B4-Lärm : Langeln stellt Aktionsplan auf

<p>Wird jährlich von Hunderttausenden Fahrzeugen genutzt: die B4 bei Langeln.</p>
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Wird jährlich von Hunderttausenden Fahrzeugen genutzt: die B4 bei Langeln.

Mehr als drei Millionen Fahrzeuge sollen pro Jahr die Bundesstraße 4 bei Langeln nutzen. Und die verursachen eine Menge Lärm. Die Gemeinde macht sich nun im Zuge eines Lärmaktionsplans darüber Gedanken, wie sich die Lautstärke verringern lässt.

shz.de von
12. April 2018, 16:00 Uhr

Langeln | Ellerhoop, Bokholt-Hanredder, Bilsen und Langeln im Amtsbezirk Rantzau verbindet eins: Die Gemeinden sind laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume besonders vom Straßenlärm betroffen. Langeln muss laut Amt Rantzau nun wegen der Verkehrsbelastungen auf der Bundesstraße 4 (B 4) erstmals einen Lärmaktionsplan aufstellen.

Der Bauausschuss der Gemeinde legte während seiner Sitzung am Dienstagabend in einem Vorentwurf mögliche Maßnahmen zur Lärmminderung auf der B 4 fest. „Es sind Werte erreicht, um sich Gedanken zu machen, wie die Belastung reduziert werden kann“, sagte Gerhard Jöhnk vom Amt Rantzau. Was davon umgesetzt werden könnte, soll nun nach Absprachen mit sonstigen Trägern öffentlicher Belange und während einer Öffentlichkeitsbeteiligung geklärt werden.

Bislang seien keine Maßnahmen für Langeln geplant gewesen, da Langeln neu bei den Lärmaktionsplänen dabei sei, so Jöhnk weiter. 50 Wohnungen seien in der Gemeinde im Bereich der B 4 vom Lärm betroffen, zum Teil stärker als Häuser in anderen Gemeinden an der A 23. Im Ortskern sei der Lärm von der B 4 und auch der Landesstraße 75 allerdings nicht so stark wahrnehmbar, so Jöhnk weiter, da er abseits der Hauptstraßen liege. Die Bauausschussmitglieder sprachen sich dafür aus, zu überprüfen, ob ein Tempolimit in den betroffenen Bereichen den Lärm reduzieren kann. An der Grenze zur Stadt Kaltenkirchen gilt auf der B4 aufgrund der hohen Unfallgefahr an der Kreuzung von B 4, K  48 und L 210 seit Kurzem bereits Tempo 50 (wir berichteten), am Bahnübergang nahe Hoffnung Tempo 70. Dazwischen gebe es aber auch Bereiche ohne direktes Limit.

Laut Jöhnk ist im Bereich der Kieler Chaussee (B 4) auch in absehbarer Zeit eine Sanierung des Fahrbahnbelags erforderlich. Eine neue Fahrbahndecke könnte ebenfalls zu einer Lärmminderung führen – ähnlich wie es im Sommer mit der Landesstraße 110 in Ellerhoop geplant ist (wir berichteten). Seitens des Straßenbaulastträger soll zudem geprüft werden, ob auch passive Schallschutz-Maßnahmen wie entsprechende Fenster bei vom Lärm betroffenen Häusern eingebaut werden könnten. Aber: In Bilsen, das bereits in vergangenen Jahren einen Lärmaktionsplan aufgestellt hatte, sei das ebenfalls vorgeschlagen worden. „Es ist aber nichts passiert“, so Jöhnk. „Wir haben das aber wieder mit aufgenommen.“ Einen weiteren Vorschlag fügten die Bauausschussmitglieder hinzu: Sie plädierten für einen Kreisel im Bereich der Kreuzung von B 4, K 48 und L2 10 an der Grenze zu Kaltenkirchen, wie Bürgermeister Hans-Detlef Fuhlendorf (BWG) berichtete.

Der Lärmaktionsplan müsse aufgestellt werden, weil die Kieler Chaussee eine Verkehrsbelastung von über drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr überschritten habe, so Jöhnk. „Kann das sein, dass das mit den Bauarbeiten auf der A 7 zu tun hat?“, fragte Klaus Mersebrock (BWG) angesichts der Zahlen. Denn bei Staus würden moderne Navis die Autofahrer schnell auf eine Ausweichroute – und damit auch über die B 4 bei Langeln – schicken. „Das kann gut sein“, antwortete Jöhnk.

Am Lärmaktionsplan sind laut Amt auch sonstige Träger öffentlicher Belange und auch die Öffentlichkeit zu beteiligen. Das soll im nächsten Schritt passieren, so der Bauausschuss. Das letzte Wort hat dann die Gemeindevertretung. Die Lärmaktionspläne sind bis zum 18. Juli aufzustellen, so das Amt Rantzau.

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