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Barmstedter Zeitung

21. Oktober 2017 | 02:14 Uhr

Auf Spurensuche in der Geschichte

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Gerhard Glismann aus Barmstedt erforscht jüngere Historie der Höfe in der Region / Landwirte sehr interessiert an Aufarbeitung

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2013 | 17:08 Uhr

Rund 960 landwirtschaftliche Betriebe gibt es im Kreis Pinneberg. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im siebten Serienteil steht allerdings kein landwirtschaftlicher Betrieb im Mittelpunkt – sondern ein Barmstedter Regionalhistoriker und Ahnenforscher. Gerhard Glismann (64) hat nicht nur die Historie seiner eigenen Familie erforscht, sondern auch in den vergangenen sechs Jahren die Historie der Höfe in der Region Barmstedt seit den 50er-Jahren aufgearbeitet. „Ich habe viele Gespräche geführt, Adressen, Bilder und Infos bekommen, Geburtsdaten und die Zahl der Kinder erfasst und geschaut, wann die Höfe übergeben oder ob sie aufgegeben wurden.“

Die Vorarbeiten zu Glismanns Forschungen hatten bereits in den 30er- und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts Ernst Christian Mohr und Max Ruge geleistet. Sie haben die Historie der Höfe im Amt Rantzau detailliert aufgelistet, so Glismann. „Mohr ist der Maßgebende, er ist dafür auch ausgezeichnet worden“, so der Barmstedter Regionalhistoriker. Die Originale werden sicher verwahrt im Landesarchiv in Schleswig, Kopien einer per Schreibmaschine erstellten Abschrift liegen unter anderem im Elmshorner Konrad-Struve-Haus bei der Vereinigung für Familienkunde (siehe Info-Kasten) und im Barmstedter Museum. „Die Historie war bis in die 50er-Jahre aufgearbeitet – und dann fehlt es“, berichtet der 64-Jährige. Also sei vor etwa sechs Jahren eine Arbeitsgruppe gegründet worden, um die neuere Geschichte der Höfe in und um Barmstedt zu erforschen.

174 Höfe umfasst das Hofregister Barmstedt, mehr als 110 hat Glismann schon bearbeitet. Alle Höfe, die nach 1876 gegründet worden sind, seien in dem Register aber nicht erfasst: „Damals kam die preußische Verwaltung und das Katasteramt wurde eingeführt“, sagt er. An die Unterlagen des Katasteramts komme man nicht heran: „Das ist Verschlusssache.“

Wenn Glismann die neuere Geschichte der Barmstedter Höfe erforscht, kommt er selten mit leeren Händen zu den Betrieben. „Ich bringe die Historie und die Daten mit, viele Landwirte sind sehr interessiert daran“, so der 64-Jährige. So sei er unter anderem vor Kurzem bei Thomas Ladiges aus Lutzhorn (vierter Serienteil) zu Gast gewesen. „Er war ganz erstaunt, weil er nicht viel über die Geschichte seines Hofs wusste“, erzählt Glismann.

Auch die Historie des Hofs von Hauke und Marina Wähling in Barmstedt (erster Serienteil) hat sich der Forscher genauer angeschaut. Der erste Eintrag laute dabei „1593-1606“ – allerdings ohne weitere Informationen. Im Jahr 1600 gehörte der Hof einem Dettmar Cörner, 1615 Johann Möller. 1672 wird das erste Mal bei einem Verkauf auch ein Preis genannt, dieser betrug 400 Mark lübsch. „In heutige Währungen umrechnen kann man das aber nicht“, so Glismann.

Nicht alle Höfe haben so lange überlebt. Das 1725 in Barmstedt gebaute Lohsesche Haus (siehe kleines Foto) stand einst an der Bahnhofstraße. „Nach dem zweiten Weltkrieg – das genaue Datum ist unbekannt – wurde es abgerissen“, so Glismann. Der Grund dafür sei unbekannt. „Auf dem Platz steht heute der Schusterjunge.“

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