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Barmstedter Zeitung

23. Oktober 2017 | 14:00 Uhr

AZV rückt von der Sohlgleite ab

vom

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | Der Abwasserzweckverband (azv) will aus dem Projekt ,Sohlgleite am Rantzauer See aussteigen. "Wir finden die Idee immer noch gut, aber es ist abzusehen, dass eine Sohlgleite - wenn überhaupt - frühestens in zwei, drei Jahren gebaut werden würde", sagte azv-Geschäftsführer Lutz Altenwerth gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Die jüngsten Überschwemmungen in der vorigen Woche (wir berichteten) hätten aber gezeigt, dass das Entwässerungsproblem in Barmstedt dringend gelöst werden müsse. "Da können wir nicht mehr so lange warten."

Alternativ will der azv nun doch den maroden, etwa 400 Meter langen Regenwasserkanal am Krückauwanderweg entlang des Rantzauer Sees erneuern. "Wir werden jetzt in die Planungen für einen Neubau einsteigen", kündigte Altenwerth an. Es sei zwar möglich, den verstopften Kanal immer wieder freizuhalten, "aber das ist wahnsinnig teuer und keine Dauerlösung". Statt wie bisher geplant von oben, könnte der Kanal unterirdisch erneuert werden, sagte Altenwerth. "Das wäre zwar etwas teurer, hätte aber den Vorteil, dass die Kastanien am Wanderweg stehen bleiben könnten."

Ein neuer Kanal werde in erster Linie das Regenwasserproblem lösen, von dem vor allem Anlieger des Wiesengrunds betroffen sind, betonte Altenwerth. Die durch das Krückau-Hochwasser verursachten Überschwemmungen könnte nur eine Sohlgleite entschärfen.

Die Mitglieder des azv-Beirats - Bürgermeister Nils Hammermann, Michael Schönfelder, Axel Schmidt (beide FWB) und Dietrich Tetz (CDU) -, denen Altenwerth seine Entscheidung vorige Woche vorgestellt hat, seien "zuerst ein bisschen erschrocken" gewesen, sagte er. "Aber dann haben alle eingesehen, dass etwas passieren muss, weil in Sachen Sohlgleite kein Licht am Horizont zu sehen ist". Wie berichtet, hatte das Bürgerbegehren gegen die Bebauung der Lillschen Wiese - die mit dem Bau der Sohl gleite verbunden wäre - die Planungen vorerst gestoppt.

Die FWB, die am heftigsten für die lange Sohlgleite gekämpft hat, will sie trotz des azv-Rückziehers nicht zwangsläufig begraben. "Wir sind davon überzeugt, dass sie das Hochwasserproblem lösen kann und das ökologisch beste Konzept für eine höhere Durchlässigkeit der Krückau ist", sagte FWB-Chef Peter Gottschalk. Zudem könne sie Barmstedts Attraktivität für Touristen erhöhen.

Sollten dank des neuen azv-Verfahrens die Kastanien stehen bleiben, "wäre das ein Pluspunkt", sagte Gottschalk. Negativ dagegen sei, dass die Gebührenzahler die Zusatzkosten tragen müssten. "Das wäre mit der Sohlgleite nicht passiert." Sie hätten sogar gespart, weil der azv den Kanal dann nicht saniert hätte. Ein weiterer Nachteil der azv-Entscheidung: Die Flächen südlich des Spitzerfurth, die für den Bau der langen Sohl gleite nötig wären, müsste die Stadt bezahlen. Ansonsten hätte der azv sie gekauft.

Während der azv bis Jahresende die Planungen für den Kanalbau festzurren will, haben die Stadtvertreter zwei Möglichkeiten: Sie können die Sohl gleite entweder kippen oder die Bürger entscheiden lassen, indem sie einen Termin für den Bürgerentscheid festlegen.

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