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Barmstedter Zeitung

17. Dezember 2017 | 09:22 Uhr

Barmstedt : Aus dem Garten auf den Marktplatz

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Barmstedterin Maria Stürwoldt schenkt der Stadt ihre Edeltanne. Der Baum schmückt jetzt den Platz vor dem Rathaus.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Sie ist der Mittelpunkt des Barmstedter Weihnachtsmarkts: die acht Meter hohe, festlich beleuchtete Tanne auf dem Marktplatz. Bis vor wenigen Tagen stand sie noch am Lerchenweg im Garten von Maria Stürwoldt. „Ich hing an ihr, aber sie wurde mir zu groß“, sagt die 84-jährige Barmstedterin. Die Tanne habe „alles verdunkelt und den halben Rasen eingenommen“. Zudem habe sie Angst gehabt, dass sie umkippen könnte. „Aber das wäre nie passiert, haben mir die Baumfäller gesagt. Die stand sicher.“

Als Stürwoldt die Edeltanne vor 20 Jahren von einem Bekannten aus Klein Nordende geschenkt bekam – „er hatte sie selbst gezüchtet“ –, sei sie 1,50 Meter hoch gewesen. Zuletzt waren es mehr als acht Meter; genau weiß Stürwoldt es nicht. „Nachdem sie gefällt war, haben die Arbeiter unten ein Stück abgeschnitten“, sagt sie. Die Fällung, die eine Fachfirma am Dienstag vornahm, habe nur eine halbe Stunde gedauert, berichtet Stürwoldt. „Sie sind um 8 Uhr gekommen, haben den Baum mit Hilfe eines Krans gehalten und waren um 8.30 Uhr fertig.“ Viele Nachbarn hätten zugeschaut, „das war schon ein Ereignis“. Anschließend habe der Bauhof die Tanne abgeholt und zum Marktplatz gebracht.

Sie habe der Stadt – die sich dafür herzlich bedankt – gern etwas schenken wollen, sagt Stürwoldt, die aus Ostpreußen stammt, mit ihrer Familie kurz vor Kriegsende vor den Russen flüchtete und in Barmstedt strandete. Etwas traurig sei sie dennoch gewesen, als der Baum weg war. „Ich war aber schon einmal auf dem Markt und habe ihn mir angeschaut.“

Auf dem Platz, auf dem die Tanne stand, sei jetzt „nur dunkle Erde“, so Stürwoldt. „Aber da wird wieder was hinkommen, mein Sohn will Rasen säen.“ Der prächtige Nadelbaum sei ein Markenzeichen gewesen, sagt Stürwoldt: „Viele haben sich an ihm orientiert. Ich habe dann immer gesagt: ,Da, wo die Tanne ist.’ Sie ragte über alle Dächer.“

Vier der ersten Besucher, die gestern über den Weihnachtsmarkt schlenderten und die Tanne bewunderten, waren Birte und Kirsten Wischmann mit ihren Töchtern Kira und Pia. „Wir bummeln hier jedes Jahr rüber“, sagten die Barmstedterinnen, die den Markt seit ihrer Kindheit kennen. In diesem Jahr seien sie etwas besorgt gewesen, „weil der Stoppelmarkt so ein Reinfall war. Aber es gefällt uns wieder sehr gut.“

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