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Barmstedter Zeitung

22. Oktober 2017 | 22:06 Uhr

Barmstedt : Auf Dietrich Bonhoeffers Spuren

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Kaufmann Martin Schramm hat ein Buch über den Widerstandskämpfer geschrieben. Die Idee entstand auf Fanø.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Er habe „die Gabe des frühen Aufstehens“, sagt Martin Schramm. Die habe es ihm ermöglicht, sein zweites Buch zu schreiben, „ohne dass es meinen Alltag allzu sehr beeinträchtigt hat. Ich war höchstens ein ganz kleines bisschen müder als sonst.“ Fast jeden Tag setzte sich der Barmstedter zwischen 5 und 6.30 Uhr an den PC und brachte seine Gedanken ,zu Papier’. Geholfen habe ihm dabei sicher sein zweites großes Hobby, sagt Schramm: das Laufen. „Das lehrt Disziplin.“ Nach eineinhalb Jahren war das Buch fertig. 236 Seiten, Titel: „Unterwegs mit Bonhoeffer“.

Angefangen hatte alles mit dem Satz eines Freundes. „Wenn ich Fanø höre, muss ich an Bonhoeffer denken“, hatte der gesagt, als Schramm ihm erzählte, dass er auf jener dänischen Nordseeinsel mit seiner Familie den Sommerurlaub verbringen wolle. Als Reiselektüre packte er daraufhin Bonhoeffers Buch „Nachfolge“ ein – und vertiefte sich darin, „im  Ruheraum“ der Dünen. „Dort hat 1934 auch Bonhoeffer gesessen und mit jungen Männern über die Zukunft der Kirche diskutiert“, sagt Schramm. „Ich fand es spannend, mich da hineinzuversetzen, und wollte noch mehr über Bonhoeffer erfahren.“ Daraus sei dann die Idee entstanden, an Orte zu reisen, die das Leben des Widerstandskämpfers geprägt haben, und darüber ein Buch zu schreiben.

Während der folgenden Monate besuchte Schramm Bonhoeffers Elternhaus in Berlin – „den Tag hat mir ein Freund geschenkt“ –, das Ferienhaus der Familie in Friedrichsbrunn (Harz) und die Ausbildungsstätte der Bekennenden Kirche in Zingst. In New York, wo Bonhoeffer studiert hatte, sei er im Rahmen einer Reise gewesen, so Schramm. Erschüttert hätten ihn die Besuche der ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald und Flossenbürg, in denen Bonhoeffer inhaftiert war und hingerichtet wurde. Seine Erlebnisse während dieser Reisen sowie persönliche Gedanken und biografische Notizen finden sich in seinem Buch wieder. Dass dieses Konzept beim Verlag auf Interesse stieß, habe ihn sehr gefreut, sagt Schramm. „Schließlich gibt es über Bonhoeffer schon diverse Biografien und theologische Abhandlungen.“

Geschrieben habe er schon als Schüler gern, erzählt Schramm. Seit 13 Jahren verfasst er Beiträge für christliche Zeitschriften; 2006 erschien sein erstes Buch „Lauffeuer“. Motiviert werde er beim Schreiben auch von dem Gedanken, „andere mit meiner Leidenschaft für etwas anzustecken“. Das tut Schramm, der vor 51 Jahren in Barmstedt geboren wurde, auch mit Vorträgen und Seminaren, die er auf Anfrage hält – über Bonhoeffer etwa hat er jüngst im Barmstedter Gymnasium gesprochen, das der jüngste seiner drei Söhne noch besucht.

Glaube bedeutet dem gelernten Einzelhandels- und studierten Diplom-Kaufmann viel: 18 Jahre lang war Schramm im Vorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde, zehn Jahre lang im Vorstand der Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche aktiv. 2011 trat er zurück, engagiert sich in der Gemeinschaft aber nach wie vor. Und wenn er neben seinem Beruf – er führt drei Schuhgeschäfte in Barmstedt und Elmshorn und ist zudem bei einer Unternehmensberatung tätig – und dem Schreiben noch Zeit hat, läuft er nach wie vor gern. „Aber nicht mehr so viel wie früher“, sagt er. „Jetzt reichen mir zehn bis 15 Kilometer.“

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