Kommunalwahl 2018 : Ausgeglichenes Ergebnis in Barmstedt

Kritischer Blick auf die Wahlergebnisse (von links): Peter Gottschalk (FWB), Patrick Laas (SPD) und Claus-Peter Jessen (Grüne).
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Kritischer Blick auf die Wahlergebnisse (von links): Peter Gottschalk (FWB), Patrick Laas (SPD) und Claus-Peter Jessen (Grüne).

Vier Parteien erhalten jeweils mehr als 20 Prozent der Stimmen. CDU gewinnt die Wahl. BALL legt am meisten zu.

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07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Barmstedt | Barmstedt hat gewählt – und das ziemlich ausgeglichen: Die CDU bleibt wie 2013 stärkste Kraft. Die Christdemokraten holten während der gestrigen Kommunalwahl 24,6 Prozent der Stimmen (2013: 26,19 Prozent) – so das vorläufige Ergebnis. Zweitstärkste Kraft bleibt die FWB mit 23,6 Prozent (2013: 24,46 Prozent), die die SPD etwas deutlicher als noch 2013 auf den dritten Platz verweisen konnte. Damals holten die Sozialdemokraten 24,13 Prozent der Stimmen, dieses Mal waren es 21,3 Prozent. Größte Stimmgewinne konnte die Barmstedter Linke Liste (BALL) für sich verbuchen: Am Ende stand das Plus bei 3,76 Prozentpunkte. Damit knackte die BALL ebenfalls die 20-Prozent-Marke und landete beim vorläufigen Endergebnis bei 20,5 Prozent (2013: 16,69 Prozent). Auch die Grünen verbuchten Stimmzuwächse: Sie holten 10,1 Prozent (2013: 8,53 Prozent). 

Bei der CDU war die Freude über das Ergebnis etwas verhaltener: Die CDU habe noch „Glück im Unglück“ gehabt, sagte Henning Behrens, da sie trotz der leichten prozentualen Verluste mit sechs Sitzen die meisten Stadtvertreter stellen werde. Mit seinem persönlichen Ergebnis sei er „sehr zufrieden – aber unser Gesamtergebnis hätte besser sein können“, erklärte er. Er hatte den Wahlkreis 3 mit 116 Stimmen mit großem Abstand vor der Zweitplatzierten Cornelia Dresler (FWB, 89 Stimmen) gewonnen.

Ob das Thema Straßenausbaubeiträge – für deren Beibehaltung sich die CDU ausgesprochen hatte – Stimmen gekostet habe, wollte Behrens nicht bestätigen. „Ich denke nicht, dass das wahlentscheidend war.“ Wichtiger sei aus seiner Sicht der direkte Kontakt mit den Wählern – etwa über Hausbesuche – gewesen, sagte er. Das habe auch ihr geholfen, sagte Friederike Schmidt (CDU), die erstmals antrat und ihren Wahlkreis direkt gewann.

Wie wird sich die künftige Stadtvertretung zusammensetzen? Vertreter der Parteien waren in die Kommunale Halle gekommen, um das und weitere Themen zu diskutieren.
Christian Uthoff
Wie wird sich die künftige Stadtvertretung zusammensetzen? Vertreter der Parteien waren in die Kommunale Halle gekommen, um das und weitere Themen zu diskutieren.
 

Die Freie Wählergemeinschaft Barmstedt (FWB) wird voraussichtlich mit Christian Kahns (Wahlkreis 2), Peter Gottschalk (4), Klaus Siefke (8), Susanne Rattay (9) vier Direktkandidaten und damit die meisten aller Wählergruppierungen in die Stadtvertretung entsenden. „Wir haben als FWB ein ordentliches Ergebnis eingefahren“, sagten Kahns und Gottschalk. Kahns gewann seinen Wahlkreis mit 139 Stimmen sehr deutlich. „Ein Dank geht an meine Wähler. Für mich ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis.“ Ob er auch Bürgervorsteher bleibe, stehe aber noch nicht fest, betonte er. Das Vorschlagsrecht für einen Bürgervorsteher habe die Gruppierung, die die meisten Sitze erhalten hat. Die genaue Sitzverteilung hinsichtlich der Listenvertreter stand gestern Abend bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Das Thema Ausbaubeiträge habe seiner Meinung nach Einfluss auf die Wahl gehabt, so Kahns – aber vermutlich in den betroffenen Straßen wie der Kampstraße mehr als in Neubaugebieten. Grundsätzlich seien die Ergebnisse in den verschiedenen Wahlbezirken sehr unterschiedlich gewesen, bilanzierte Kahns beim Blick auf die vorläufigen Ergebnisse.

SPD hat sich mehr erhofft

Für die SPD habe er sich zwei bis drei Prozent mehr erhofft, sagte Patrick Laas kurz nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse. Das Thema Straßenausbaubeiträge, das kurz vor der Wahl eine neue Dynamik entwickelt und eine unerwartete Wendung genommen habe, habe sicher in das Ergebnis „mit reingespielt“. Dennoch sei man guter Dinge. Die SPD wollte aktiv weiter arbeiten: Laas: „Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen.“

Auf die „kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit mit unserer Zeitung“ führt Helmut Welk (BALL) den Erfolg seiner Partei zurück, die gegenüber 2013 um fast vier Prozentpunkte zulegte und voraussichtlich fünf Stadtvertreter stellen wird. Zudem habe die BALL bei „Themen, die sich immer fortsetzten“, wie dem Bau einer neuen Kita und den Straßenausbaubeiträgen, konsequent agiert. „Wir wollten die Kita immer in den B72 haben und fordern die Abschaffung der Ausbaubeiträge seit 2014.“

Die Grünen – die gegenüber 2013 leicht zulegten und wohl wieder zwei Stadtvertreter stellen werden – sahen das Ergebnis als „Bestätigung unserer Arbeit“, so Claus-Peter Jessen. „Wir haben einen ehrlichen Wahlkampf geführt und brauchen uns nicht zu verstecken“, ergänzte Marina Quoirin-Nebel. Dass es nicht für ein Direktmandat gereicht hat, sei „zu erwarten gewesen“, sagte Jessen.

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