlen als gedacht.

Ein Jahr, nachdem der Barmstedter Thorsten N. am Bahnübergang Bornkamp tödlich verunglückte (siehe Info-Kasten), steht weiter in den Sternen, wann der Übergang und der benachbarte Übergang Beim Reihergehölz mit Schranken versehen werden. Grund: Die Gemeinde Bokholt-Hanredder, der Flächen am Reihergehölz gehören, muss deutlich mehr zahlen als bisher angenommen – und dafür fehlt noch ein Gemeinderatsbeschluss.

„Es liegt aber nicht an uns“, betont Bokholts Bürgermeister Wolfgang Mohr (CDU). „Wir waren abhängig von den Informationen, die wir von der Stadt bekommen haben.“ Demnach sei der Gemeinde in einem ersten Gespräch über die Kosten „eine Zahl unter 10 000 Euro genannt worden“, so Mohr. Vor „zwei, drei Wochen“, so Mohr, „kamen dann plötzlich ganz andere Zahlen auf dem Tisch“. Demnach geht es um 17 000 Euro. Daraufhin hätten die Bokholter das Gespräch „ergebnislos abgebrochen, denn unser Haushalt ist auch nicht auf Rosen gebettet“, sagte Mohr – der jetzt zunächst mit der AKN und der Straßenverkehrsbehörde sprechen will. Dabei solle auch geklärt werden, wo genau die Grenzen verlaufen, so Mohr. Anschließend müssen die Gemeindevertreter über die Mittelfreigabe entscheiden. Sie tagen am 9. Dezember. „Und wir werden keine Sondersitzung einberufen“, sagte Mohr.

Die Stadt Barmstedt habe alles für das Verfahren Erforderliche in die Wege geleitet, sagte Pressesprecher Wolfgang Heins. „Von unserer Seite aus kann es losgehen. Wir haben die Zuschüsse erhalten und die Mittel in den Haushalt eingestellt.“ Die Stadt muss etwa 19 300 Euro zahlen. Insgesamt wird die Beschrankung beider Übergänge laut AKN-Sprecherin Christiane Lage vermutlich 500 000 Euro kosten. „Für beide sind eine Lichtzeichenanlage und Halbschranken vorgesehen.“ Da die Übergänge nur rund 200 Meter voneinander entfernt liegen, sei es technisch sinnvoll, beide zu beschranken, sagte Lage. Aus diesem Grund könne es wiederum sein, dass die Aufsichtsbehörde der Bahn die Gemeinde Bokholt anweise, für die Schranken zu zahlen, sagte Heins – unabhängig davon, was der Gemeinderat entscheide.

Bis die Arbeiten beginnen, können noch etliche Monate vergehen. Zunächst müsse die Planfeststellungsbehörde entscheiden, ob ein Planfeststellungs- oder ein – kürzeres – Plangenehmigungsverfahren angewandt werde, sagte Lage. „Danach richtet sich die Dauer des Gesamtverfahrens, die mehrere Monate betragen kann.“ So müssen Träger öffentlicher Belange angehört und Widerspruchsfristen eingehalten werden. Erst nach dem Verfahren könne die AKN das Material bestellen, sagte Lage. „Und da wir europaweit ausschreiben müssen, wird das mindestens fünf Monate dauern.“ Die reine Bauzeit hält sich dagegen in Grenzen: Sie werde „unter optimalen Bedingungen“ für beide Übergänge zusammen bis zu zwei Monate betragen, so Lage.

Die AKN bedaure, dass das Verfahren so lange dauere, sagte Lage. „Es ist unglücklich, aber wir müssen es leider hinnehmen. Es gibt keinen Moment, in dem man es beschleunigen könnte.“

Blinklicht übersehen

Dass der Bahnübergang Bornkamp nicht mit Schranken gesichert ist, wurde Thorsten N. am 3. Oktober 2013 zum Verhängnis. Als er ihn gegen 12.45 Uhr auf dem Mofa überqueren wollte, übersah er offenbar das Blinklicht. Der dreifache Vater wurde von der AKN erfasst und starb an der Unfallstelle.  1900 Barmstedter unterschrieben später eine Forderung nach Schranken.

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erstellt am 04.Okt.2014 | 11:38 Uhr

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