zur Navigation springen

Heede : Bagger schafft neue Lebensräume an der Höllenbek

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Vom stark genutzten Grünland zur Teichlandschaft: An der Höllenbek in Heede soll eine neue Heimat für Amphibien und Vögel entstehen.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Heede | Baggern für den Naturschutz: Auf einer Wiese westlich der Heeder Tannen rollt jetzt schweres Gerät an. Löcher werden geschaufelt, Grüppen verschlossen und Drainagerohre entfernt. Im Auftrag der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein – einem Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz – wird an der Höllenbek ein neuer Lebensraum für Amphibien und Vögel geschaffen. Laut Julia Voß vom Flächenmanagement der Stiftung sollen dort auf zwei Einzelflächen, die zusammen eine Größe von 18 Hektar haben, mehrere Teiche entstehen. Das ehemals intensiv genutzte Grünland soll mit seinen Tümpeln zum Laichgewässer und zur Heimat für Moorfrösche oder Libellen werden. Im feuchten Boden können bald Kiebitze auf die Suche nach Würmern gehen. Die Arbeiten sollen schnell beendet sein: „Wir haben am Montag angefangen und veranschlagen etwa zehn Tage“, sagte Voß während eines Ortstermins. Die Kosten für das Projekt betragen 30.000 Euro.

Der neu geschaffene Lebensraum schafft Pluspunkte auf den Ökokonten der Stiftung. Davon würden wiederum Bauherren profitieren, die für den Eingriff in den Naturhaushalt einen Ausgleich leisten müssen, so Voß. „Sie können diese Pluspunkte kaufen“, sagte sie. Die beiden Flächen sind verpachtet und werden extensiv bewirtschaftet. Dort sollen Rinder grasen. „Durch diese Art der Bewirtschaftung gibt es mehr Insekten, weil eine vielfältigere Botanik entsteht“, so Voß. Außerdem werde so verhindert, dass die neuen Teiche mit Büschen und Bäume zuwachsen.

An mehreren Stellen hat der Bagger bereits Löcher in der Wiese ausgehoben. Laut Lars Hansen von der dänischen Firma Amphi Consult, der sich um die Umsetzung des Projekts kümmert, sollen bis zu zehn Teiche angelegt werden, von denen einige etwa 300 bis 400 Quadratmeter groß sein werden. „Die Kiebitze benötigen aber Flachgewässer“, fügte er hinzu. Fünf bis zehn Paare sollen sich auf der Fläche später ansiedeln. Auch Feldlerche, Brachvogel, Neuntöter, Wiesenpieper und Braunkehlchen könnten dort künftig eine Heimat finden.

Heedes Bürgermeister Reimer Offermann machte sich am Montag ebenfalls ein Bild von den Arbeiten. „Es ist nicht die erste Fläche, die hier zur Verfügung gestellt worden ist“, sagte er. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass die offene Landschaft erhalten bleibt und nicht verbuscht.“ Durch die extensive Bewirtschaftung werde das erreicht, so Voß. Dazu gehöre auch eine späte Mahd.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein kauft oder pachtet seit ihrer Gründung im Jahr 1978 land- und forstwirtschaftliche Flächen, um sie für den Natur- und Artenschutz zu sichern. Darüber hinaus will sie die biologische Vielfalt erhöhen und die landschaftliche Schönheit Schleswig-Holsteins bewahren. Mittlerweile hat die Stiftung nach eigenen Angaben fast 33000 Hektar Land gesichert und für mehr als 2200 Hektar den Ankauf durch Dritte gefördert. Die Ausgleichsagentur ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz. www.stiftungsland.de
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen