Arboretum wird zur Gartenakademie

Gemeinsam unterwegs im Auftrag der Bildung: Richard Bischoff, gärtnerischer Leiter des Hamburger Arboretum Marienhof (von links), Maeve Blohm, Mitglied im Vorstand des Förderkreises des Arboretums in Ellerhoop und Hans-Dieter Warda, Leiter der Ellerhooper Parkanlage.
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Gemeinsam unterwegs im Auftrag der Bildung: Richard Bischoff, gärtnerischer Leiter des Hamburger Arboretum Marienhof (von links), Maeve Blohm, Mitglied im Vorstand des Förderkreises des Arboretums in Ellerhoop und Hans-Dieter Warda, Leiter der Ellerhooper Parkanlage.

Ellerhoop: Leiter Hans-Dieter Warda baut ab sofort Bildungseinrichtung für Hamburg und Schleswig-Holstein auf

shz.de von
04. Juli 2015, 16:00 Uhr

„Seit meiner Emeritierung habe ich Entzugserscheinungen. Ich brenne darauf, wieder aus meinen Erfahrungen berichten zu können.“ Wer den Leiter des Arboretums in Ellerhoop und Dendrologie-Professor Hans-Dieter Warda kennt, weiß, wie emsig der Mann ist. Schon lange hatte er eine Idee, die nun umgesetzt wird. Er gründet die erste Gartenakademie in Hamburg und Schleswig-Holstein. In Kursen zu verschiedenen Themen können sich sowohl Berufs- und Hobbygärtner weiterbilden lassen. Theorie und Praxis sollen sinnvoll verbunden werden. Im Herbst soll das Programm veröffentlicht werden. Im März 2016 geht es dann los.

Gartenseminare, informative Führungen, Demonstrationen und Tipps direkt vor Ort soll es geben. Zudem werden Touren angeboten.

Außer dem Arboretum in Ellerhoop gibt es auch noch eine weitere Stätte, an der die Kurse abgehalten werden. Das Arboretum Marienhof in Hamburg-Poppenbüttel mit einer goßzügigen Gartenanlage ist ebenfalls mit im Boot. Dort sitzt die Stiftung Otto Henneberg-Poppenbüttel. Seit Jahren unterstützt die Stiftung auch die Parkanlage in Ellerhoop. Warda kann es kaum erwarten, dass die Akademie los geht: „Die Vermittlung von Pflanzen- und Gartenwissen an Studenten, Gärtner und Gartenliebhaber gehörte immer zu den schönsten Tätigkeiten in meinem beruflichen Leben“, sagt er.

Die Gartenakademie soll ohne öffentliche Zuschüsse auskommen. Warda ist sich sicher, dass die Nachfrage da ist. Es gebe in Deutschland schließlich 22,5 Millionen Gartenbesitzer. Der Wissensdurst der Freizeitgärtner sei riesig. Dies sei auch zu erkennen an den vielen Gartenzeitschriften. Laut einer Umfrage fänden rund 30 Prozent der Deutschen, dass die Gartenarbeit die schönste Freizeitbeschäftigung ist. „Wir merken es auch an den Anfragen hier, dass sich viele gern weiterbilden möchten“, ergänzt Maeve Blohm, Mitglied im Vorstand des Förderkreises des Arboretums.

In fast allen Bundesländern gibt es laut Warda ähnliche Akademien – nur in Schleswig-Holstein gab es bisher eine Lücke. „Jetzt ist der Norden nicht mehr unterbelichtet, was die Gartenakademie angeht.“

Die Voraussetzungen sind aus Sicht des Pflanzenexperten perfekt in Ellerhoop. „Wir haben hier nicht nur einen der schönsten Gärten Deutschlands sondern wohl auch die thematisch vielfältigste Parkanlage überhaupt.“ Der Park sei heute eine spannende Kombination aus Schulbiologie, Baumwissenschaft und Umweltthemen einerseits und Gartenkultur und Gartenkunst andererseits. Warda habe bereits namhafte Dozenten mit im Boot. Er selbst will auch Kurse anbieten. Das genaue Programm wird ausgearbeitet und soll im Herbst vorliegen.


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