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Barmstedter Zeitung

11. Dezember 2017 | 09:27 Uhr

Langeln : Auf Tuchfühlung mit Tier und Natur

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Brita von Bothmer ist Eigentümerin des Gestüts Hohenufer in Langeln. Ihre Leidenschaft gilt vor allem den Pferden

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2014 | 16:28 Uhr

Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständenstellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im 13. Serienteil erzählt Brita von Bothmer, wie sich der einstige Hof in Langeln zum Gestüt Hohenufer wandelte – und warum ihre Leidenschaft den Tieren gehört.

So lange Brita von Bothmer zurückdenken kann, hat sie immer in enger Nachbarschaft mit Tieren, insbesondere mit Pferden, gelebt – und das ist bis heute so geblieben. Als Eigentümerin des Gestüts Hohenufer in Langeln geht sie täglich beruflich mit den Vierbeinern um, aber auch einen Teil ihrer Freizeit verbringt sie mit ihnen: Sie ist leidenschaftliche Reiterin. „Unser Leben schloss immer auch, wo es möglich war, das Tier mit ein“, betont die vierfache Mutter. „Geritten bin ich schon seit jeher.“

Der Tag beginnt für von Bothmer bereits gegen 6.30 Uhr. Dann heißt es aufstehen und als erstes die Tiere füttern, zu denen außer Pferden auch Schafe gehören. Naturgemäß gestaltet sich die Arbeit auf dem Gut im Sommer, wenn sich die Pferde draußen aufhalten, anders als zur kalten Jahreszeit. „Im Winter steht die Versorgung der Pferde im Vordergrund“, erklärt die Langelnerin. „So müssen beispielsweise die Boxen gesäubert und neu eingestreut werden.“ Aber auch viele andere Arbeiten fallen auf dem Gestüt an. Dazu zählen auch kleinere Reparaturen, die von Bothmer, wenn möglich, selber durchführt.

Unterstützt wird sie in allem von ihrem Ehemann Rolf-Peter Dröge, einem Juristen, der unter anderem als Treckerfahrer aushilft. Der Mitarbeiter Stephan Höber erledigt „alles, was so anfällt“, wie er sagt. Mit der Arbeit auf dem Gestüt ist es für die gebürtige Hamburgerin, die in Kiel Pharmazie studierte, aber noch nicht getan: Sie betreibt in der Hansestadt die Apotheke ihres verstorbenen Vaters.

Das Gestüt Hohenufer hat, wirtschaftlich gesehen, mehrere Standbeine. Im Vordergrund steht die Pferdehaltung und -züchtung: Zu den fünf eigenen kommen 30 eingestellte Pferde, die dort verpflegt werden. Verbunden mit der Pferdehaltung ist die Grünlandwirtschaft. Was über den Eigenbedarf hinaus produziert wird, gelangt in den Handel.

Bei den Schafen, die von Bothmer hält, hat sich gerade Nachwuchs eingestellt. Brennholz holt das Ehepaar aus dem eigenen Stückchen Wald. Die frei herumlaufenden Hühner sorgen für eine kontinuierliche Eierproduktion. „Wir haben in sämtlichen Gebäuden Wohnungen ausgebaut“, ergänzt von Bothmer. Diese werden vermietet. Bekannt geworden ist das Gestüt Hohenufer aber durch die Veranstaltung „Familienspaß und Reiten für den guten Zweck“, die einmal jährlich zugunsten der Christopherus-Aktion des Rotary Club Quickborn stattfindet. Auf dem weitläufigen Gelände messen sich dann Jung und Alt in Reit- und Fahrwettbewerben mit Geländeorientierungsstrecke, Gehorsamsprüfungen und Geschicklichkeitstests. Der Erlös aus dem Event fließt der Aktion zu.

Hohenufer hat im Laufe der Jahre und Jahrzehnte viele Besitzer gehabt. 1911 erwarb der Im- und Exportkaufmann Richard Bouncken aus Hamburg den Hof für seinen Sohn Walter. Er baute das große Wirtschaftsgebäude, um Schweinezucht für die Marine zu betreiben. Sein Sohn Walter fiel im Ersten Weltkrieg. Ludwig Kliefoth und seine Ehefrau, eine geborene Bouncken, übernahmen den Hof.

Ein entscheidendes Jahr war 1949: Damals kaufte der Hamburger Bauunternehmer Paul Sternberg Hohenufer für seinen Sohn Günter. Da Vieh und brauchbares Inventar nicht mehr vorhanden war, wurden große Flächen am Voßmoor und in der Heeder Feldmark zu Acker- und Grünland kultiviert. Der Fokus lag auf der Milchviehwirtschaft, es gab eine Kuhherde mit 18 Kühen und Jungvieh. Außer Getreide baute man bis zu 36 Tonnen Kartoffeln an.

Ein weiterer Besitzer des Hofes, Bernd Grabert, verkaufte das Anwesen an Marly Klingmüller, der Mutter Brita von Bothmers. Letztere ist seit 2005 Eigentümerin des Gestüts.
 

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