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Video: Alarmübung in Bevern : Auch im Dunkeln sitzt jeder Handgriff

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Wie fühlt es sich an, bei einem Einsatz im Feuerwehrfahrzeug zu sitzen? In Bevern hat die Feuerwehr das während einer Alarmübung demonstriert.

Bevern | Die Bäume rasen in der Dunkelheit nur so am Fenster vorbei. Die Schilder und Leitpfosten an der Elmshorner Straße reflektieren das Blaulicht des Feuerwehrfahrzeugs, das mit rascher Geschwindigkeit in Richtung Kölln-Reisiek fährt. Hin und wieder wird es kurzzeitig hell, wenn die Scheinwerfer eines entgegen kommenden Autos die Fahrerkabine streifen. Dann ist auch für wenige Sekunden das Martinshorn zu hören.

Die Finsternis ist für die beiden Atemschutzgeräteträger die im hinteren Teil der Kabine sitzen, kein Problem. Jeder Handgriff sitzt. Ob Atemschutzmaske oder Funkgerät – die nötige Ausrüstung wird während der Fahrt angelegt. Im Dunkeln leuchten nur die Helme der vier Brandbekämpfer schwach. Keine drei Minuten später hört man das charakteristische Atemgeräusch der Männer mit den Masken. Es klingt ein wenig, als säße Darth Vader mit im Fahrzeug. An der Einsatzstelle angekommen, hechten die Brandbekämpfer aus dem Auto – und zur Unglücksstelle.

Das Szenario für die Alarmübung am Montagabend  am Eggernkamp in Bevern hatte sich der Beverner Wehrführer Stefan Timm ausgedacht. Auf einem Gehöft ist es in einem ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Gebäude bei Schweißarbeiten zu einer Verpuffung gekommen. Mehrere Menschen werden in den stark verqualmten Räumen vermisst. Während die Beverner Wehr nach den  Personen sucht, kümmert sich die Bullenkuhlener Wehr unter anderem um die Löschwasserversorgung und unterstützt die Atemschutzgeräteträger. Die Barmstedter Wehr rückt mit ihrer Drehleiter an, auf der einige Beverner Brandbekämpfer eine kurze Schulung erhalten. Dann bauen sie eine sogenannte Riegelstellung auf, mit der das Übergreifen des Feuers auf weitere Gebäude unterbunden werden soll.

Etwa zehn Minuten vor der Alarmierung ist es im Beverner Gerätehaus noch ruhig. Wehrführer Stefan Timm checkt seinen Melder und das Handy, die beide um Punkt 19.15 Uhr Alarm schlagen werden. „15 Melder haben wir“, so Timm. Auf ihnen wird unter anderem das Einsatzstichwort sowie der Einsatzort bekanntgegeben. „Für die ohne Melder gibt es das Handy.“ Zusätzlich steht im Gerätehaus ein Faxgerät, auf dem die wichtigsten Infos im Moment der Alarmierung nach Bevern geschickt werden.

Nach Sekunden geht es los

Pünktlich um viertel nach Sieben heult die Sirene los. Es dauert nicht einmal vierzig Sekunden, dann sind die ersten Schritte auf dem Hof zu hören. „Zuerst geht es für Einsatzkräfte zum Spind. Jeder zieht sich um. Dann wird das Fahrzeug besetzt“, berichtet Timm. „Die anderen Kameraden fahren dann mit ihren privaten Autos hinterher.“ Mit Vollgas zum Einsatzort zu fahren, sei aber nicht möglich, so Timm. „Wir haben keine Sonderrechte.“ Sei sich der Fahrer an Kreuzungen oder Einmündungen nicht sicher, müsse er warten. Anders als in Film und Fernsehen würden die Einsatzkräfte auf der Fahrt auch möglichst wenig funken. Mit den Statustasten könnten die Brandbekämpfer dabei ihren aktuellen Status durchgeben.

Insgesamt waren bei dem Einsatz 40 Brandbekämpfer mit vier Fahrzeugen vor Ort. Timm und Bullenkuhlens Wehrführer Ulf Glismann zeigten sich bei der Abschlussbesprechung zufrieden mit der Übung. „Am Anfang mussten wir etwas umrücken, aber danach hat alles sehr gut geklappt“, sagt Glismann. Im verqualmten Gebäude seien zudem etliche gefährliche Objekte wie Fässer, Kanister und eine Gasflasche versteckt gewesen, so Timm. Diese seien alle gefunden, überprüft und entfernt worden.

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erstellt am 21.Okt.2015 | 05:30 Uhr

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