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Barmstedter Zeitung

24. September 2017 | 23:29 Uhr

Auf der Suche nach der Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

SchlossinselBarmstedter informieren sich über die Geschichte – und überlegen, wie die Insel künftig aussehen könnte

Mit so vielen interessierten Bürgern hatten Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) und ihre Mitarbeiter Marcel Holz vom Tourismusbüro und Renate Dorsch vom Bauamt nicht gerechnet: Mehr als 40 Besucher waren vor kurzem der Einladung der Stadt gefolgt, die Schlossinsel näher kennenzulernen und über die künftige Nutzung der Gebäude und die Gestaltung der Anlagen zu diskutieren. „Die Schlossinsel ist das Herzstück unserer Stadt. Wir als Verwaltung wollen gemeinsam mit den politischen Vertretern und den Bürgern Ideen sammeln, wie sie künftig aussehen soll“, sagte Döpke. Um die Vorschläge auch umsetzen zu können, habe die Politik unlängst beschlossen, Fördermittel zu beantragen (siehe Info-Kasten).

Nach der Begrüßung berichtete Stadthistoriker Peter Steenbuck den Teilnehmern während eines Insel-Rundgangs über den jeweiligen geschichtlichen Hintergrund der einzelnen Gebäude und die jetzige Nutzung. So erfuhren die Besucher, dass das marode Schloss abgerissen und 1805 neu gebaut wurde. „Alle Vorgängergebäude aus der Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, von denen keines mehr steht, hatten ein Fachwerk“, sagte Steenbuck. Die Bezeichnung Schloss sei der des Herrenhauses vorzuziehen, weil es damals – wenn auch nicht häufig – von den Grafen Rantzau genutzt worden sei. Das Schloss sei das einzige Gebäude, das nicht für öffentliche Zwecke genutzt werde, weil dort Mieter wohnen. In der Remise – dem ältesten Haus auf der Insel von 1802, die als Wasch- und Milchkammer mit einem Backofen als Ergänzung zum Gerichtsschreiberhaus gebaut wurde – wird zum Januar 2018 die Keramikwerkstatt schließen. Spontan schlug ein Besucher vor, dort eine Goldschmiede-Werkstatt einzurichten.

Etliche horchten auf, als Steenbuck berichtete, dass auf der Insel früher als Anschluss an Torhaus und Gefängnis ein großer Schuppen gestanden habe, der Tiere und Geräte beherbergte. Ebenso habe es einen Schuppen zwischen dem Gerichtsschreiberhaus und dem Amtsgericht gegeben und das Schloss einen Anbau gehabt. „Einen Schuppen sollte man zumindest rekonstruieren“, sagten einige aus der Gruppe. Auf der heutigen Wiese zwischen der Brücke und der Gaststätte „Zum Bootssteg“ habe das große Vorwerk gestanden, das 37 Meter lang war, und in dem Vieh, Geräte und Vorräte beherbergt wurden, so Steenbuck.


Verwaltung nimmt Vorschläge entgegen


Voller Eindrücke, trafen sich alle anschließend im Schlossgefängnis und diskutierten in kleinen Gruppen lebhaft über die Zukunft der Insel. „ Ideen können sofort auf Karten geschrieben und bis zum 30. Juni im Tourismusbüro im Rathaus abgegeben werden“, sagte Döpke. Einige Vorschläge seien bereits eingegangen. „Wir werden sie sammeln und anschließend der Öffentlichkeit vorstellen, die wir weiterhin einbeziehen werden“, kündigte Döpke an. Nähere Informationen erteilt Holz unter der Telefonnummer (0  41  23) 68  12  02.

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