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„Es ist wie ein kleiner Wald“ : Badeverbot: Wasserpflanzen im Rantzauer See

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Wasserpflanzen im Rantzauer See haben sich so stark vermehrt, dass die Stadtwerke Barmstedt ein Badeverbot verhängt hatten. Es bleibt vorerst bestehen. Der Bootsverleih hat den Verleih der Motorboote eingestellt.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2017 | 12:10 Uhr

Barmstedt | Das Badeverbot im Rantzauer See bleibt vorerst bestehen. Wie berichtet, hatten sich Wasserpflanzen vor einigen Tagen dermaßen ausgebreitet, dass die Stadtwerke Barmstedt das Baden verboten hatten – die Gefahr, dass sich Schwimmer in den Ranken verheddern, sei zu    groß. Gestern Nachmittag starteten Betriebsleiter Andy Fröhler und Stadtrat Ernst-Reimer Sass den ersten Versuch, die Wasserpflanzen zu beseitigen. Von einem Motorboot aus bemühten sie sich, die Pflanzen abzumähen. Doch die Aktion sei noch nicht zufriedenstellen verlaufen. „Wir müssen die Technik noch verbessern“, sagte Sass.

Das Badeverbot werde daher bis auf weiteres bestehen bleiben, sagte Stadtwerke-Sprecherin Irina Hesselink. „Das ist natürlich ärgerlich, aber besser, als wenn etwas passiert.“ Der Strand und die Liegewiese könnten weiterhin genutzt werden.

Jetzt werde bestimmt, um welche Pflanzen es sich genau handelt, sagte Hesselink. Sicher sei, dass beide Arten nicht gesundheitsschädlich seien. „Eines ist vermutlich eine Art von Wasserpest.“ Die Ursache für das rasante Wachstum der Pflanzen, die vom Grund an die Oberfläche wachsen, seien die Exkremente der Kanadagänse, die den See jahrelang bevölkerten, sagte Sass. „Das ist die biologische Antwort von 500 Gänsen.“

Andy Fröhler (Stadtwerke) und Ernst-Reimer Sass versuchten gestern vom Boot aus, die Pflanzen abzumähen.
Andy Fröhler (Stadtwerke) und Ernst-Reimer Sass versuchten gestern vom Boot aus, die Pflanzen abzumähen. Foto: Christian Uthoff
 

Anders als im Falle der Blaualgen, die das Baden in den vergangenen Jahren zeitweise unmöglich gemacht hatten, sei dieses Mal aber die Wasserqualität in Ordnung. „Man kann bis auf den Grund sehen, so klar ist es“, sagte Bootsverleiher Peter Latsch. Die Pflanzen produzierten Sauerstoff, was an sich gut sei, bestätigte Hesselink. „Nur das andere Problem hätte nicht sein müssen.“

Auch der Bootsverleih kämpft mit dem Bewuchs. „Wir haben den Verleih der vier Motorboote einstellen müssen, weil sich die Pflanzen um die Schrauben drehen können“, sagte Latsch. Die 16 Tret- und acht Ruderboote könnten aber genutzt werden. „Am Wochenende war es hier voll, und es gab keine Klagen“, berichtete Latsch. Das Wachstum der Pflanzen sei beachtlich, bestätigte er. „Von oben sieht es aus wie ein kleiner Wald.“

Besucher sammeln Pflanzen ein

Offenbar benötigten die Pflanzen zum Wachsen viel Licht, sagte Hesselink. „Sie sind vor allem im Schwimmerbereich und vor dem Seegarten.“ Im tieferen Bereich –  der See ist bis zu zwei Meter tief – dagegen seien sie nicht zu sehen. Einziger Trost: Der Rantzauer See sei nicht der einzige, der betroffen sei. „Wir haben das auch schon von anderen gehört.“ Das berichteten auch mehrere Besucher, die gestern am See waren und das schöne Wetter genossen. „Schade, dass man hier nicht schwimmen darf – jetzt, wo endlich das Wasser so schön sauber ist. Aber woanders gibt es das Problem ja auch“, sagte Susanne Schmidt. Andere Besucher hatten sich ins Wasser begeben und die Pflanzen oberflächlich abgesammelt. „Das machen wir öfter, aber man kommt ja nicht dagegen an. Da muss eine andere Lösung her“, meinten sie.

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