Barmstedt : Auf der Suche nach Abkühlung

Im Eiscafe Venezia läuft der Betrieb auf Hochtouren. Und auch in der Eis Bar Südpol brummt das Geschäft.
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Im Eiscafe Venezia läuft der Betrieb auf Hochtouren. Und auch in der Eis Bar Südpol brummt das Geschäft.

Baden im Rantzauer See, Eis löffeln in der Innenstadt und vor allem viel trinken – so erfrischen sich die Barmstedter während der Hitze.

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23. Juli 2014, 15:30 Uhr

Barmstedt | Der Hochsommer ist da – und eine ganze Stadt schwitzt. Ob Mitarbeiter der Stadtnetze Barmstedt, Bewohner des Seniorenheims Barmstedt/Rantzau oder Gäste am Strandbad am Rantzauer See – sie alle versuchen sich bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von bis zu 30 Grad etwas Abkühlung zu verschaffen. In den Barmstedter Eisdielen läuft das Geschäft auf Hochtouren. Wasser und Erfrischungsgetränke verkaufen sich im Supermarkt derzeit fast von alleine.

Mit dem heutigen 23. Juli beginnen die Hundstage – die heißeste Phase des Jahres. Besonders die Bauarbeiter, die auf den Baustellen in Barmstedt in der prallen Sonne arbeiten, müssen besonders auf sich achtgeben. „Viel Wasser trinken“, lautet die Devise der Männer am Bahnübergang Nappenhorn. Geselle Jan-Christoph Dreeßen hält die körperliche Arbeit bei der Hitze mit reichlich Flüssigkeit gut aus. Noch besser ist sein Kollege Hans-Walter Gollon dran: Der Baggerfahrer hat in seinem Fahrzeug eine Klimaanlage. Aber auch er muss mehr trinken als üblich. „Und wer muss die Getränke heranschleppen?“, fragt grinsend Chef Gottfried Puhlmann.

100 Prozent Leistung könne man an so heißen Tagen nicht bringen, meint er. „Verlangt auch niemand“, schiebt er nach. „Für unsere Straßenbauarbeiten wären 21 Grad Celsius von Januar bis Dezember ideal“, sagt er schmunzelnd. Nackte Oberkörper sieht man auf den Baustellen nicht. „Viel zu gefährlich“, winkt Pohlmann ab. Zu viel Sonneneinstrahlung gefährde Haut und Gesundheit. Die Mitarbeiter der Stadtnetze, die gleichzeitig an der Baustelle Wasserrohre verlegen, haben ihre Lösung: „Mit Mütze und hoch gekrempelten Hosenbeinen ist die Arbeit erträglich.“

Für Tiere kann die Hitze indes eine große Gefahr sein. Darauf weisen auch dieses Jahr wieder zahlreiche Tierschutzvereine hin. Der Grund: Vierbeiner wie Hund und Katze können nicht durch das Schwitzen über die Haut abkühlen, sondern lediglich über das Hecheln und Trinken. Viel Flüssigkeit und ein Schattenplatz sei für die Tiere daher überlebenswichtig, heißt es. Zum Gassigehen mit dem Hund bieten sich schattige Waldgebiete in den Morgen- oder Abendstunden an. Auf keinen Fall dürfen Tiere alleine im Auto gelassen werden – nicht mal für wenige Minuten

Viel trinken ist bei Hitze wichtig. Das erleben auch die Mitarbeiter des Edeka aktiv markts in der August-Christen-Straße. „Es werden mehr Erfrischungsgetränke und Mineralwasser als sonst gekauft“, so Christian Petersen. Kollegin Brina Bovenzi ergänzt: „Jetzt wird auch vermehrt zu Milch und Buttermilch gegriffen.“ Rote Grütze und Zwieback seien ebenfalls der Renner.

Im Seniorenheim Barmstedt/Rantzau mit seinen etwa 90 Bewohnern sei der Wasserverbrauch in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen, berichtet die Hauswirtschaftsleitung Heike Harder. „Gerade kam eine Lieferung von 40 Kästen Mineralwasser. Wir kommen damit eine Woche hin“, erläutert sie. Auch Kräuter- und Früchtetees, Säfte, Buttermilch und hin und wieder ein alkoholfreies Bier stehen auf der Getränkeliste.

„Für uns ist das eine große Herausforderung“, so Pflegedienstleiterin Diane Ahrens über die Sommermonate. „Mit dem Alter lässt das Durstgefühl nach.“ Daher würden die Mitarbeiter immer wieder Getränke bereit stellen. Da sich die Senioren weniger in der prallen Sonne aufhalten, sollte jeder von ihnen zwischen eineinhalb und zwei Liter Wasser am Tag trinken. „Das ist für die Älteren schon eine große Menge“, so Ahrens. Auch den Speiseplan haben die Mitarbeiter an die tropischen Temperaturen angepasst. „Das Essen ist nicht ganz so deftig“, so Harder. Statt Braten und Rotkohl kommen vor allem viel Gemüse, Obst und Suppen auf den Tisch.

Für Bewohnerin Ursula Romanski (83) stellt die sommerliche Hitze keine Belastung da. „Ich kann die Wärme gut ab“, berichtet die Seniorin. Ein bis zwei Flaschen Wasser trinke sie täglich, gerne auch einen Kaffee. Auch mit ihrem Zimmer ist sie hochzufrieden „Man denkt, hier läuft eine Klimaanlage“, sagt sie.

Die beiden Eisdielen in Barmstedt haben derweil Hochsaison. Häufig stehen die Passanten Schlange, um sich eine Erfrischung in der Waffel zu gönnen. „Tags über sind die Innen- und Außenplätze bei dieser Hitze nicht überbelegt“, so Lino Campion vom Eiscafe Venezia in der Innenstadt, der sein Eis seit 35 Jahren in Barmstedt verkauft. „Es ist zu heiß – die Leute nehmen lieber schnell ein Eis mit“, sagt er . Gegen Abend, wenn es etwas kühler werde, seien die Plätze dann besetzt. „Der Saisonbeginn startete in diesem Jahr recht früh, deshalb haben wir die Umsatz-Marke vom vergangenen Jahr jetzt schon geknackt.“ Lieblingseissorten der Kunden seien Schoko, Vanille, Nuss, Stracciatella, Erdbeere, Zitrone und Banane. Ein Klassiker ist das Spaghetti-Eis – es werde von den Gästen gern bestellt.

In der Eis-Bar Südpol bei Schlickum ist bei Temperaturen an die 30 Grad ebenfalls das Haus voll. „Die Kunden verlangen überwiegend Fruchteis wie Melone und Zitrone“, so Galina Kaufmann. „Pures Eis geht am besten“, sagt sie. Aber auch kalorienhaltige Kreationen wie Erdbeer- und Blaubeerbecher verkauft sie gut. Für Kaufmann kann die Hitze gerne noch länger anhalten. „Sie ist gut für das Geschäft“, sagt sie und lacht.

Die weiteren Aussichten

Die weiteren Aussichten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) versprechen für Schleswig-Holstein und die Region Barmstedt weiterhin sommerlich warmes Wetter. Dazu soll es wiederholt Schauer und Gewitter geben. Die Maximal-Temperaturen liegen zwischen 22 und 29 Grad.

Hundstage

Info HundstageAls Hundstage werden in vielen europäischen Ländern umgangssprachlich die heißesten Tage des Jahres zwischen dem  23. Juli und dem 23. August bezeichnet. Namensgebend ist das Sternbild Großer Hund.

 
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