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Barmstedt : Asylbewerber-Zahl ist auf dem Höchststand

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Stadt und Ämter sind derzeit für 62 Flüchtlinge zuständig – so viele wie seit 1990 nicht mehr. Das Hauptproblem ist die Unterbringung.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Sie kommen in den meisten Fällen aus Syrien oder Afghanistan und sind auf der Flucht vor dem Krieg. Tausende Kilometer von ihrer Heimat entfernt finden viele von ihnen vorerst in Deutschland eine neue Heimat. 62 Asylsuchende sind der Stadt Barmstedt sowie den Ämtern Rantzau und Hörnerkirchen laut Uwe Dieckmann, Fachamtsleiter Bürgerservice bei der Stadt Barmstedt, derzeit zugewiesen – ein Höchststand, wie es ihn seit 1990 nicht mehr gegeben habe. Aufgrund der Flüchtlingswellen aus den Krisengebieten im Nahen und Mittleren Osten werde diese Zahl weiter ansteigen, so Dieckmann. „Wir gehen davon aus, dass es Ende des Jahres um die 80 Menschen sein werden.“ Damit hätte sich die Zahl der Flüchtlinge in Barmstedt seit Ende 2012 vervierfacht. Größtes Problem dabei ist die Unterbringung.

Mit Stand August wurden dem Kreis Pinneberg etwa 100 Flüchtlinge monatlich zugewiesen, sieben Prozent davon – also etwa fünf bis sechs Personen – müssen Barmstedt und die beiden Ämter unterbringen. „Leider bauen wir nicht fünf bis sechs neue Wohnungen pro Monat“, so Dieckmann. Die Stadt arbeite daher seit einem Jahr mit dem Unternehmen A&J Immobilienmanagement zusammen. „Die Firma hat eigene Immobilien und sich eine passende Struktur geschaffen“, so Dieckmann.

Mittlerweile würde ein Großteil der Flüchtlinge, die Barmstedt und Hörnerkirchen zugewiesen werden, über A&J untergebracht werden – eine Entlastung für die Stadt. „Es kostet Geld – und das nicht wenig“, so Dieckmann. „Es rechnet sich aber noch.“ Zudem seien Mitarbeiter von A&J täglich unterwegs, um mit den Flüchtlingen zu sprechen und ihnen bei den alltäglichen Dingen in einem für sie völlig fremden Land zu helfen. „Das könnten wir als Verwaltung gar nicht leisten“, sagt er.

20 Euro pro Tag

Pro Tag rechnet die Verwaltung mit Kosten von 20 Euro pro Flüchtling, 75 Prozent davon werden aus Landesmitteln erstattet. Zusätzlich zu A&J hat die Stadt laut Dieckmann selbst zwei Wohnungen angemietet und einen Container bereitgestellt. Zudem habe die Stadt bereits vor dem Anstieg der Flüchtlingszahlen Wohnraum angemietet, um besser vorbereitet zu sein. „Wir haben uns damit einen Puffer verschafft“, berichtet Dieckmann.

Des Weiteren soll das städtische Haus an der Ecke Feldstraße/Mühlenstraße abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, der 20 Menschen Platz bieten soll (diese Zeitung berichtete). „Der Architekt ist ausgewählt, und wird sind am Planen.“ Die Verwaltung hofft, dass die Arbeiten im Spätsommer 2015 abgeschlossen sein werden. Wichtig laut Dieckmann bei der Unterbringung der Flüchtlinge: „Wir wollen keine Massenunterkünfte. Das fördert nur die Abgrenzung und verhindert die Integration.“

Um die große Zahl der Flüchtlinge nach ihrer Ankunft in Barmstedt besser zu begleiten, will die Stadt auch eine ehrenamtliche Stelle für die Migrationsberatung einrichten. Das haben die Stadtvertreter vor Kurzem mehrheitlich beschlossen. Seit Ende 2012 seien der Stadt insgesamt etwa 160 Flüchtlinge zugewiesen worden, so Dieckmann.

Andja Zdravac-Vojnovic von der Caritas hat als Migrationsberaterin den Arbeitskreis Migration und Integration in Barmstedt gegründet, in dem sich Vereine, Verbände, die Kirche, Fraktionen und Privatleute engagieren. Jeder Ehrenamtler hilft den Asylbewerbern nach seinen Fähigkeiten. So erhalten die Flüchtlinge zum Beispiel Sprachunterricht oder Hilfe bei bürokratischen Hürden. „Der Migrationskreis leistet schon jetzt eine super Arbeit“, so Uwe Dieckmann von der Stadt Barmstedt.
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